Humboldt Forum
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© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, digitale Reproduktion: Jester Blank GbR
Kazike

Kazike

Dieses kunstvoll gefertigte Beispiel der herausragenden Goldschmiedekunst der Quimbaya im heutigen Kolumbien zeigt vermutlich einen Priesterfürsten. Die gehobene Stellung des dargestellten Mannes lässt sich an dem reichen Schmuck erkennen.

Seit Jahrhunderten gilt Gold in der westlichen Welt als Inbegriff für Reichtum. In vielen indigenen Kulturen war das Verhältnis zu Gold weitaus differenzierter. So war das glänzende Material zwar auch mit Wohlstand verbunden, der vor allem bei einer privilegierten Herrscherschicht zu finden war. Priesterfürsten (Kaziken) waren sowohl für religiöse als auch administrative Dinge zuständig, da diese Aspekte des Lebens einer Gemeinschaft untrennbar miteinander verbunden waren.

Edle Grabbeilage

Bei den Quimbaya, die zwischen 600 bis 1000 nach Chr. im heutigen Kolumbien diese Objekte herstellten, wurde Gold vermutlich in Verbindung mit einem Sonnenkult verwendet. Hochrangige Personen erhielten Goldobjekte und -schmuck außerdem als Grabbeigabe. Die Figur in Form eines stehenden Mannes ist mit zwei Kalkbehältern in den Händen dargestellt. Eine spitze Kopfbedeckung sowie reicher Schmuck deuten auf seine gehobene Stellung hin. Dieses Kalkgefäß kam 1873 in die Berliner Sammlung und ist ein charakteristisches Beispiel für die herausragende Goldschmiedekunst der Quimbaya.

Härter als pures Gold

Viele Objekte der Quimbaya sind nicht aus reinem Gold, sondern aus einer Gold-Kupfer-Legierung, die „tumbaga“ genannt wird. Durch den hohen Kupferanteil ist diese Legierung härter als Gold und der Schmelzpunkt ist niedriger. Die Herstellungstechnik, im Hohlgussverfahren, ist typisch für die Region. Dabei wird die Form zunächst aus Wachs hergestellt und mit Ton umhüllt. Bei Eingießen des flüssigen Metalls fließt das Wachs aus. Dadurch ist jedes dieser Objekte ein Unikat.

Kalk und Coca-Blätter

Für das Kauen gerösteter Coca-Blätter benötigt man Kalk, damit das Alkaloid sich aus dem Blatt lösen und die stimulierende Wirkung erzeugen kann. Gekaut werden die Coca-Blätter unter anderem, um Hungergefühle, Kälte und Müdigkeit zu vertreiben. Außerdem wirken sie effektiv gegen die Höhenkrankheit und sind daher in den Anden weit verbreitet. In heutigen indigenen Gesellschaften in Kolumbien werden noch immer Kalkbehälter für das Kokablätterkauen verwendet – jetzt werden sie allerdings aus Flaschenkürbissen hergestellt.

Kazike im Humboldt Forum

Hermann Heinrich Meyer, Kaufmann aus Bremen, stammte aus einer einflussreichen Familie, die Tabak und andere Waren nach Deutschland importierte. 1873, im Jahr der Gründung, übergab er die goldene Figur dem damaligen Königlichen Museum für Völkerkunde. Zukünftig wird sie im 2. Obergeschoss des Humboldt Forums zu sehen sein.

Zukünftig zu sehen in den Museen im 2. OG im Humboldt Forum.

Kazike
Kazike

Perspektiven auf Kazike

Der Tagesspiegel eröffnet mit „Das Gold der Quimbaya" neue Perspektiven auf Kazike.

Ausstellung auf der Museumsinsel (bis 26. Mai 2019)
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Bis Mai 2019 konnte man die ersten Highlights des Humboldt Forums im Pergamonmuseum, Alten Museum und Neuen Museum auf der Museumsinsel entdecken.

Mehr Informationen zur Ausstellung ►

Humboldt Forum Highlights
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Die ersten 15 Highlights des Humboldt Forums wurden in zwei Formaten von Oktober 2018 bis Mai 2019 vorgestellt – in einer Ausstellung sowie in Gesprächen an unterschiedlichen Orten in Berlin.

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