Humboldt Forum
Menü
© SHF
Besuch im Museumsdepot

2019 M06 4

Gegen den Strom: Francis La Flesche und die „Umóⁿhoⁿ“ (Omaha)

„We are still here“ ist die zentrale Botschaft der indigenen Nation der Omaha aus Nordamerika. Ende 2020 eröffnet eine der ersten Wechselausstellungen im Humboldt Forum: Sie zeigt 60 Objekte aus dem Alltagsleben der Omaha und ist das Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

„Jene, die gegen den Strom laufen“ ist die Bedeutung des Namens Umóⁿhoⁿ (Omaha). Die Omaha aus dem Nordosten Nebraskas und dem Westen Iowas gehören zu den 573 in den USA offiziell anerkannten indigenen Nationen. Bis heute prägen die Erfahrung von Kolonialismus, Rassismus und Gewalt das Leben der Omaha. Aufgrund der US-amerikanischen Assimilationspolitik gegenüber den indigenen Bevölkerungsgruppen kämpfen sie täglich darum, ihre Traditionen und ihre Sprache lebendig zu halten. Ende 2020 wird im 2. Obergeschoss des Humboldt Forums eine Ausstellung mit einer Sammlung von 60 Objekten der Omaha eröffnen. Sie ist eine der ersten fünf Wechselausstellungen, die im Humboldt Forum gezeigt werden.

Francis La Flesche und die Umóⁿhoⁿ

Der indigene Ethnologe Francis La Flesche stellte die Sammlung von 1894 bis 1898 im Auftrag des damaligen Berliner Museums für Völkerkunde, dem heutigen Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) als Objekte „seiner eigenen Kultur der Umóⁿhoⁿ“ zusammen. Es handelt sich um die früheste Selbstrepräsentation einer indigenen Kultur Nordamerikas.

Die Berliner Sammlung ist für die heutige Community der Omaha von besonderer Bedeutung, da sie vom Widerstand gegen die Kolonialisierung zeugt. Heute ermöglicht sie ihren Angehörigen, sich wieder mit ihren Vorfahren und Lebensweisen zu verbinden, mit Stolz auf ihre eigene Geschichte zu blicken und diese zu präsentieren. Die Ausstellung im Humboldt Forum bietet die Möglichkeit für ihre zentrale Botschaft: „We are still here!“

Besuch im Museumsdepot
Pierre Merrick
Sammlungsobjekte
Besuch im Humboldt Forum

Austausch und Zusammenarbeit

Die Ausstellung im Humboldt Forum wird gemeinsam mit dem Nebraska Indian Community College (NICC) und Angehörigen der Omaha konzipiert. Besucherinnen und Besucher erhalten zukünftig Einblick in die Weltsichten der Omaha und in Themen ihrer Geschichte und Gegenwart. Dies wird sich auch in der Architektur und Gestaltung der Ausstellung widerspiegeln – die Präsentation wird in den kommenden Monaten konkretisiert.

Ausgangspunkt der ersten von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss (SHF) konzipierten Wechselausstellungen sind Sammlungsbestände des Ethnologischen Museums der SMB. Die Ausstellungen werden gemeinsam mit internationalen Kooperationspartnern in einem bewusst offenen Prozess erarbeitet und im Kontext unterschiedlicher Fragestellungen, darunter auch nach der Herkunft der Objekte, teilweise erstmals präsentiert.

Für den Generalintendanten des Humboldt Forums Hartmut Dorgerloh wird bei diesen Wechselausstellungen exemplarisch deutlich, „wie wir im Humboldt Forum arbeiten wollen. Nicht wir bestimmen das Narrativ, sondern wir entwickeln gemeinsam ein Konzept in enger Zusammenarbeit und in stetem Austausch mit Communities in Herkunftsländern. Entsprechend offen ist auch das Ergebnis und darauf freue ich mich.“

Lars-Christian Koch, Direktor der Sammlungen der SMB im Humboldt Forum: „Die gemeinsame Arbeit mit dem Nebraska Indian Community College und Vertreterinnen und Vertretern der Omaha an diesem einzigartigen Sammlungsbestand zeigt exemplarisch, welche Bedeutung historische Sammlungen des Ethnologischen Museums heute noch haben und welches Potenzial in gemeinsam mit Herkunftsgesellschaften konzipierten Ausstellungen liegt. Solche Kooperationen sind seit vielen Jahren fester Bestandteil der Arbeit des Ethnologischen Museums und werden auch für das Humboldt Forum prägend sein.“

Ausstellungsfläche für die 60 Objekte aus dem Alltagsleben der Omaha

Wechselausstellungen im Humboldt Forum

Die Wechselausstellungen im Humboldt Forum eröffnen Ende 2020 im 2. und 3. Obergeschoss. Sie werden mit den angrenzenden Introräumen von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss verantwortet. Die Flächen der Wechselausstellungen und der Introräume umfassen gemeinsam rund 3.500 m². Sie werden zwischen den rund 14.000 m² großen Flächen der vom Ethnologischen Museum sowie vom Museum für Asiatische Kunst der SMB verantworteten Dauerausstellung zu finden sein.

Spread the word

#humboldtforum