{"id":1267,"date":"2020-05-25T14:00:00","date_gmt":"2020-05-25T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/?post_type=magazine-article&#038;p=1267"},"modified":"2021-05-25T14:48:51","modified_gmt":"2021-05-25T12:48:51","slug":"symbolpolitik","status":"publish","type":"magazine-article","link":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/magazin\/artikel\/symbolpolitik\/","title":{"rendered":"Symbolpolitik. Die Kuppel Friedrich Wilhelms IV. f\u00fcr das Berliner Schloss"},"content":{"rendered":"<section class=\"block block-html\">\n\t<aside class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-2 like-interactions\" aria-hidden=\"true\">\n\t\t\t\t<like :textbelow=\"true\"  nonce=\"4c527c39fe\" postid= \"1267\" post-title=\"Symbolpolitik. Die Kuppel Friedrich Wilhelms IV. f\u00fcr das Berliner Schloss\" count=\"66\"><\/like>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-8\">\n\t\t\t\t<div class=\"copy\"><p itemprop=\"abstract\" class=\"intro\">Wieso erhebt sich \u00fcber der Kuppel eines barocken Hohenzollern-Schlosses eigentlich ein christliches Symbol? Der Kunsthistoriker Alfred Hagemann, Leiter des Bereiches Geschichte des Ortes, erkl\u00e4rt die historische Dimension des Kreuzes auf der Kuppel des Humboldt Forums.<\/p><\/copy><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/aside>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Die Kuppel \u00fcber der Westfassade des Berliner Schlosses war kein Teil der barocken Bauphase, sondern eine Erg\u00e4nzung der Jahre 1845\u20131853. Der Auftraggeber, K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV., lie\u00df seine sehr klaren Vorstellungen f\u00fcr dieses Projekt von Friedrich August St\u00fcler ausf\u00fchren. Doch welche Motivation stand hinter diesem Kuppelbau? Eine historische Einordnung.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zum kleinen Einmaleins des St\u00e4dtebaus, dass das h\u00f6chste, die Silhouette einer Stadt pr\u00e4gende Geb\u00e4ude mit der Bedeutung seiner Erbauer gleichgesetzt wird. In Berlin kann man das Ringen um diese Dominanz im Stadtbild vom 18. bis ins 20. Jahrhundert verfolgen. Schaute man beispielsweise seit 1871 die Stra\u00dfe Unter den Linden hinab, fiel nicht die Schlosskuppel als erstes in den Blick, sondern der Turm des Roten Rathauses. Deshalb gab es bei seinem Bau heftige Debatten, ob das Rathaus der b\u00fcrgerlichen Kommune h\u00f6her sein d\u00fcrfe als die Kuppel des K\u00f6nigspalastes. Ebenso erboste es in den 1890er Jahren Kaiser Wilhelm II., dass der Reichstag die Schlosskuppel \u00fcberragen sollte \u2013 und lie\u00df den Berliner Dom errichten, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin alles in den Schatten stellte. Man kann argumentieren, dass erst der Bau des Fernsehturms 1969 das Ringen um die <a href=\"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/magazin\/artikel\/ubertrumpfen-durch-hohe\/\">H\u00f6hendominante<\/a> bis auf Weiteres entschieden hat. Im Kern ging es in allen F\u00e4llen um die Frage, wer Berlin seinen Stempel aufdr\u00fccken durfte.<\/p>\n<p>Man sollte vermuten, dass sich diese Frage im 18. Jahrhundert gar nicht stellte. Was, wenn nicht das K\u00f6nigsschloss, k\u00f6nnte die Stadtansicht von Berlin dominieren? Doch zeigen Ansichten aus dieser Zeit, dass die Stadt keine klare H\u00f6hendominante aufwies, sondern wie seit dem Mittelalter von der Vielzahl der Kircht\u00fcrme gepr\u00e4gt wurde. Diese Situation war das Ergebnis ungl\u00fccklicher Umst\u00e4nde. Die Planungen f\u00fcr das neue k\u00f6nigliche Schloss, das Friedrich I. von Andreas Schl\u00fcter ab 1698 erbauen lie\u00df, sahen mit dem M\u00fcnzturm eine eindeutige H\u00f6hendominate vor. Mit einer f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse gewaltigen H\u00f6he von \u00fcber 90 Metern h\u00e4tte er alle anderen T\u00fcrme Berlins \u00fcberragt und klar markiert, wo man das Zentrum der Stadt zu suchen hatte. Doch auf halber H\u00f6he angekommen, begann sich der Turm zu neigen und musste 1706 abgerissen werden. Dieses peinliche Desaster war das Ende der Karriere Schl\u00fcters. Auch sein Nachfolger Johann Friedrich Eosander plante \u00fcber dem Triumphbogen des Westportals einen gewaltigen Kuppelturm, der sogar \u00fcber 100 Meter hoch geworden w\u00e4re \u2013 er wurde jedoch aus Kostengr\u00fcnden nie ausgef\u00fchrt. So blieb das Schloss f\u00fcr 150 Jahre ein horizontal lagernder Block, der aus der Ferne kaum auszumachen war. Das Schloss war nicht nur architektonisch ein Torso geblieben, sondern entsprach auch st\u00e4dtebaulich nicht seiner gesellschaftlichen Bedeutung.<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-headline block-no-margin  hyph-disable\" >\n\t<div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"box\">\n\t\t\t\t\t\t<h2 class=\".h3\">Der Bauherr <\/h2>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n\n\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Den Bewohnern des Schlosses war das durchaus bewusst. Friedrich Wilhelm IV. (1795\u20131861) befasste sich schon als Kronprinz in den 1820er Jahren intensiv mit Planungen f\u00fcr die Umgestaltung des Schlossbezirks in Berlin. Der architekturbegeisterte Thronfolger empfand die Situation sowohl st\u00e4dtebaulich als auch symbolisch als mangelhaft. Es sind zahlreiche Skizzen des Prinzen erhalten, die die Idee einer neuen H\u00f6hendominate im Berliner Zentrum verfolgen. Dabei ging es nie um eine rein formale L\u00f6sung. Es ist bezeichnend, dass der Kronprinz nicht an einer Umsetzung der gescheiterten Turmplanungen des 18. Jahrhunderts interessiert war. Diese Turmprojekte waren rein weltliche Triumphgesten, wie die von Schl\u00fcter und Eosander geplanten oberen Abschl\u00fcsse verdeutlichen: Beide sahen monumentale weibliche Figuren vor, die die preu\u00dfische K\u00f6nigskrone erhoben und gleichzeitig als Windfahne dienen sollten. Wie in der gesamten Ikonographie des barocken Schlosses ging es also um die Feier der K\u00f6nigserhebung der Hohenzollern.<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-standard-image-copy rev2nd\"> \n\t<div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row middle-sm\">\n\t\t\t<div class=\"col-xs-10 col-sm-6 margin-bottom-sixth\" data-motion-parallax='{\"child\":\".image-wrapper\",\"mask\":\".lazy-media\",\"tween\":{\"yPercent\": [-15,15]}}'>\n\t\t\t\t\n\t<lazy-media-inline inline-template>\n\t\t<figure itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\" class=\"lazy-media-inline \" role=\"group\" id=\"media_69d66ed0dd138\" aria-labelledby=\"desc_media_69d66ed0dd138\">\n\t\t\t<script type=\"application\/json\" ref=\"data\">\n\t\t\t\t{\n\t\t\t\t\"sizes\" : {\"medium\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1-300x260.jpg\",\"width\":300,\"height\":260,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"large\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1-1024x886.jpg\",\"width\":1024,\"height\":886,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"thumbnail\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1-150x150.jpg\",\"width\":150,\"height\":150,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"medium_large\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1-768x665.jpg\",\"width\":768,\"height\":665,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"small\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1-440x381.jpg\",\"width\":440,\"height\":381,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"semi\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1-580x502.jpg\",\"width\":580,\"height\":502,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"mobile\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1-720x623.jpg\",\"width\":720,\"height\":623,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"hd\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1-1280x1108.jpg\",\"width\":1280,\"height\":1108,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"original\":{\"file\":\"SHF_eb00094625-1.jpg\",\"width\":1479,\"height\":1280}},\n\t\t\t\t\"alt\" : \"Bleistiftzeichnung Friedrich Wilhelm IV. der Bebauung rund um den Lustgarten, rechts das Berliner Schloss mit Kuppel\",\n\t\t\t\t\"path\" : \"\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/05\\\/\",\n\t\t\t\t\"video\" : null,\n\t\t\t\t\"autoplay\" : null,\n\t\t\t\t\"youtube\" : null,\n\t\t\t\t\"youtubelabel\" : \"Video abspielen\",\n\t\t\t\t\"brightness\" : 100,\n\t\t\t\t\"crop\" : null,\n\t\t\t\t\"background\" : false,\n\t\t\t\t\"scale\" : 1\t\t\t\t}\n\t\t\t<\/script>\n\n\t\t\t<div class=\"height-container\" style=\"padding-bottom:86.544962812711%;\" v-if=\"sizes\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<lazy-media :inline=\"true\" :alt=\"alt\" :sizes=\"sizes\" :scale=\"scale\" :brightness=\"brightness\" :path=\"path\" :video=\"video\" :autoplay=\"autoplay\" :youtube=\"youtube\" :crop=\"crop\" :youtubelabel=\"youtubelabel\" :background=\"background\" media-id=\"desc_media_69d66ed0dd138\"><\/lazy-media>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-container-fluid\">\n\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-row end-xs\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-col\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info\" aria-expanded=\"false\" :aria-expanded=\"isOpen ? 'true' : 'false'\">\n\t\t\t\t\t\t\t<button class=\"lazy-media-info-head button-tiny\" :class=\"{'button-active': isOpen}\" @click=\"toggle\" ref=\"head\"><span class=\"button-label insignificant\">Bildinfo<\/span><\/button>\n\t\t\t\t\t\t\t<figcaption class=\"lazy-media-info-body\" ref=\"body\" id=\"desc_media_69d66ed0dd138\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-body-content\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div>Handzeichnung Friedrich Wilhelms IV., SPSG, GK II (12) I-2-D-17.  <\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"insignificant\">\u00a9 Stiftung Preu\u00dfische Schl\u00f6sser und G\u00e4rten Berlin-Brandenburg\/ Scan: Firck, Stefan \/Schulz, Matthias.<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-head-border\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t<\/lazy-media-inline>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<div class=\"col-xs-10 col-sm-6 col-md-5 copy margin-bottom-half\"><p>Friedrich Wilhelm hingegen wollte mit der st\u00e4dtebaulichen Hervorhebung des Schlosses durch eine Kuppel eine andere Aussage treffen \u2013 die Kuppel sollte die Schlosskapelle beherbergen und damit das ganze Schloss in einen sakralen Bezug stellen. Ziel aller Planungen war die Schaffung eines Forums rund um den Lustgarten, in dem neben Monarchie (Schloss), Milit\u00e4r (Zeughaus) und Kultur (Museum) auch die Rolle der Religion im Staat angemessen zum Ausdruck gebracht werden sollte. So zeigen die Zeichnungen sowohl erste Ideen f\u00fcr eine Kuppel \u00fcber dem Westportal des Schlosses als auch zahlreiche Planungen f\u00fcr einen Domneubau.<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Um die Rolle der Schlosskapelle zu verstehen, lohnt sich ein Blick nach Potsdam. Als Friedrich Wilhelm 1840 K\u00f6nig geworden war, trieb er Planungen f\u00fcr einen Kirchenbau im Park Sanssouci voran. Der K\u00f6nig sch\u00e4tzte Sanssouci als k\u00fcnstlerische Sch\u00f6pfung seines Vorfahren Friedrichs II. (des Gro\u00dfen) au\u00dferordentlich, empfand aber das v\u00f6llige Fehlen christlicher Elemente als gro\u00dfes Manko. In einer hochsymbolischen Geste lie\u00df er daher am 14. April 1845, auf den Tag einhundert Jahre nach der Grundsteinlegung von Sanssouci, den Bau der Friedenskirche am Fu\u00df des H\u00fcgels von Sanssouci beginnen. Zur Programmatik \u00e4u\u00dferte er sich dazu im selben Jahr:<\/p>\n<p>\u201eEs scheint mir zu passen, eine Kirche, welche zu einem Pallast-Bezirk geh\u00f6rt, der den Namen Sans-Souci, ohne Sorge, tr\u00e4gt, dem ewigen Friedensf\u00fcrsten zu weihen und so das weltlich Negative ,ohne Sorgen&#8216;, dem geistlich Positiven ,Frieden&#8216; entgegen oder vielmehr gegen\u00fcber zu stellen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Der Bau der Friedenskirche war demzufolge als eine Art \u201eHeilung\u201c von Sanssouci zu verstehen: Begn\u00fcgte sich Friedrich II., der aufgekl\u00e4rte, religi\u00f6s skeptische Erbauer Sanssoucis, mit einem weltlichen \u201eOhne-Sorge-Sein\u201c, so vertraute sein zutiefst religi\u00f6ser Nachfahre auf einen h\u00f6heren g\u00f6ttlichen Frieden. So ist es kein Zufall, dass der Turm der Kirche so platziert wurde, dass sein goldenes Kreuz von der Terrasse des Schlosses Sanssouci zu erkennen war. Und es ist konsequent, dass Friedrich Wilhelm die Friedenskirche auch zu seiner Grabst\u00e4tte bestimmte \u2013 als Gegenpol zu dem Plan Friedrichs II., sich in einem ungeweihten Grab auf der oberen Terrasse von Sanssouci begraben zu lassen.<i><br \/>\n<\/i><\/p>\n<p>Diese symbolische Durchdringung des Bauprojekts in Potsdam steht exemplarisch f\u00fcr das Denken Friedrich Wilhelms IV. Seine Bauten dienten nie nur einer \u00e4sthetischen Versch\u00f6nerung, sondern waren stets komplexe Bedeutungstr\u00e4ger, die das Weltbild und die \u00dcberzeugungen des K\u00f6nigs zum Ausdruck brachten. Aufgrund seiner eigenen k\u00fcnstlerischen Ambitionen war Friedrich Wilhelm in der Lage, seine Bauprojekte bis ins Detail auszuarbeiten &#8211; eine Arbeit, die f\u00fcr ihn zutiefst politisch war. Denn der K\u00f6nig geh\u00f6rte zu denjenigen, die, wie Gerd-H. Zuchold 2010 res\u00fcmierte, glaubten, Architektur k\u00f6nne die Gesellschaft ver\u00e4ndern: \u201eEr wollte eine Begeisterung f\u00fcr den christlichen Glauben [\u2026] in seiner Gegenwart neu beleben, und diese Begeisterung sollte durch die Wiederbelebung der Formensprache der fr\u00fchchristlichen Architektur auch einen neuen architektonischen Ausdruck erhalten.\u201c<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-headline block-no-margin  hyph-disable\" >\n\t<div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"box\">\n\t\t\t\t\t\t<h2 class=\".h3\">Die Schlosskapelle <\/h2>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n\n\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Vor diesem Hintergrund ist es plausibel, den gleichzeitig im April 1845 begonnenen Bau der Berliner Schlosskapelle als Parallele zur Friedenskirche zu verstehen. Auch das Residenzschloss in der Hauptstadt musste dem K\u00f6nig allzu weltlich erscheinen. Ikonographie und Schmuck des Geb\u00e4udes brachten kaum eine Verbindung von Gott, Thron und Kirche zum Ausdruck, sondern feierten in heraldischer und aus der Antike entlehnter Form die Leistungen der Erbauer. Die mittelalterliche Schlosskapelle war unterdessen von Friedrich II. mit einer Zwischendecke l\u00e4ngst profaniert worden, w\u00e4hrend die von Friedrich I. geplante barocke Schlosskapelle von seinem Sohn zugunsten des Wei\u00dfen Saals an gleicher Stelle eingespart worden war. Die Hauptresidenz der K\u00f6nige von Preu\u00dfen stand also im fr\u00fchen 19. Jahrhundert ohne sakralen Raum da.<\/p>\n<p>Nicht zuf\u00e4llig w\u00e4hlte Friedrich Wilhelm schon als Kronprinz die gotisch gew\u00f6lbten Reste der alten Schlosskapelle zu seinem pers\u00f6nlichen Arbeitszimmer, um seine tiefe Verbindung zu den sakralen Traditionen des Ortes zu betonen. Nachdem er 1840 die Regierung angetreten hatte, konnte er aber endlich auch die \u00dcberlegungen umsetzen, das Schloss mit einer Kapelle \u00fcber dem Westportal zu komplettieren. Die Lage war in mehrfacher Hinsicht ideal: Als weithin sichtbare Kuppel konnte sie die Residenz endlich im Berliner Stadtraum hervorheben. Gleichzeitig bildete sie den feierlichen Endpunkt f\u00fcr die zeremoniellen Abl\u00e4ufe im Inneren des Schlosses. Die Paradekammern f\u00fchrten bisher vom Schweizer Saal an der Spreeseite des Schl\u00fcterhofes, \u00fcber den Rittersaal und die Bildergalerie im Lustgartenfl\u00fcgel zum Wei\u00dfen Saal auf der Westseite. Nun konnten sie weiter in den erh\u00f6ht gelegenen feierlichen Kuppelraum der Kapelle gef\u00fchrt werden. Ganz im Sinne des K\u00f6nigs war nun die Kirche der Zielpunkt h\u00f6fischen Handelns und nicht mehr ein profaner Festsaal.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlich symbolischer Weise kann man auch die Gestaltung der Kapelle lesen. Schon die Grundform eines achteckigen \u00fcberkuppelten Zentralbaus lehnt sich an Vorbilder wie die Geburtskirche in Bethlehem an, die der K\u00f6nig besonders sch\u00e4tzte. Sie entstand unter dem r\u00f6mischen Kaiser Konstantin, dem Begr\u00fcnder der Staatskirche, und verk\u00f6rperte f\u00fcr Friedrich Wilhelm in idealer Weise die enge Bindung von Monarch und Christus. Die prachtvolle k\u00fcnstlerische Ausstattung der Berliner Kapelle unterstrich diesen Aspekt: Die tragenden Pfeiler der Kuppel wurden mit 96 Bildnissen von M\u00e4nnern und Frauen bemalt, die zum Aufbau der christlichen Kirche beigetragen hatten \u2013 auf deren Schultern also im \u00fcbertragenen Sinne das Geb\u00e4ude der Kirche ruhte. Die Gruppe begann mit Aposteln, Propheten und M\u00e4rtyrern. Darauf folgten christliche Monarchen des Mittelalters und \u2013 folgerichtig in einer protestantischen Kirche \u2013 Reformatoren des 16. Jahrhunderts. Der Reigen schloss mit einer Gruppe von Mitgliedern des Hauses Hohenzollern: von Kurf\u00fcrst Friedrich II. \u00fcber Joachim II., dem Begr\u00fcnder der Reformation in Brandenburg, bis zum Vater des Erbauers, Friedrich Wilhelm III. Die Kapelle war somit ein Denkmal der christlichen Herrschaft der Dynastie, die ganz selbstverst\u00e4ndlich als Teil der 2000-j\u00e4hrigen Heilsgeschichte dargestellt wurde.<\/p>\n<p>Diese Botschaft richtete sich an die Nutzerinnen und Nutzer der Kapelle, die k\u00f6nigliche Familie und die Hofgesellschaft. Sie sollten so an ihre Verantwortung f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Kirche und des Glaubens erinnert werden.<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-standard-image-copy rev2nd\"> \n\t<div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row middle-sm\">\n\t\t\t<div class=\"col-xs-10 col-sm-6 margin-bottom-sixth\" data-motion-parallax='{\"child\":\".image-wrapper\",\"mask\":\".lazy-media\",\"tween\":{\"yPercent\": [-15,15]}}'>\n\t\t\t\t\n\t<lazy-media-inline inline-template>\n\t\t<figure itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\" class=\"lazy-media-inline \" role=\"group\" id=\"media_69d66ed0decec\" aria-labelledby=\"desc_media_69d66ed0decec\">\n\t\t\t<script type=\"application\/json\" ref=\"data\">\n\t\t\t\t{\n\t\t\t\t\"sizes\" : {\"medium\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-300x272.jpg\",\"width\":300,\"height\":272,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"large\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-1024x930.jpg\",\"width\":1024,\"height\":930,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"thumbnail\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-150x150.jpg\",\"width\":150,\"height\":150,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"medium_large\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-768x697.jpg\",\"width\":768,\"height\":697,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"small\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-440x399.jpg\",\"width\":440,\"height\":399,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"semi\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-580x527.jpg\",\"width\":580,\"height\":527,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"mobile\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-720x654.jpg\",\"width\":720,\"height\":654,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"hd\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-1280x1162.jpg\",\"width\":1280,\"height\":1162,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"full\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-1920x1743.jpg\",\"width\":1920,\"height\":1743,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"1536x1536\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-1536x1394.jpg\",\"width\":1536,\"height\":1394,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"2048x2048\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled-2048x1859.jpg\",\"width\":2048,\"height\":1859,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"original\":{\"file\":\"SHF_eb00042142-scaled.jpg\",\"width\":2560,\"height\":2324}},\n\t\t\t\t\"alt\" : \"Blick von S\\u00fcdwest auf die Eingangst\\u00fcr und den Altar der Schlosskapelle um 1910\",\n\t\t\t\t\"path\" : \"\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/05\\\/\",\n\t\t\t\t\"video\" : null,\n\t\t\t\t\"autoplay\" : null,\n\t\t\t\t\"youtube\" : null,\n\t\t\t\t\"youtubelabel\" : \"Video abspielen\",\n\t\t\t\t\"brightness\" : 100,\n\t\t\t\t\"crop\" : null,\n\t\t\t\t\"background\" : false,\n\t\t\t\t\"scale\" : 1\t\t\t\t}\n\t\t\t<\/script>\n\n\t\t\t<div class=\"height-container\" style=\"padding-bottom:90.78125%;\" v-if=\"sizes\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<lazy-media :inline=\"true\" :alt=\"alt\" :sizes=\"sizes\" :scale=\"scale\" :brightness=\"brightness\" :path=\"path\" :video=\"video\" :autoplay=\"autoplay\" :youtube=\"youtube\" :crop=\"crop\" :youtubelabel=\"youtubelabel\" :background=\"background\" media-id=\"desc_media_69d66ed0decec\"><\/lazy-media>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-container-fluid\">\n\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-row end-xs\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-col\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info\" aria-expanded=\"false\" :aria-expanded=\"isOpen ? 'true' : 'false'\">\n\t\t\t\t\t\t\t<button class=\"lazy-media-info-head button-tiny\" :class=\"{'button-active': isOpen}\" @click=\"toggle\" ref=\"head\"><span class=\"button-label insignificant\">Bildinfo<\/span><\/button>\n\t\t\t\t\t\t\t<figcaption class=\"lazy-media-info-body\" ref=\"body\" id=\"desc_media_69d66ed0decec\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-body-content\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div>Innenansicht Der Schlosskapelle.<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div>Blick von S&uuml;dwest auf die Eingangst&uuml;r und den Altar. Architekten: Friedrich August St&uuml;ler und Albert Dietrich Schadow, 1845-1853, Aufnahme um 1910 <\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"insignificant\">\u00a9 bpk<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-head-border\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t<\/lazy-media-inline>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<div class=\"col-xs-10 col-sm-6 col-md-5 copy margin-bottom-half\"><p>Zu diesem Verst\u00e4ndnis der Kapelle als dynastisches Denkmal passt auch die Inszenierung ihrer Fertigstellung. Obwohl sich die letzten Arbeiten an der Innenausstattung noch bis 1854 hinzogen, setzte der K\u00f6nig alles daran, dass die Kapelle bereits am 18. Januar 1851 erstmals genutzt werden konnte. Dieses Datum markierte das 150. Jubil\u00e4um der Kr\u00f6nung Friedrichs I. zum ersten K\u00f6nig in Preu\u00dfen im Jahr 1701. Mit hohen Kosten wurde die Kapelle provisorisch nutzbar gemacht, damit Friedrich Wilhelm nun nicht mehr auf eine angemessene Kirche f\u00fcr die Feierlichkeiten verzichten musste und das Schloss seiner Vorfahren sowohl baulich als auch programmatisch vollendet pr\u00e4sentieren konnte.<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Auch das bereits im Herbst 1848 weitgehend fertiggestellte \u00c4u\u00dfere der Kapelle war bedeutungsvoll gestaltet \u2013 doch richtete sich die Botschaft weniger an den Hof als an die ganze Gesellschaft. Es entstand ein umfangreiches Bildprogramm, das dem bisher aus antiken G\u00f6ttern, Helden, Musen und Genien bestehenden Skulpturenschmuck des Schlosses nun auch eine christliche Thematik hinzuf\u00fcgte. Auf den Ecken des Kuppelunterbaus wurden Darstellungen alttestamentarischer Propheten platziert, w\u00e4hrend auf den Portalen christliche Tugenden vorgesehen waren \u2013 diese wurden allerdings erst unter Wilhelm I. ausgef\u00fchrt. Den oberen Abschluss der Kuppel bildete die Laterne, die von Engelsgestalten getragen wurde. Mit gefalteten H\u00e4nden, Schriftb\u00e4ndern und Kelch pr\u00e4sentieren sie Symbole des Glaubens. Die Laterne wiederum wurde von einem 4,70 Meter hohen vergoldeten Kreuz bekr\u00f6nt. Die neue H\u00f6hendominante des Schlosses war also nicht durch weltliche Zeichen der Monarchie ausgezeichnet, sondern durch Zeichen des Glaubens und der Herrschaft Gottes. Das betont auch die Inschrift, die am Fu\u00df der Kuppel umlaufend angebracht wurde. Aus mehreren Bibelstellen (Apostelgeschichte IV, 12 und Philipper II, 10) montierte Friedrich Wilhelm IV. selbst den Text:<\/p>\n<p>\u201eEs ist in keinem andern Heil,\u00a0ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn in dem Namen Jesu, zur Ehre\u00a0Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde\u00a0sind.\u201c<\/p>\n<p>So verwundert es nicht, wie stark dieses Kreuz mit der Person des K\u00f6nigs verkn\u00fcpft wurde. Die <em>K\u00f6nigliche priviligirte Berlinische Zeitung von Staats- und Gelehrtensachen<\/em> berichtet am 15. Oktober 1848: \u201eGestern Abend wurde auch die H\u00fclle von dem goldenen Kreuz auf der Schlosskapelle abgenommen, damit dasselbe heut am Geburtstag des K\u00f6nigs von dem neuen Bau herabstrahle\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-headline block-no-margin  hyph-disable\" >\n\t<div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"box\">\n\t\t\t\t\t\t<h2 class=\".h3\">Die politische Dimension <\/h2>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n\n\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Beim Bau der Schlosskapelle ging es \u2013 bei aller unbezweifelten pers\u00f6nlichen Fr\u00f6mmigkeit des K\u00f6nigs \u2013 also keineswegs um den Glauben als eine \u201ePrivatsache\u201c Friedrich Wilhelms, sondern um die christliche Religion als ein Prinzip der gesellschaftlichen Ordnung.<\/p>\n<p>Es ist ein altes Missverst\u00e4ndnis, die Regierungszeit Friedrich Wilhelms IV., des \u201eRomantikers auf dem Thron\u201c, zu entpolitisieren, weil er zeichnete und baute statt Kriege zu f\u00fchren. Eine ganze Reihe von Studien haben seit Langem herausgearbeitet, wie tief die Bauten des K\u00f6nigs mit seinem politischen Handeln als Monarch verbunden waren. Und das trifft auf die Schlosskapelle in ihrer Entstehungszeit vor und nach der Revolution von 1848 in besonderem Ma\u00dfe zu. Die Inschrift betont ganz ausdr\u00fccklich den universellen Herrschaftsanspruch des Christentums. Und dieser war f\u00fcr Friedrich Wilhelm zugleich Grundlage seiner eigenen uneingeschr\u00e4nkten Souver\u00e4nit\u00e4t als Herrscher. Die Hohenzollern sahen nach den Umw\u00e4lzungen der Franz\u00f6sischen Revolution und der Befreiungskriege die Legitimation ihrer Herrschaft massiv in Frage gestellt. Dem stellte Friedrich Wilhelm IV. eine umso fundamentalere Betonung des Gottesgnadentums entgegen: Kirche, Staat und Volk sollten zu einer Einheit zur\u00fcckfinden, die Aufkl\u00e4rung und Revolution zerst\u00f6rt hatten. Jede Infragestellung des Christentums bedeutete f\u00fcr Friedrich Wilhelm daher auch eine konkrete Bedrohung seiner Herrschaft. Der K\u00f6nig macht das ganz deutlich, wenn er schreibt:<\/p>\n<p>&#8222;Die Frechheit der Feinde des Evangelii wird nachgerade zu stark. Es mu\u00df und soll aufs w\u00fcrdigste und allerentschiedenste gegen sie eingeschritten werden [&#8230;], wo immer der Abfall von Gott vorbereitet wird, um bald darauf vom K\u00f6nig abfallen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Friedrich Wilhelm war keineswegs paranoid. Wenn auch die Institution der Monarchie in den 1840er Jahren nur von einer Minderheit der Bev\u00f6lkerung grunds\u00e4tzlich in Frage gestellt wurde, so gab es doch eine mehrheitliche \u00dcberzeugung, dass ihre Legitimation auf das Recht und eine Verfassung begr\u00fcndet sein m\u00fcsse. Die Wurzeln dieses Konflikts reichen bis in die Kindheit des K\u00f6nigs zur\u00fcck. Die Herrschaft Napoleons \u00fcber Preu\u00dfen von 1807 bis 1813 war aus Sicht der B\u00fcrgerschaft nicht durch das Handeln der Hohenzollern beendet worden, sondern durch einen Freiheitskampf des Volkes, dem sich Friedrich Wilhelm III. nur z\u00f6gerlich und sp\u00e4t angeschlossen hatte. Dem B\u00fcrgertum hatten diese Ereignisse die eigene Macht vor Augen gef\u00fchrt. Gleichzeitig trat eine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung \u00fcber die traditionelle Staatsform ein, da der K\u00f6nig diese Rolle des Volkes nicht anerkennen wollte. Zwei 1810 und 1815 gemachte Versprechen, eine Verfassung f\u00fcr Preu\u00dfen zu erlassen, erf\u00fcllte er nicht. Da auch die Bundesakte des Deutschen Bundes von 1815 alle deutschen Staaten verpflichtete, eine Verfassung zu verabschieden, r\u00fcckte die damit v\u00f6llig legitime Verfassungsfrage in den n\u00e4chsten Jahrzehnten ins Zentrum der Auseinandersetzungen zwischen alten Eliten und B\u00fcrgertum.<\/p>\n<p class=\"western\">Friedrich Wilhelm IV. hatte diesbez\u00fcglich eine eindeutigere Haltung als sein Vater. Bei der Er\u00f6ffnung des Ersten Vereinigten Landtages 1847 sagte er:<\/p>\n<p class=\"western\">&#8222;es [soll] keiner Macht der Erde gelingen [\u2026], Mich zu bewegen, das nat\u00fcrliche, gerade bei Uns durch seine innere Wahrheit so m\u00e4chtig machende Verh\u00e4ltni\u00df zwischen F\u00fcrst und Volk in ein conventionelles, constitutionelles zu wandeln, und da\u00df Ich es nun und nimmermehr zugeben werde, da\u00df sich zwischen Unsern Herr Gott im Himmel und dieses Land ein beschriebenes Blatt, gleichsam eine zweite Vorsehung eindr\u00e4nge, um Uns mit seinen Paragraphen zu regieren und durch sie die alte, heilige Treue zu ersetzen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"western\">Diese unmissverst\u00e4ndliche Abwertung des konstitutionellen Prinzips gegen\u00fcber dem Gottesgnadentum als dem \u201eheiligen\u201c Fundament des Staates machte den gleichzeitigen Bau der Kapelle als demonstrative Bekr\u00f6nung des Berliner Residenzschloss zu einer hochpolitischen Geste und Provokation. Dass die Bev\u00f6lkerung die Politik des K\u00f6nigs genauso verstand, zeigt die pr\u00e4zise Zusammenfassung des Schriftstellers Ernst Dronke von 1846:<\/p>\n<p class=\"western\">\u201eDer gegenw\u00e4rtige K\u00f6nig will die reinpers\u00f6nliche Herrschaft (Absolutismus) auf dem Glauben des theologischen Christentums der Vorv\u00e4ter herstellen. [\u2026Dieses] christliche Prinzip hat im gegenw\u00e4rtigen K\u00f6nig seinen h\u00f6chsten, potenzirten Ausdruck erreicht, eine weitere Stufe ist nicht mehr m\u00f6glich; der K\u00f6nig wird das christliche Prinzip vor der Bildung und der Erkenntnis der Massen f\u00fcr immer zu Grabe tragen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-standard-image-copy rev2nd\"> \n\t<div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row middle-sm\">\n\t\t\t<div class=\"col-xs-10 col-sm-6 margin-bottom-sixth\" data-motion-parallax='{\"child\":\".image-wrapper\",\"mask\":\".lazy-media\",\"tween\":{\"yPercent\": [-15,15]}}'>\n\t\t\t\t\n\t<lazy-media-inline inline-template>\n\t\t<figure itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\" class=\"lazy-media-inline \" role=\"group\" id=\"media_69d66ed0e08e6\" aria-labelledby=\"desc_media_69d66ed0e08e6\">\n\t\t\t<script type=\"application\/json\" ref=\"data\">\n\t\t\t\t{\n\t\t\t\t\"sizes\" : {\"medium\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-300x206.jpg\",\"width\":300,\"height\":206,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"large\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-1024x702.jpg\",\"width\":1024,\"height\":702,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"thumbnail\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-150x150.jpg\",\"width\":150,\"height\":150,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"medium_large\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-768x527.jpg\",\"width\":768,\"height\":527,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"small\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-440x302.jpg\",\"width\":440,\"height\":302,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"semi\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-580x398.jpg\",\"width\":580,\"height\":398,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"mobile\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-720x494.jpg\",\"width\":720,\"height\":494,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"hd\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-1280x878.jpg\",\"width\":1280,\"height\":878,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"full\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-1920x1317.jpg\",\"width\":1920,\"height\":1317,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"1536x1536\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-1536x1054.jpg\",\"width\":1536,\"height\":1054,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"2048x2048\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled-2048x1405.jpg\",\"width\":2048,\"height\":1405,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\"},\"original\":{\"file\":\"HF_eb00032773-scaled.jpg\",\"width\":2000,\"height\":1372}},\n\t\t\t\t\"alt\" : \"Zeitgen\\u00f6ssische Darstellung des Angriffs der Kavallerie auf Protestierenden auf dem Schlossplatz am 18. M\\u00e4rz 1848\",\n\t\t\t\t\"path\" : \"\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/05\\\/\",\n\t\t\t\t\"video\" : null,\n\t\t\t\t\"autoplay\" : null,\n\t\t\t\t\"youtube\" : null,\n\t\t\t\t\"youtubelabel\" : \"Video abspielen\",\n\t\t\t\t\"brightness\" : 100,\n\t\t\t\t\"crop\" : null,\n\t\t\t\t\"background\" : false,\n\t\t\t\t\"scale\" : 1\t\t\t\t}\n\t\t\t<\/script>\n\n\t\t\t<div class=\"height-container\" style=\"padding-bottom:68.6%;\" v-if=\"sizes\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<lazy-media :inline=\"true\" :alt=\"alt\" :sizes=\"sizes\" :scale=\"scale\" :brightness=\"brightness\" :path=\"path\" :video=\"video\" :autoplay=\"autoplay\" :youtube=\"youtube\" :crop=\"crop\" :youtubelabel=\"youtubelabel\" :background=\"background\" media-id=\"desc_media_69d66ed0e08e6\"><\/lazy-media>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-container-fluid\">\n\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-row end-xs\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-col\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info\" aria-expanded=\"false\" :aria-expanded=\"isOpen ? 'true' : 'false'\">\n\t\t\t\t\t\t\t<button class=\"lazy-media-info-head button-tiny\" :class=\"{'button-active': isOpen}\" @click=\"toggle\" ref=\"head\"><span class=\"button-label insignificant\">Bildinfo<\/span><\/button>\n\t\t\t\t\t\t\t<figcaption class=\"lazy-media-info-body\" ref=\"body\" id=\"desc_media_69d66ed0e08e6\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-body-content\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div>Angriff der Kavallerie auf dem Schlossplatz am 18. M&auml;rz 1848. Handzeichnung, Wasserfarbe, 1848, anonym. <\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"insignificant\">\u00a9 Landesarchiv Berlin\/Ansichtensammlung<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"lazy-media-info-head-border\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t<\/lazy-media-inline>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<div class=\"col-xs-10 col-sm-6 col-md-5 copy margin-bottom-half\"><p>Dieses Gef\u00fchl, etwas v\u00f6llig \u00dcberholtes, Altes und Unrechtes absch\u00fctteln zu m\u00fcssen, war sehr stark \u2013 und brach sich schlie\u00dflich in der Revolution 1848 Bahn. Eine eindr\u00fcckliche zeitgen\u00f6ssische Darstellung h\u00e4lt die Situation fest: W\u00e4hrend vor dem Schloss die Truppen des K\u00f6nigs in langen Reihen auf die protestierenden B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen zumarschieren, erhebt sich \u00fcber der Szene das gewaltige Ger\u00fcst der neuen Schlosskapelle, deren Umrisse bereits schemenhaft zu erkennen sind \u2013 auch Preu\u00dfens Zukunft war zu diesem Zeitpunkt eine Baustelle. W\u00fcrde die alte Welt der Herrscher von Gottes Gnaden wiedererstehen, oder war noch ein Umbau zu einer demokratisch legitimierten, konstitutionellen Monarchie m\u00f6glich?<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Das Ende ist bekannt \u2013 ein 1848\/49 zum Greifen nahes, demokratisch verfasstes Deutschland scheiterte nicht zuletzt an der Weigerung Friedrich Wilhelms IV., die vom Frankfurter Parlament legitimierte Kaiserkrone anzunehmen. W\u00e4hrend in der Paulskirche \u00fcber die deutsche Verfassung debattiert wurde, lie\u00df der K\u00f6nig im Oktober 1848 demonstrativ das Kreuz auf der fertiggestellten Kapelle enth\u00fcllen. Doch trotz dieser auftrumpfenden Geste blieb auch f\u00fcr den K\u00f6nig zwischen Anspruch und Wirklichkeit ein weiter Abstand. Z\u00e4hneknirschend musste er am 5. Dezember 1848 eine preu\u00dfische Verfassung erlassen. Sie war zwar keineswegs demokratisch legitimiert und gab dem K\u00f6nig weitgehende Rechte. Doch andererseits schrieb sie erstmals Grundrechte fest und gab dem Landtag wichtige Kompetenzen in der Budgetplanung.<\/p>\n<p>Und so scheiterte an dieser neuen Verfassung das andere gro\u00dfe Bauprojekt Friedrich Wilhelms IV. am Berliner Lustgarten: der schon im Bau befindliche neue Dom, eine gewaltige Basilika mit integrierter Grablege der Hohenzollern, wurde nie fertiggestellt. Das Parlament bewilligte keine Mittel mehr f\u00fcr ein weiteres Symbol des Gottesgnadentums. Frustriert zog sich Friedrich Wilhelm zunehmend aus dem Berliner Schloss zur\u00fcck und wohnte fortan abwechselnd in Sanssouci und Schloss Charlottenburg. In der Bauruine des Domes wuchs derweil f\u00fcr vierzig Jahre, bis 1893, \u201edas theureste Gras\u201c der Hauptstadt, wie die Berliner spotteten.<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>\n\n\n<section class=\"block block-accordion\">\n\t<div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n\t\t\t\t<div class=\"box\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<block-accordion inline-template>\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"accordion\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<block-accordion-item inline-template item-headline=\"Quellen und Literatur\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div ref=\"item\" data-id=\"QuellenundLiteratur\" class=\"block-accordion-item vue-initialize\" aria-expanded=\"false\" :aria-expanded=\"active ? 'true' : 'false'\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<button class=\"accordion-button-with-icon block-accordion-item-head\" :class=\"{'button-active': active}\" ref=\"head\" aria-controls=\"acc_69d66ed0e6f59\" id=\"acc_title_69d66ed0e6f5b\" @click=\"toggle\" @keydown=\"key\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div><span class=\"button-label\">Quellen und Literatur<\/span><\/div><span class=\"button-icon icon-plus\" aria-hidden=\"true\"><\/span>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/button>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div ref=\"body\" class=\"block-accordion-item-content\" id=\"acc_69d66ed0e6f59\" role=\"region\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"wrapper copy\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>K\u00f6niglich privilegirte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen, Jahrg\u00e4nge 1848 und 1851.<\/p>\n<p>Zeichnungen K\u00f6nig Friedrich Wilhelms IV. von Preu\u00dfen, Stiftung Preu\u00dfische Schl\u00f6sser und G\u00e4rten Berlin-Brandenburg, Potsdam 01.04.2011, <a href=\"https:\/\/bestandskataloge.spsg.de\/FWIV\/90775Z5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bestandskataloge SPSG<\/a>.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Ernst Dronke<\/strong>: Berlin (Erstausgabe Frankfurt am Main 1846), kommentierte Neuauflage, Berlin 2019.<\/p>\n<p><strong>Bruno Flierl:<\/strong> Vom M\u00fcnzturm zum Fernsehturm. H\u00f6hendominanten in der Stadtplanung von Berlin, in: Karl-Heinz Klingenburg (Hg.): Studien zur Berliner Kunstgeschichte, Berlin 1986, S. 11-51.<\/p>\n<p><strong>Albert Geyer:<\/strong> Geschichte des Schlosses zu Berlin, Band 2: Vom K\u00f6nigsschloss zum Schloss des Kaisers (1698-1918), Berlin 1992.<\/p>\n<p><strong>Karl-Heinz Klingenburg:<\/strong> Der Berliner Dom. Bauten, Ideen und Projekte, Berlin 1987.<\/p>\n<p><strong>J\u00fcrgen Kr\u00fcger:<\/strong> Rom und Jerusalem. Kirchenbauvorstellungen der Hohenzollern im 19. Jahrhundert, Berlin 1995.<\/p>\n<p><strong>Gerd-H. Zuchold:<\/strong> Friedrich Wilhelm IV. und das byzantinische Gott-K\u00f6nigtum. Seine Kirchenentw\u00fcrfe als Modell einer &#8222;Kirche der Zukunft&#8220; in Preu\u00dfen, in: zeitenblicke 9, Nr. 3 [23.12.2010], <a href=\"http:\/\/www.zeitenblicke.de\/2010\/3\/Zuchold\/dippArticle.pdf\">www.zeitenblicke.de<\/a><\/p>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"col-xs-9 col-md-9\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"box\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/block-accordion-item>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/block-accordion>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieso erhebt sich \u00fcber der Kuppel eines barocken Hohenzollern-Schlosses eigentlich ein christliches Symbol? 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