Humboldt Forum
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© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, digitale Reproduktion: Jester Blank GbR
Maya Krieger

Maya Krieger

Wie ein Comicstreifen wirkt das 360-Grad-Panorama auf der Oberfläche dieser Keramik-Vase aus Guatemala. Die lebendige Szene zeigt wildes Kriegsgeschehen. Zwölf ausdrucksstark gestaltete Figuren bewegen sich in alle Richtungen und strecken einander ihre geschmückten Speere entgegen. Die cineastisch wirkende Darstellung und die einzigartige künstlerische Qualität geben uns einen Einblick in die faszinierende Kulturgeschichte der Maya.

Triumpf und Niederlage

Um welches historisches Ereignis es sich genau handelt, bleibt unklar. Weil auch der Fundort unbekannt ist, ist eine genaue Zuschreibung nicht möglich. Dass es sich jedoch um bedeutungsvolle Männer handelt, deren Schicksal wir hier nachvollziehen können, lässt sich an Kleidung und Körperschmuck ablesen. Die Figuren mit ihren individualisierten Gesichtern führen Trophäenköpfe mit sich und tragen opulenten Federschmuck. Auch die rot unterlegten Namenshieroglyphen verweisen darauf, dass hier historische Figuren gegeneinander ins Feld ziehen.

Auch der Ausgang dieses Kampfes wird geschildert. Für einen Krieger im schwarzen Gewand hat sich das Blatt gewendet: Einst war er selbst siegreich; davon künden die Trophäen aus früheren Kämpfen, die er noch am Gürtel trägt. Nun wird er von seinen Kontrahenten am Schopf gepackt. Für die Maya war das ein eindeutiger Hinweis auf die Gefangennahme und damit auf das Ergebnis des Gefechts. In der Maya-Kultur stieg das Renommee eines Kriegers mit der Zahl der Gefangenen, die dann beispielsweise bei Ritualen geopfert werden konnten.

Getränk der Mächtigen

Das umlaufende Hieroglyphenband enthält eine Weihinschrift, die unter anderem die Funktion des Gefäßes als Behältnis für Kakao belegt. In der Vorstellung der Maya galt Kakao als Blut des Maisgottes und wurde daher nur den Mächtigsten als göttliches Lebenselixier gereicht. Gefäße wie diese zeugten von Macht und Einfluss, indem sie das Narrativ eines siegreichen Herrschers auch für die Nachwelt festhielten. Uns geben die detailreichen Informationen und die einzigartige künstlerische Qualität einen Einblick in die faszinierende Kulturgeschichte der Maya.

Die Maya im Humboldt Forum

Die Maya-Vase aus der guatemaltekischen Spätklassik stammt aus der Zeit zwischen 700 und 900 nach Christus. Das Ethnologische Museum hat sie 1999 im Kunsthandel erworben. Zukünftig ist sie im 2. Obergeschoss des Humboldt Forums ausgestellt.

Zukünftig zu sehen in den Museen im 2. OG im Humboldt Forum.

Maya Krieger
Maya Krieger

Perspektiven auf das Maya Gefäß

Der Tagesspiegel eröffnet mit „Die Kraft der Krieger" neue Perspektiven auf das Maya Gefäß.

Veranstaltung (18. Februar 2019)
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Internationale Expertinnen und Experten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Beteiligte des Humboldt Forums sprachen über spannende Geschichten aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen, aktuelle Forschungsergebnisse und persönliche Erfahrungen zu überraschenden, teils verblüffenden Erzählungen.

Gespräch #5
Erlebt — Erzählt — Behauptet
18. Februar 2019
Podewil

Die Veranstaltung fand im Rahmen von „100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19“ statt.

Ausstellung auf der Museumsinsel (bis 26. Mai 2019)
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Bis Mai 2019 konnte man die ersten Highlights des Humboldt Forums im Pergamonmuseum, Alten Museum und Neuen Museum auf der Museumsinsel entdecken.

Mehr Informationen zur Ausstellung ►

Humboldt Forum Highlights
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Die ersten 15 Highlights des Humboldt Forums wurden in zwei Formaten von Oktober 2018 bis Mai 2019 vorgestellt – in einer Ausstellung sowie in Gesprächen an unterschiedlichen Orten in Berlin.

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