Madeleine Thien: Die Handwerker. Deutsche Ausgabe
© DIAPHANES 2025
Cover des Buches "Die Handwerker" von Madeleine Thien, mit geometrischen Formen in Rot- und Lila-Tönen.
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Die kanadische Schriftstellerin Madeleine Thien betrachtet das Fragment einer Wandmalerei mit „Drei Uigurischen Prinzen“ aus einer der Bezeklik Höhlen der Nördlichen Seidenstraße, der heutigen autonomen Region Xinjiang-Uigur in China. Diese berühmteste Stifterdarstellung der uigurisch-buddhistischen Kunst kam nach der zweiten deutschen Turfan-Expedition (1904-1905) in die Berliner Museen. Ihren prächtigen Farben und ausdrucksstarken Linien begegnet Thien mit einem literarischen Text. Sie versetzt uns in das tägliche Leben der Maler, die die Höhlen im 10. Jahrhundert mit ebenso lebensnahen Wandgemälden ausgestattet haben, und fragt: Gibt es eine autonome Republik der Kunst, die Zeiten und Orte überdauert?

Herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
Diaphanes, Klappenbroschur, 56 Seiten, 11 x 17 cm, ISBN 978-3-0358-0812-4

 

 

Diese besonders gut erhaltene und daher berühmteste Stifterdarstellung der uigurisch-buddhistischen Kunst gelangte mit der Sammlung der zweiten Turfan-Expedition (Oktober 1904 – Dezember 1905) nach Berlin. Deutsche Forscher waren nach Xinjiang gereist, wo sie buddhistische Kunstwerke und Manuskripte sammelten und nach Deutschland verbrachten. Die Funde lieferten bedeutende Erkenntnisse zur Kulturgeschichte der Region, werden heute jedoch im Rahmen der Debatte um koloniale Aneignung kritisch hinterfragt.

Die Malerei zeigt drei Männer mit uigurischen Hüten und sorgfältig geflochtenem, langen schwarzen Haar. Die seitlich geschlitzten Gewänder geben den Blick auf schwarze Reitstiefel frei. Ihre Kleidung verweist auf einen Lebensstil, der trotz Sesshaftigkeit stark von nomadischer Tradition geprägt blieb.

Madeleine Thien wurde in Vancouver, British Columbia, geboren. Ihr vielfältiges Werk umfasst Romane, Kurzgeschichten, ein Kinderbuch sowie zahlreiche Essays. Zentral für ihr Schreiben ist die Frage, wie sich vor dem Hintergrund von Migration, Trauma und der Suche nach Identität und Zugehörigkeit die eigene und gemeinsame Geschichte neu erzählen lässt. Ihr Werk wurde in mehr als 25 Sprachen übersetzt und gewann die renommiertesten Literaturpreise Kanadas sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. Madeleine Thien lebt in Montreal, Kanada.

Madeleine Thien im Humboldt Forum
© Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Frank Sperling

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