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© SHF / David von Becker
To Whom Does Culture Belong?

2019 M10 3 18:30

To Whom Does Culture Belong?

@ Humboldt Forum im Berliner Schloss, Baustelleneingang Süd

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht

auf Deutsch, Englisch und Französisch (übersetzt zu Deutsch, Englisch und Französisch)

Öffentliche Podiumsdiskussion mit internationalen Expert*innen im Rahmen des Symposiums Interdisciplinarity Revisited am 3. Oktober 2019 im Humboldt Forum.

Wie gehen wir mit Objekten aus kolonialen Kontexten um? In dieser Frage reichen die Positionen von einer gemeinsamen Erforschung der Bestände über Leihgaben an die Herkunftsgesellschaften bis hin zur Rückgabe ganzer Sammlungen. Das Humboldt Forum steht mitten im Zentrum dieser Debatte und hat hinsichtlich der Zukunft ethnologischer Sammlungen und ihrer musealen Präsentation eine besondere Verantwortung.

Zu diesem Thema veranstaltet die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss anlässlich des Symposiums Interdisciplinarity Revisited (IR) eine öffentliche Podiumsdiskussion mit internationalen Wissenschaftler*innen und Kurator*innen. Einer Antwort auf die Frage „To Whom Does Culture Belong?“ nähert sich das Podium über einen transdisziplinären Ansatz aus rechtlichen, kunsthistorischen, pädagogischen und sozialanthroplogischen Perspektiven. Diese Herangehensweise wird auch für die zukünftige Arbeit im Humboldt Forum maßgeblich sein.

Podiumsdiskussion

Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt Forums, spricht mit vier Expert*innen über die unterschiedlichen Dimensionen der Frage nach kulturellem Eigentum. Der Kunsthistoriker Abdoulaye Touré aus Dakar wird das Thema aus pädagogischer und kunsthistorischer Sicht beleuchten. Auch Henry J. Drewal aus Wisconsin bringt eine kunsthistorische Perspektive ein, mit Fokus auf die verbale, visuelle und performative Kunst der Yoruba gibt er Einblicke in seinen multisensorischen Ansatz „Sensiotics“. Sharon Macdonald hat die Alexander-von-Humboldt-Professur an der Humboldt-Universität zu Berlin inne und bringt eine sozialanthropologische Perspektive in die Diskussion ein. Als Anwältin trägt Corinne Hershkovitch zur juristischen Dimension bei. Sie ist spezialisiert auf Kunst, kulturelles Erbe und Urheberschaft. Im Anschluss an das Podiumsgespräch ist das Publikum herzlich eingeladen, sich mit Fragen an der Diskussion zu beteiligen.

"To Whom Does Culture Belong?"
Podium
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Henry John Drewal ist Evjue-Bascom-Professor für Kunstgeschichte und Afroamerikanische Studien an der University of Wisconsin-Madison. Er studierte und promovierte an der Columbia University afrikanische Kunst, Geschichte und Kultur – Lehrzeiten bei Yoruba-Bildhauern in Nigeria hatten ihn zu diesem Weg inspiriert. Drewal untersucht die Rolle der Sinne und Wahrnehmungsfähigkeiten in der Gestaltung, Ausbildung und Formung von Kunst, Personen, Kulturen und Geschichte(n) unter Anwendung seines „Sensiotics“-Ansatzes.

Corinne Hershkovitch ist Rechtsanwältin, Mitglied der Paris Bar und Partneron der Kanzlei Cabinet Corinne Hershkovitch. Sie ist spezialisiert auf Kunstrecht und beschäftigt sich mit Fragestellungen zu Provenienz, Restitution, Zuwendung, Beweiskraft, Eigentumsrecht, Versicherung, grenzüberschreitendem Verkehr von Kunst, Wiederbeschaffung verlorener oder widerrechtlich angeeigneter Kunst und Kulturerbe. Seit 1992 ist Corinne Hershkovitch in viele Fälle von Raubkunst involviert. Zurzeit lehrt sie an der Université Paris 2 Panthéon Assas.

Sharon Macdonald ist Alexander-von-Humboldt-Professorin für Sozialanthropologie im Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie das Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage (CARMAH) leitet. Sie leitet außerdem das Forschungsprojekt „Making Differences: Transforming Museums and Heritage in the 21st Century“ und ist „Principal Investigator“ im Exzellenzcluster „Matters of Activity“. Darüber hinaus ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Pitt Rivers Museum, Oxford, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Berlin Ausstellung im Humboldt Forum sowie Mitglied der Beiräte zur Geschichte des Übersee-Museums und des Hauses der Europäischen Geschichte.

Abdoulaye Touré ist Professor und Direktor des „Institut Fondamental d’Afrique Noire Cheikh Anta Diop“ (Fundamental Institute of Black Africa Cheikh Anta Diop, IFAN). Er ist Doktor der Kunst- und Humanwissenschaften mit Fokus auf Moderne und Neueste Geschichte. Vor seiner Tätigkeit am IFAN arbeitete Abdoulaye Touré als Lehrer im Sekundarbereich sowie als pädagogischer Berater. Außerdem leitete er die Abteilungen für Humanwissenschaften und Museen des IFAN und war Kurator im Historischen Museum von Gorée.

Hartmut Dorgerloh ist Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und Kulturmanager und seit 2018 Generalintendant und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss. Nach leitenden Tätigkeiten im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und als Gründungsdirektor des Hauses für Brandenburgisch-Preußische Geschichte in Potsdam war er von 2002 bis 2018 Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Er lehrt seit 2004 als Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Symposium
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Interdisziplinarität ist in der Wissenschaft schon seit vielen Jahren ein Schlüsselbegriff, der aber nach wie vor nicht klar definiert ist und unterschiedliche Konzepte und Methoden umfasst. Auf dem Symposium Interdisciplinarity Revisited (IR) der Volkswagen Stiftung, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss diskutieren am 3. und 4. Oktober internationale Expert*innen, welche Ansätze sich dahinter verbergen und welche Wirkung sie jeweils in Forschung und Lehre entfalten. In sieben Sessions hinterfragt es die Möglichkeiten und Grenzen interdisziplinärer Kooperationen und ihrer Bedeutung für die Erschließung neuer Forschungsfeldern. Das Symposium ist die erste große wissenschaftliche Veranstaltung im Humboldt Forum.

Ort
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Humboldt Forum im Berliner Schloss, Schlossplatz, 10178 Berlin
Zugang über den Baustelleneingang Süd (Breite Str. / Ecke Schlossplatz)

Unser Cover-Foto zeigt eine Installtion der AMAR Foundation for Arab Music Archiving & Research aus dem Libanon, die 2018 in der Ausstellung "[laut] Die Welt hören" zu sehen war. Die AMAR Foundation hat sich zur Aufgabe gemacht, arabischen Musik durch Bild- und Tonaufnahmen zu archivieren und dadruch deren Weitergabe zu ermöglichen.

Partner

Das Symposium Interdisciplinarity Revisited ist eine Veranstaltung der VolkswagenStiftung, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss. Die Stiftung Hunboldt Forum im Berliner Schloss wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • VolkswagenStiftung

Partner

Deutschlandfunk Kultur ist Medienpartner des Panels „To whom does culture belong“ 2019.
  • Deutschlandfunk Kultur
Akteure im Humboldt Forum
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Akteure im Humboldt Forum sind die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), das Stadtmuseum Berlin mit den Kulturprojekten Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und federführend die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss (SHF).

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