Humboldt Forum
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© Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, digitale Reproduktion: Jester Blank GbR
Nandi

Nandi

Als würde es einen Laufsteg entlangschreiten – so elegant kommt dieses fast lebensgroße Zeburind daher. Dieses Prachtexemplar diente dem Gott Shiva in einem Hindutempel Südindiens einst als Reittier. Bei großen Tempelfesten wurde ein prachtvoll geschmücktes Bronzebild des Gottes auf den Holzstier montiert und in feierlicher Prozession um den Tempel herum gefahren.

Die kunstvoll gestaltete lebensnahe Nachbildung eines weißen Zeburindes ist nicht irgendein Stier: Der Buckelstier Nandi gilt im Hinduismus als Begleiter und hingebungsvoller Verehrer von Shiva, einem der hinduistischen Hauptgottheiten, der vielen Gläubigen als Manifestation des Höchsten gilt. Auf Bildern ist Nandi oft in unmittelbarer Nähe seines Herrn oder als dessen Reittier zu sehen. Seine vorbildhafte Nähe zu Shiva macht ihn selbst zum Objekt von Verehrung.

An Shivas Seite

Als Teil der Prozessionskultur ist er in Indien für viele Millionen Gläubige von vitaler Bedeutung. In südindischen Tempelstädten dienen aus Holz oder Metall gefertigte Nandis als Beförderungsmittel (vāhana) für die tragbaren Bildnisse von Shiva und dessen Gemahlin. Vor allem in Südindien gehören Umzüge mit Götterbildern innerhalb der Tempelanlage zu den täglichen Ritualen.

Spektakulärer sind die Prozessionen an hohen Festtagen, wenn Shiva in Gestalt seines transportablen Kultbildes prachtvoll mit Blumengirlanden geschmückt aus dem Tempel heraus und mit großem Pomp durch den öffentlichen Raum gefahren oder auf den Schultern getragen wird. Unterschiedslos alle Menschen können die Gottheit dann sehen und so ihre segensreiche Gegenwart erfahren. Shiva erscheint bei derartigen Anlässen auf seinem Reittier.

Vor den Tempeln

Vor dem Eingang zu Shiva-Tempeln begegnet man Nandis oft in Form einer – mitunter monumental großen – Steinskulptur. Immer sind sie auf das zentrale Kultbild im Tempelinneren ausgerichtet. Nandis völlige Hingabe an seinen Herrn macht ihn für viele Shiva-Verehrer zu einem anbetungswürdigen Vorbild. Zugleich sieht man in ihm einen Vermittler, dem man seine Wünsche an den großen Gott anvertrauen kann. Aus diesem Grund flüstern Gläubige dem Nandi gerne ihre Wünsche ins Ohr.

Nandi in Berlin

So präsent Nandi in Südindien ist, so selten ist er in westlichen Sammlungen zu finden – zumal wenn er so gut erhalten ist wie das Berliner Exemplar, das aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert stammt. Nachdem er 1987 als Schenkung in die damalige Sammlung des Museums für Indische Kunst (heute Teil des Museums für Asiatische Kunst) gekommen ist, stand er dort viele Jahre lang im Depot in Dahlem. Im Humboldt Forum wird er zwischen Prozessionsbildern aus Bronze und Göttern aus Stein im Mittelpunkt der Hinduismus-Sektion stehen.

Zukünftig zu sehen in den Museen im 3. OG im Humboldt Forum.

Nandi
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Nandi

Perspektiven auf den Nandi

Der Tagesspiegel eröffnet mit "Wenn Nandi würdig grüßt" neue Perspektiven auf den Nandi. Mehr hierzu sehen Sie auch bei rbb Kultur – Das Magazin vom 27. Oktober 2018.

Veranstaltung (26. Oktober 2018)
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Internationale Expertinnen und Experten, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Beteiligte des Humboldt Forums sprachen über spannende Geschichten aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen, aktuelle Forschungsergebnisse und persönliche Erfahrungen zu überraschenden, teils verblüffenden Erzählungen.

Gespräch #1
Prozessionen – Pilger – Paraden
26. Oktober 2018, 19:30 Uhr
Pergamonmuseum

Ausstellung auf der Museumsinsel (bis 26. Mai 2019)
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Bis Mai 2019 konnte man die ersten Highlights des Humboldt Forums im Pergamonmuseum, Alten Museum und Neuen Museum auf der Museumsinsel entdecken.

Mehr Informationen zur Ausstellung ►

Humboldt Forum Highlights
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Die ersten 15 Highlights des Humboldt Forums wurden in zwei Formaten von Oktober 2018 bis Mai 2019 vorgestellt – in einer Ausstellung sowie in Gesprächen an unterschiedlichen Orten in Berlin.

Mehr Informationen ►