Eliana Hernández-Pachón. Schwebende Gewässer. Deutsche Version.
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Cover des Buches "Schwebende Gewässer" von Eliana Hernández-Pachón mit geometrischen Farbflächen.
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Schwebende Gewässer ist ein poetischer Essay, der vier Objekte miteinander verbindet: ein aus Schilf geflochtenes Todesfloß, das an der falschen Stelle an Land gespült wurde. Das goldene Muisca-Floß, welches die Legende von „El Dorado“ heraufbeschwört. Amazonische Flöten aus Palmen, die nur von Männern gesehen werden können. Und ein dünnes Blatt Papier, das für Aufzeichnungen im Museum verwendet wird.

Die kolumbianische Schriftstellerin Eliana Hernández-Pachón erkundet die verschiedenen Welten dieser Objekte. In unterschiedlichen Stimmen, solo und im Chor, erzählt sie, was Pflanzen enthüllen – und was sie verbergen. Und sie fragt, was es bedeutet, zu besitzen, zu bewahren, loszulassen.

Yuruparí Flöten

Die sogenannten Yuruparí Flöten kamen Ende des 19. Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts direkt durch Franz Pfaff beziehungsweise Theodor Koch-Grünberg an das damalige Königliche Museum für Völkerkunde in Berlin, heute Ethnologisches Museum Berlin. Während über Franz Pfaff nur sehr wenig bekannt ist, weiß man einiges über Theodor Koch-Grünberg, der als Anthropologe und Forschungsreisender eigene Berichte über seine Expeditionen nach Südamerika geschrieben und seine Sammlung gut dokumentiert hat.

Das Innenleben der Flöten besteht aus einem Stück der Paxiúba-Palme. Ihre Musik spielt eine wichtige Rolle im Initiationsritual der Männer, vor den Frauen bleiben die Flöten verborgen. Aus diesem Grund werden sie gegenwärtig weder in Ausstellungen noch auf Abbildungen gezeigt. Eine bis heute erzählte Geschichte zu den Yuruparí Flöten handelt davon, wie sie einst von Frauen geraubt und dann zurückerobert wurden.

Herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
64 Seiten, Klappenbroschur, Diaphanes Verlag, ISBN 978-3-0358-0912-1

Eliana Hernández-Pachón wurde in Bogotá, Kolumbien, geboren. Ihr erstes Buch, La Mata, ist das schmerzhafte Werk einer historischen Aufarbeitung: Es erinnert an das Massaker im Dorf El Salado im Jahr 2000 und die Tragödie der Massenmorde in Kolumbien. Das Buch wurde 2020 mit dem Nationalen Poesiepreis Kolumbiens ausgezeichnet. Hernández-Pachón ist die jüngste Dichterin, die jemals so geehrt wurde. Sie ist Teil des Poesie-Kollektivs Como un lugar, das einen Verlag in Buenos Aires betreibt und Literaturfestivals in New York und Lateinamerika organisiert. Sie lebt in Brooklyn, New York.

Talk Back mit Eliana Hernández-Pachón
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Johannes Berger
Objekte widersprechen Veranstaltung "Sharp as a Story" mit Cristina Rivera Garza, 2025
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Johannes Berger
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