Humboldt Forum
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© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, digitale Reproduktion: Jester Blank GbR
Cuauhcoatl

Cuauhcoatl

Auf geheimnisvolle Weise kamen Schlange und Adler bei den Azteken im mythischen Mischwesen „Cuauhcoatl” zusammen. Die gefiederte Klapperschlange mit dem Schnabel eines Königsadlers ist ausgesprochen gut erhalten und so filigran gearbeitet, dass man jede Feder erkennen kann. Sie führt uns zum Gründungsmythos von Mexiko.

Schlange und Adler repräsentieren in vielen Kulturen herausragende Tiere. Das war auch bei den Azteken so. Mehr noch: Bei ihnen haben sich beide in dem mythischen Mischwesen cuauhcoatl vereinigt. In ihm werden Elemente des Königsadlers (cuauhtli) mit denen einer Klapperschlange (coatl) kombiniert. Bei der ausgesprochen gut erhaltenen Skulptur sind das Gefieder und die Schwanzrassel deutlich zu erkennen.

Könige des Bodens und des Himmels

Die Hieroglyphe am Nacken des zu einem kunstvollen Knoten zusammengeschlungen steinernen Wesens steht für „Edelstein“. Das liefert einen weiteren Hinweis auf die Erhabenheit der Adlerschlange, in der die mächtigsten Tiere des Bodens und des Himmels zusammentreffen. Übrigens begegnen wir solchen Verbindungen von gegensätzlichen, einander ergänzenden Paaren, in den Kulturen Mittelamerikas häufig.

Der Urspung Mexikos

Cuauhcoatl ist jedoch nicht nur wegen der archetypisch bedeutsamen Tiersymbolik ein Highlight. Sie steht auch in engem Zusammenhang mit dem Gründungsmythos von Mexiko: „Adlerschlange“ ist der bilderschriftliche Name eines von vier teomamaque. Diese waren die Träger des Heiligen Bündels. Im 14. Jahrhundert führten sie den Zug der Azteken von Aztlan zu ihrer späteren Hauptstadt Tenochtitlán, dem heutigen Mexiko-Stadt. Der Legende nach ließen sich die Azteken an jener Stelle nieder, an der sich die Prophezeiung ihres Stammesgottes Huitzilopochtli erfüllte und sie einen Adler beobachteten, der sich auf einem Kaktus, der auf einem Stein wächst, niederlässt. Bis heute ist dieses Nationalsymbol auf Mexikos Flagge zu sehen.

Cuauhcoatl in Berlin

Entstanden ist die Adlerschlange zwischen 1325 und 1521. Sie wurde in Azcapotzalco im zentralen Hochland Mexikos gefunden und kam 1862 mit der Sammlung Carl Uhde in die Sammlung des Ethnologischen Museums.

Zukünftig zu sehen in den Museen im 2. OG im Humboldt Forum.

Cuauhcoatl

Perspektiven auf Cuauhcoatl

Der Tagesspiegel eröffnet mit „Geheimnisvolles Mischwesen" neue Perspektiven auf Cuauhcoatl.

Ausstellung auf der Museumsinsel (bis 26. Mai 2019)
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Bis Mai 2019 konnte man die ersten Highlights des Humboldt Forums im Pergamonmuseum, Alten Museum und Neuen Museum auf der Museumsinsel entdecken.

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Humboldt Forum Highlights
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Die ersten 15 Highlights des Humboldt Forums wurden in zwei Formaten von Oktober 2018 bis Mai 2019 vorgestellt – in einer Ausstellung sowie in Gesprächen an unterschiedlichen Orten in Berlin.

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