{"id":5203,"date":"2020-05-18T13:39:00","date_gmt":"2020-05-18T11:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/?post_type=magazine-article&#038;p=5203"},"modified":"2020-06-10T11:51:01","modified_gmt":"2020-06-10T09:51:01","slug":"architektonische-dynamik-und-neuinterpretation","status":"publish","type":"magazine-article","link":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/magazin\/artikel\/architektonische-dynamik-und-neuinterpretation\/","title":{"rendered":"Architektonische Dynamik und Neuinterpretation"},"content":{"rendered":"<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Mit seinen drei pr\u00e4chtigen Barockfassaden und herrschaftlichen Portalen f\u00fcgt sich das Humboldt Forum st\u00e4dtebaulich harmonisch in sein Umfeld ein \u2013 so, als h\u00e4tte es seit jeher in der historischen Mitte Berlins gestanden. Dieses \u201eBerliner Schloss\u201c ist jedoch ein radikaler Neubau voller architektonischer Spannungslinien, Verweise auf die wechselhafte Geschichte des Ortes und moderne Neuinterpretationen durch den italienischen Architekten Franco Stella.<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr den internationalen Wettbewerb, bei dem Franco Stella 2008 einstimmig den ersten Platz erhielt &#8211; ein zweiter Platz wurde nicht vergeben &#8211;\u00a0 war der Beschluss des Deutschen Bundestages f\u00fcr den Wiederaufbau 2002. Eine gro\u00dfe fraktions\u00fcbergreifende Mehrheit folgte der Empfehlung der internationalen Expertenkommission \u201eHistorische Mitte Berlin\u201c f\u00fcr ein Museums-, Wissens- und Begegnungszentrum in der Kubatur und mit den barocken Fassaden des Berliner Schlosses.<\/p>\n<p>Der Prozess bis zur Grundsteinlegung 2013 war begleitet durch eine breite gesellschaftliche Debatte, die bis heute anh\u00e4lt. Die Rekonstruktion der barocken Fassaden von Andreas Schl\u00fcter \u2013 in Auftrag gegeben von Kurf\u00fcrst Friedrich III. und getragen von dem Willen, als K\u00f6nig Friedrich I. seiner Herrschaft einen baulichen Ausdruck zu geben \u2013 bedeutet f\u00fcr die einen auch die Wiederherstellung eines historischen Stadtraums. Denn die Fassaden stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit den Bauwerken auf der Museumsinsel und Unter den Linden. F\u00fcr die anderen ist diese R\u00fcckw\u00e4rtsgewandtheit jedoch schwer nachvollziehbar. Hinzu kommt die Auseinandersetzung um den Abriss des Palastes der Republik sowie seine kulturelle Nachnutzung. An diesem Ort wurde zum wiederholten Mal Geschichte geschrieben, hier wurde der Prozess der Wiedervereinigung ausgetragen.<\/p>\n<p>Ausgehend von der komplexen und nicht widerspruchsfreien Entstehungsgeschichte, b\u00fcndeln wir in diesem Dossier Beitr\u00e4ge zu den faszinierenden Gegens\u00e4tzen und Verbindungen in der Architektur. Mit der Passage quer durch das Geb\u00e4ude und dem Schl\u00fcterhof erschlie\u00dft Franco Stella neue \u00f6ffentliche Stadtr\u00e4ume. Ostfassade, Schl\u00fcterhof, Spreeterrassen und Foyer \u2013 modern interpretiert \u2013 bergen enormes Potenzial und Raum f\u00fcr Begegnungen, Austausch und zeitgem\u00e4\u00dfe Veranstaltungen. Horst Bredekamp, einer der Gr\u00fcndungsintendanten des Humboldt Forums, erl\u00e4utert das Zusammenspiel von Gegenpolen und schl\u00e4gt den Bogen von Franco Stellas \u201erazionalismo\u201c zu einem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr eine gelungene architektonische Einbettung des Berliner Schlosses in die Geschichtlichkeit der Architekturordnungen. Mit dem Beitrag von Bertold Just w\u00fcrdigen wir die k\u00fcnstlerische und handwerkliche Meisterleistung bei der Rekonstruktion der barocken Fassaden. Das traditionelle Handwerk steht im Kontrast zu moderner Technik und nachhaltiger Energieversorgung, die das Geb\u00e4ude auszeichnen. Und nicht zuletzt findet sich hinter den barocken Fassaden moderne Kunst, die zur Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe anregt und Verbindungen schafft \u2013 insbesondere zu dem Umgang mit den ethnologischen Sammlungen der Dauerausstellungen.<\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"featured_media":7969,"template":"","magazine-topic":[143],"magazine-format":[220],"magazine-author":[],"class_list":["post-5203","magazine-article","type-magazine-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","magazine-topic-architektur","magazine-format-editorial"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article\/5203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/magazine-article"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article\/5203\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7969"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5203"}],"wp:term":[{"taxonomy":"magazine-topic","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-topic?post=5203"},{"taxonomy":"magazine-format","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-format?post=5203"},{"taxonomy":"magazine-author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-author?post=5203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}