{"id":142419,"date":"2025-01-23T14:05:38","date_gmt":"2025-01-23T13:05:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/?post_type=magazine-article&#038;p=142419"},"modified":"2025-01-23T16:06:42","modified_gmt":"2025-01-23T15:06:42","slug":"ein-stab-aus-suriname","status":"publish","type":"magazine-article","link":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/magazin\/artikel\/ein-stab-aus-suriname\/","title":{"rendered":"Ein Stab aus Suriname"},"content":{"rendered":"<section class=\"block block-html\">\n\t<aside class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-2 like-interactions\" aria-hidden=\"true\">\n\t\t\t\t<like :textbelow=\"true\"  nonce=\"e96d8e1de4\" postid= \"142419\" post-title=\"Ein Stab aus Suriname\" count=\"2\"><\/like>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-8\">\n\t\t\t\t<div class=\"copy\"><p itemprop=\"abstract\" class=\"intro\">Ein Stab aus Suriname in S\u00fcdamerika ist eines der zentralen Exponate in der Sonderausstellung \u201eKunst als Beute. 10 Geschichten\u201c. Auf einer Karteikarte ist vermerkt, dass er einem ahnungslosen surinamischen Dorfbewohner gestohlen wurde, als er einen Laden in der Missionsstation Wanhatti betrat. Mehr als 100 Jahre sp\u00e4ter n\u00e4hert sich Onias Landveld, ein niederl\u00e4ndischer multidisziplin\u00e4rer K\u00fcnstler mit surinamischen Wurzeln, dem Stab in einer Videoarbeit f\u00fcr die Ausstellung. In diesem Interview erz\u00e4hlt er, was die Zusammenarbeit f\u00fcr ihn bedeutet.<\/p><\/copy><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/aside>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><h5>In der Videoarbeit halten Sie zum ersten Mal den kunstvoll verzierten Stab Ihrer Vorfahren in den H\u00e4nden. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit der Kuratorin Andrea Scholz, dem Mauritshuis und dem Ausstellungsteam?<\/h5>\n<p>Die Gastkurator*innen und Creative Directors Kel O\u2018Neill und Eline Jongsma sprachen mich auf den Stab an. Ich hatte an einem Projekt teilgenommen, an dem auch sie beteiligt waren, und so lernten wir uns kennen. Sie wollten eine Geschichte rund um den Stab entwickeln, und so kam es zu unserer Zusammenarbeit.<\/p>\n<h5>K\u00f6nnen Sie uns etwas zur Bedeutung des Stabes und der kunstvollen Schnitzereien erz\u00e4hlen?<\/h5>\n<p>Die Bedeutung des Stabes ist nicht ganz gekl\u00e4rt, aber klar ist, dass er eine Kultur repr\u00e4sentiert, die im Laufe der Zeit durch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse untergegangen ist. Die Art und Weise, wie der Stab ohne eigenes Verschulden in den Besitz des Ethnologischen Museums gelangte, zeigt, welche Vorstellung die Menschen \u00fcber meine Kultur und meine Vorfahren hatten. Sie wurden als Menschen betrachtet, die gerettet werden mussten und nicht in der Lage waren, selbst zu entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen sollte. Man \u00fcbersah ihre handwerklichen F\u00e4higkeiten, ihre Intelligenz und ihren Platz in der Welt. Der K\u00fcnstler des Stabes hat vermutlich versucht, die Bedeutung der Frauen in unserer Gesellschaft darzustellen und ihnen zu huldigen. Klar ist, dass es sich um eine Maroon-Frau unserer Gemeinschaft handelt, und zwar aufgrund der K\u00f6rpermerkmale. In der Vergangenheit trugen viele Frauen diese Zeichen, da sie als Zeichen der Sch\u00f6nheit angesehen wurden. Wir nennen sie \u201ekoti, koti\u201c, was soviel wie \u201eEinschnitte\u201c bedeutet.<\/p>\n<h5>Ihr Onkel ist Chief in der Region Wanhatti. Welche Bedeutung hat der Stab f\u00fcr Sie, f\u00fcr Ihre Familie und Ihre Vorfahren?<\/h5>\n<p>Einfach ausgedr\u00fcckt ist es eine M\u00f6glichkeit, eine Verbindung zur Vergangenheit herzustellen. Es ist ein Beweis f\u00fcr eine Zeit, von der nicht viele Menschen wissen, geschweige denn sich erinnern. Es ist ein Beweis daf\u00fcr, dass wir nicht immer in diesem Zustand waren, religi\u00f6s, politisch, sozial usw. Es gibt hier eine Spur, die in eine andere Zeit f\u00fchrt, und sie stimmt nicht mit den Geschichten \u00fcberein, die uns erz\u00e4hlt wurden. Sie gibt Hoffnung, dass wir eines Tages fundierte Entscheidungen \u00fcber unsere Identit\u00e4t und dar\u00fcber, wer wir sein wollen, treffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5>Hat die Recherche und Zusammenarbeit an dem Video Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den Menschen in Suriname und dem Ethnologischen Museum in Berlin? Wie geht es jetzt weiter?<\/h5>\n<p>Das glaube ich nicht, denn nur wenigen Menschen ist der Stab bekannt, auch wenn die Informationen dar\u00fcber nicht verborgen geblieben sind. Ich denke, dass eine erneute Einf\u00fchrung dieses Artefakts und seiner Thematik passieren muss, um dann voran zu kommen.<\/p>\n<h5>Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr die Zukunft?<\/h5>\n<p>Einfach gesagt, Zusammenarbeit und R\u00fcckgabe. Mein Traum ist es, ein zentrales Zentrum einzurichten, in dem gepl\u00fcnderte, gestohlene und verschleppte Artefakte der Maroons gesammelt und an die entsprechenden Menschen und Orte ihrer Herkunft zur\u00fcckgegeben werden k\u00f6nnen. An einem solchen Ort k\u00f6nnten wir zusammenkommen um voneinander zu lernen, zu studieren und aus der Geschichte zu lernen. Dazu geh\u00f6ren auch Forscher*innen, Museen, rechtm\u00e4\u00dfige Eigent\u00fcmer, die Diaspora usw. Es geht mir nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen und sie zu beschuldigen, sondern ich hoffe, dass die beteiligten Stellen in den entsprechenden F\u00e4llen ihre Verantwortung \u00fcbernehmen und dazu beitragen, einen Weg f\u00fcr die Zukunft zu finden. Die Vergangenheit kann nicht ge\u00e4ndert werden, wir sind nicht unsere Vorfahren, aber wir sind ihre Nachkommen und das bietet Chancen, weil wir jetzt eine andere Perspektive haben.<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-CTA block-CTA-long leftgradient\">\n\t<div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row center-xs\">\n\t\t\t<div class=\"col-xs-12\">\n\t\t\t\t<div class=\"box\">\n\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/programm\/laufzeitangebot\/ausstellung\/kunst-als-beute-10-geschichten-109390\/\" aria-label=\"Kunst als Beute\" class=\"teaser teaser-cta-wide \">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"teaser-image\">\n\t\t\t\t\t\t\t\n\t<lazy-media-inline inline-template>\n\t\t<figure itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\" class=\"lazy-media-inline \" role=\"group\" id=\"media_69ef473e29cd7\" aria-labelledby=\"desc_media_69ef473e29cd7\">\n\t\t\t<script type=\"application\/json\" ref=\"data\">\n\t\t\t\t{\n\t\t\t\t\"sizes\" : {\"medium\":{\"file\":\"CF022651-300x225.jpg\",\"width\":300,\"height\":225,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\",\"filesize\":10939},\"thumbnail\":{\"file\":\"CF022651-150x150.jpg\",\"width\":150,\"height\":150,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\",\"filesize\":5143},\"medium_large\":{\"file\":\"CF022651-768x576.jpg\",\"width\":768,\"height\":576,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\",\"filesize\":43594},\"small\":{\"file\":\"CF022651-440x330.jpg\",\"width\":440,\"height\":330,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\",\"filesize\":19232},\"semi\":{\"file\":\"CF022651-580x435.jpg\",\"width\":580,\"height\":435,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\",\"filesize\":29009},\"mobile\":{\"file\":\"CF022651-720x540.jpg\",\"width\":720,\"height\":540,\"mime-type\":\"image\\\/jpeg\",\"filesize\":40205},\"original\":{\"file\":\"CF022651.jpg\",\"width\":1000,\"height\":750}},\n\t\t\t\t\"alt\" : \"Moderner Ausstellungsraum mit lila W\\u00e4nden, Vitrinen und Besuchern in VR-Headsets.\",\n\t\t\t\t\"path\" : \"\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2024\\\/03\\\/\",\n\t\t\t\t\"video\" : null,\n\t\t\t\t\"autoplay\" : null,\n\t\t\t\t\"youtube\" : null,\n\t\t\t\t\"youtubelabel\" : \"Video abspielen\",\n\t\t\t\t\"brightness\" : \"100\",\n\t\t\t\t\"crop\" : {\"top\":\"50.00\",\"left\":\"50.00\"},\n\t\t\t\t\"background\" : true,\n\t\t\t\t\"scale\" : 2\t\t\t\t}\n\t\t\t<\/script>\n\n\t\t\t<div class=\"height-container\" style=\"padding-bottom:75%;\" v-if=\"sizes\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<lazy-media :inline=\"true\" :alt=\"alt\" :sizes=\"sizes\" :scale=\"scale\" :brightness=\"brightness\" :path=\"path\" :video=\"video\" :autoplay=\"autoplay\" :youtube=\"youtube\" :crop=\"crop\" :youtubelabel=\"youtubelabel\" :background=\"background\" media-id=\"desc_media_69ef473e29cd7\"><\/lazy-media>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t\t\t\t\t<figcaption class=\"sr-only\" ref=\"body\" id=\"desc_media_69ef473e29cd7\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div>Blick in die Ausstellung &quot;Kunst als Beute. 10 Geschichten&quot;<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"insignificant\">\u00a9 Mauritshuis Den Haag, Mus\u00e9e des beaux-arts de Rennes, Stadtmuseum Berlin, Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Alexander Schippel <\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t<\/lazy-media-inline>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"teaser-content \">\n\t\t\t\t\t\t\t<div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"teaser-overline subline\">Ausstellung<\/div>\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"teaser-header\"><span class=\"h3\">Kunst als Beute<\/span><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<button tabindex=\"-1\" class=\"border\">Zur Ausstellung<\/button>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"featured_media":123443,"template":"","magazine-topic":[],"magazine-format":[760],"magazine-author":[1908],"class_list":["post-142419","magazine-article","type-magazine-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","magazine-format-gespraech","magazine-author-onias-landveld"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article\/142419","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/magazine-article"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article\/142419\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":142688,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article\/142419\/revisions\/142688"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/123443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=142419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"magazine-topic","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-topic?post=142419"},{"taxonomy":"magazine-format","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-format?post=142419"},{"taxonomy":"magazine-author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-author?post=142419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}