Humboldt Forum
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© Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg / Roland Handrick
Friedrich III.

Friedrich III.

Die Statue des niederländischen Bildhauers Bartholomeus Eggers zeigt Kurfürst Friedrich III. Im Alabastersaal des Berliner Schlosses kündete sie von der Würde des Herrschers als Kurfürst des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Einer Würde, mit der sich Friedrich nicht mehr zufriedengeben wollte.

1688, im Jahr seines Regierungsantritts, beauftragte Friedrich III. von Brandenburg den niederländischen Bildhauer Bartholomeus Eggers, diese Statue anzufertigen. Sie zeigt ihn als Kurfürst und Feldherr im Harnisch und Schwertgürtel. Das Werk vollendete eine Serie aller brandenburgischen Kurfürsten aus dem Haus Hohenzollern, die bereits sein Vater Kurfürst Friedrich Wilhelm in Auftrag gegeben hatte. Aufgestellt wurden die Statuen zusammen mit vier Statuen römischer bzw. römisch-deutscher Kaiser im Alabastersaal des Berliner Schlosses. Dieser repräsentative Hauptsaal diente mit seinem Figurenprogramm als Ruhmeshalle der Dynastie, demonstrierte deren Rang und Würde sowie die lange Tradition und Kontinuität der Hohenzollern als Herrscher über Brandenburg und Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.

Das Barockschloss des Königs

Friedrich III. ging einen Schritt weiter. Er wollte innerhalb der europäischen Monarchengesellschaft als gleichberechtigter Partner agieren. Dazu benötigte er eine Königskrone. Dies war jedoch nur außerhalb des Reichs zu verwirklichen. Mit dem Herzogtum Preußen regierte der Kurfürst weit im Osten ein solches Territorium. 1701 krönte er sich in Königsberg zum ersten preußischen König mit dem Namen Friedrich I. Seinen ambitionierten Plan verfolgte er dabei auch mit Mitteln der Baupolitik. Seit 1698 ließ er das Schloss seiner Vorfahren zu einem europäischen Königsschloss aus- und umbauen. Berlin und nicht die Hauptstadt des mit der neuen Würde verbundenen Preußen sollte seine königliche Residenz werden. Das Humboldt Forum mit seinen rekonstruierten barocken Fassaden lässt im Wesentlichen Friedrichs königliches Schloss wiedererstehen.

Ortswechsel

Dreizehn Jahre nach Fertigstellung der Statue war aus dem Kurfürsten ein König geworden, der Alabastersaal hatte durch den barocken Aus- und Umbau an Bedeutung verloren. Die Aussagekraft der Statuen erkannten aber auch nachfolgende Generationen. König Friedrich Wilhelm I. ließ sie 1728 im Weißen Saal aufstellen, dem neuen repräsentativen Hauptsaal des Berliner Schlosses. Dort kündeten sie bis 1894 von Rang und Würde der Kurfürsten aus dem Haus Hohenzollern. Erst Kaiser Wilhelm II. ließ sie aus dem Saal entfernen und getrennt voneinander im Berliner Schloss unterbringen. Der Großteil der Statuen war ab 1953 im Marmorsaal des Neuen Palais in Potsdam zu sehen.

Rückkehr

Friedrich und seine Vorfahren werden als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zukünftig im 3. Obergeschoss des Humboldt Forums ausgestellt. Die Statue ist eines von rund vierzig sogenannten "Spuren", die an überraschenden Stellen im ganzen Gebäude schlaglichtartig die vielfältige Aspekten der Geschichte des Ortes beleuchten.

Zukünftig als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zur Geschichte des Ortes im 3. OG im Humboldt Forum.

Herkunft des Objektes
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Die Statue des Kurfürsten Friedrich III. entstand 1688. Das Werk des niederländischen Bildhauers Bartholomeus Eggers komplettierte eine Serie von 11 Statuen aller brandenburgischen Kurfürsten aus dem Haus Hohenzollern, die bereits von Friedrichs Vorgänger in Auftrag gegeben worden waren, und die im Alabastersaal des Berliner Schlosses zusammen mit vier Kaiserstatuen Aufstellung fanden. Die Statuen wurden in Amsterdam geschaffen, eventuell zum Teil auch in Berlin. Aufgestellt waren sie bis 1728 im Alabastersaal, dann im Weißen Saal des Berliner Schlosses. Dort verblieben sie auch nach dem Umbau des Saales unter König Friedrich Wilhelm IV. 1844. Erst durch den erneuten Umbau des Weißen Saals unter Kaiser Wilhelm II. ab 1892 wurden die Statuen aus dem Saal entfernt. Sie fanden nun getrennt Aufstellung, verteilt an zwei Treppen und in zwei Wohnungen des Berliner Schlosses. Seit 1945 sind die Statuen der Kurfürsten Joachim Friedrich und Georg Wilhelm verschollen. Mit Ausnahme der Kurfürsten Friedrich I. und Friedrich II. die im Oberen Vestibül aufgestellt waren, wurden die Statuen ab 1953 im Marmorsaal des Neuen Palais in Potsdam präsentiert.

Friedrich III.

Perspektiven auf Friedrich III.

Der Tagesspiegel eröffnet mit „In eleganter Siegerpose" neue Perspektiven auf Friedrich III.

Veranstaltung (21. März 2019)
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Internationale Expertinnen und Experten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Beteiligte des Humboldt Forums sprachen über spannende Geschichten aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen, aktuelle Forschungsergebnisse und persönliche Erfahrungen zu überraschenden, teils verblüffenden Erzählungen.

Gespräch #6
Auftrag – Kunst – Freiheit
21. März 2019, 19:30 Uhr
ESMT, Auditorium Maximum

Humboldt Forum Highlights
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Die ersten 15 Highlights des Humboldt Forums wurden in zwei Formaten von Oktober 2018 bis Mai 2019 vorgestellt – in einer Ausstellung sowie in Gesprächen an unterschiedlichen Orten in Berlin.

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