{"id":4328,"date":"2020-05-25T13:39:00","date_gmt":"2020-05-25T11:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/?post_type=magazine-article&#038;p=4328"},"modified":"2021-05-25T15:20:39","modified_gmt":"2021-05-25T13:20:39","slug":"pressestimmen-2017","status":"publish","type":"magazine-article","link":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/magazin\/artikel\/pressestimmen-2017\/","title":{"rendered":"Pressestimmen 2017"},"content":{"rendered":"<section class=\"block block-html\">\n\t<aside class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-2 like-interactions\" aria-hidden=\"true\">\n\t\t\t\t<like :textbelow=\"true\"  nonce=\"ef4ce4a90d\" postid= \"4328\" post-title=\"Pressestimmen 2017\" count=\"1\"><\/like>\n\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<div class=\"col-xs-12 col-md-8\">\n\t\t\t\t<div class=\"copy\"><p itemprop=\"abstract\" class=\"intro\">Die Ank\u00fcndigung der Rekonstruktion von Kuppel und Kreuz im Mai 2017 l\u00f6ste eine Debatte in der Presse aus. Wir haben einige der Stimmen zusammengestellt.<\/p><\/copy><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/aside>\n<\/section>\n\n<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><h4>Sigrid Hupach<\/h4>\n<h6>Kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag,\u00a0 Die Welt, 19. Mai 2017<\/h6>\n<p>\u201eAber wie soll ein solcher offene Dialog der Kulturen gelingen, wenn oben auf der Kuppel ein Kreuz schon die Richtung vorgibt? Eine solche Hierarchisierung der Kulturen und Religionen halte ich f\u00fcr absurd. Es ist hoch problematisch, wenn private Spender mit eigener Agenda dank gro\u00dfz\u00fcgiger Zahlungen Einfluss auf die Gestaltung des Schlosses nehmen. Es braucht jetzt eine \u00f6ffentliche Debatte \u00fcber die Frage nach dem Kreuz, um die Idee noch zu verhindern. Der Kulturausschuss des Bundestages sollte sich dazu positionieren.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Thomas Assheuer<\/h4>\n<h6>DIE ZEIT, 21. Mai 2017<\/h6>\n<p>\u201eBei der, Pardon, Biologisierung der Weltgeschichte hat ein religi\u00f6ses Zeichen nichts verloren, schlie\u00dflich waren die monotheistischen Religionen urspr\u00fcnglich Protestbewegungen: Sie lehnten die heidnische Anbetung des Nat\u00fcrlichen ab, sie hatten genug von kosmischen Kulten, blutr\u00fcnstigen G\u00f6ttern und falschem Zauber. Exodus statt Unterwerfung. Geist statt Sakralisierung der Natur.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Gunnar Schupelius<\/h4>\n<h6>B.Z., 19. Mai 2017<\/h6>\n<p>\u201eDa soll unter dem Namen Humboldt-Forum ein sehr spezielles Museum eingerichtet werden, das mit der preu\u00dfischen Geschichte \u00fcberhaupt nichts zu tun hat. Man baut ein Schloss auf und verleugnet es. Und dann kommt auch noch diese Stiftung (Anm. Stiftung Zukunft Berlin) daher und bek\u00e4mpft das Kreuz auf dem Schloss als Ausdruck \u201echristlicher Leitkultur\u201c. Das verstehe ich nicht. Wir sind ein Land mit einer gro\u00dfen christlichen Vergangenheit. Nichts hat unsere Kultur mehr gepr\u00e4gt als das Christentum.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Sonja Zekri<\/h4>\n<h6>S\u00fcddeutsche Zeitung, 22. Mai 2017<\/h6>\n<p>\u201eDas Humboldt-Forum verharrt in einer bizarren Spannung zwischen \u00e4u\u00dferem Preu\u00dfenkitsch \u2013 bald wohl sogar mit Kuppel und Kreuz \u2013 und innerer Unsch\u00e4rfe trotz Einbeziehung au\u00dfereurop\u00e4ischer Sammlungen. Gestartet als st\u00e4dtebaulich angeblich zwingender L\u00fcckenschluss im neuen Berlin, durch die Dahlemer Sammlungen notd\u00fcrftig mit Relevanz versehen, bleibt es den brennenden Fragen des Einwanderungslandes Deutschland gegen\u00fcber erstaunlich indifferent.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Mark Siemons<\/h4>\n<h6>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 28. Mai 2017<\/h6>\n<p>\u201eK\u00f6nnte es also sein, dass die symbolische Ausstaffierung der Hauptstadt heute als Kompensation f\u00fcr die verlorenen Freiheiten und Bedeutungen fungiert, als anregende Erinnerung daran, dass es fr\u00fcher einmal um etwas ging, ohne davon allzu sehr bel\u00e4stigt zu werden? Das Codewort f\u00fcr diese Erinnerung hie\u00dfe dann \u201aKultur\u2018.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Harald Martenstein<\/h4>\n<h6>Der Tagesspiegel, 11. Juni 2017<\/h6>\n<p>\u201eEntscheidend ist, welche Botschaft von der heutigen Anti-Kreuz-Kampagne ausgeht, auch f\u00fcr Nichtchristen wie mich. Die Botschaft hei\u00dft: Vergesst, wer ihr seid, vergesst eure Geschichte, verwandelt euch in unbeschriebene Bl\u00e4tter, in den globalen Menschen ohne Eigenheiten, in austauschbare Arbeitsbienen. Habt Respekt f\u00fcr alle anderen. Euch selbst und eure Traditionen vergesst besser. So entsteht kein multikulturelles Paradies, so entsteht Wut und Hass bei denen, die nicht die Option haben, morgen einen Job in Katar oder in Miami anzunehmen. Wie soll einer gelassenen Respekt f\u00fcr andere aufbringen, wenn er das Gef\u00fchl hat, das Eigene aufgeben zu m\u00fcssen?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Andreas Kilb<\/h4>\n<h6>FAZ, 23. Mai 2017<\/h6>\n<p>\u201eEin Kuppelkreuz auf dem Humboldtforum w\u00e4re deshalb nicht nur eine Irref\u00fchrung der Besucher. Es w\u00e4re ein historisches Zeichen, das an Deutlichkeit nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00dfe. Nicht &#8222;unser&#8220; Christentum w\u00fcrde darin sichtbar, wie\u00a0Monika Gr\u00fctters\u00a0meint, sondern der Anschluss an die Tradition der preu\u00dfischen Staatskirche mit ihrer engen Verbindung von Kanzel und Bajonett. [\u2026] Ein Wegfall des Kreuzes w\u00fcrde dieses &#8222;religi\u00f6s politisieren&#8220;, teilen die drei\u00a0Humboldt-Intendanten\u00a0salomonisch mit. Nein, es ist umgekehrt: Wer das Kreuz errichtet, macht Politik. Geschichtspolitik, Symbolpolitik, Museumspolitik.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Kia Vahland<\/h4>\n<h6>S\u00fcddeutsche Zeitung, 7. Juni 2017<\/h6>\n<p>\u201eDies w\u00e4re das falsche Symbol zur falschen Zeit. Mehr noch als das ganze Schloss verweist dieses Kreuz auf dieser Kuppel auf den preu\u00dfischen Obrigkeitsstaat. Der Aufbau entstand erst, nachdem der preu\u00dfische K\u00f6nig die freiheitliche Revolution von 1848 niedergeschlagen hatte und Hunderte Aufst\u00e4ndische im Berliner Barrikadenkampf gestorben sind. Die kreuzbewehrte Kuppel signalisiert den Triumph des Gottesgnadentums \u00fcber demokratische Str\u00f6mungen, \u00fcber Versammlungs-, Rede- und Pressefreiheit. Sie steht nicht f\u00fcr das Christentum allgemein, sondern f\u00fcr eine ungute Vermengung von Religion und Politik, die anderslautende Ansichten unterdr\u00fcckt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Klaus Lederer<\/h4>\n<h6>Im Interview mit Katja Bauer, Stuttgarter Zeitung, 14. August 2017<\/h6>\n<p>\u201e[\u2026] Ich bleibe dabei, dass das Kreuz auf einem Profanbau nichts zu suchen hat, auch wenn es mal eines auf dem Schloss gab. Fr\u00fcher sa\u00df da mal ein Kaiser drin, der ist da jetzt auch nicht mehr. [\u2026] Man kann sich nicht hinstellen und sagen, es waren ja nur ein paar Jahre, in denen Deutschland Kolonien besessen hat. Wenn wir wollen, dass es kein V\u00f6lkerkundemuseum alter Schule wird, dann brauchen wir Formen, die den in der Schlosskopie als H\u00fclle angelegten Widerspruch nicht zum Desaster gereichen lassen, sondern produktiv machen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ank\u00fcndigung der Rekonstruktion von Kuppel und Kreuz im Mai 2017 l\u00f6ste eine Debatte in der Presse aus. 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