{"id":59640,"date":"2022-11-02T14:25:01","date_gmt":"2022-11-02T13:25:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/?post_type=magazine-article&#038;p=59640"},"modified":"2022-11-23T18:21:18","modified_gmt":"2022-11-23T17:21:18","slug":"einleitung-und-call-for-contributions","status":"publish","type":"magazine-article","link":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/magazin\/artikel\/einleitung-und-call-for-contributions\/","title":{"rendered":"Vorwort \u2013 Instrumentalisierung von Kritik"},"content":{"rendered":"<section class=\"block block-copy\" >\n    <div class=\"container-fluid\">\n\t\t<div class=\"row \">\n            <div class=\"col-xs-12 col-md-offset-2 col-md-8\">\n                <div class=\"box\">\n                    <div class=\"copy\"><p>Die Ver\u00f6ffentlichung des Call for Contributions zum Thema \u201eInstrumentalisierung von Kritik\u201c war und ist f\u00fcr uns als Redaktionsgruppe in mehrfacher Hinsicht ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Schon einem Redaktionsteam, das sich aus dem Humboldt Forum und seinen vier Akteuren heraus mit Kolonialit\u00e4t befasst, haftet etwas Problematisches an. Auch bei der Formulierung des Aufrufs haben wir um jedes Wort gerungen, im vollen Bewusstsein, dass wir uns auf d\u00fcnnem Eis bewegen.<\/p>\n<p>Welchen Stellenwert hat postkoloniale Kritik innerhalb des Humboldt Forums und welchen sollte sie haben?<\/p>\n<p>Welche Reibungskr\u00e4fte erzeugen die der Institution eingeschriebenen Widerspr\u00fcche?<\/p>\n<p>Wird der postkoloniale Diskurs hier im Humboldt Forum als Teil seines Kultur-Programms zu einer Ware und zum Bestandteil einer Marke?<\/p>\n<p>Die Fragen, die wir uns, unseren Kolleg*innen der verschiedenen am Humboldt Forum beteiligten Institutionen und der kritischen \u00d6ffentlichkeit gestellt haben, ber\u00fchren unserer Meinung nach ein nicht leicht zu fassendes und ebenso brisantes wie bedeutendes Thema. Das Sprechen \u00fcber Dekolonisierung, koloniale Schuld und Restitution ist zum kulturpolitischen Mainstream geworden, etablierte Kulturinstitutionen werben um aktivistische Gruppen und \u00fcberbieten sich darin, \u00f6ffentlich ihre Bereitschaft zu Ver\u00e4nderungen zu beteuern. Doch welche tats\u00e4chlichen Transformationen werden dadurch angesto\u00dfen? K\u00f6nnen sich die Museen und Kulturinstitutionen der (vormaligen) Metropolen zu Orten ver\u00e4ndern, an denen koloniale und patriarchale Denkweisen und Diskriminierungen keinen Platz mehr haben? Ver\u00e4ndern sie sich vielleicht unter unseren Augen zu Orten, aus denen selbst Impulse f\u00fcr Ver\u00e4nderungen hervorgehen?<\/p>\n<p>Naheliegend sind der Zweifel und die Annahme, dass es sich bei dem allseits diskutierten Wandel lediglich um die altbekannte Strategie handelt: Kritik zu verharmlosen, indem man sie sich aneignet, sie in eine Ware verwandelt und sich in einen Wettstreit begibt, der \u00fcberdies erschreckend marktf\u00f6rmig verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Unseren Call richteten wir an Menschen innerhalb und au\u00dferhalb des Humboldt Forums. Wir hofften auf kritische, kreative und konstruktive Beitr\u00e4ge, wussten jedoch nicht, ob wir damit rechnen konnten.<\/p>\n<p>Unsere Hoffnung hat sich erf\u00fcllt. Wir danken an dieser Stelle allen, die sich die Zeit genommen haben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und uns Beitr\u00e4ge zu schicken. Wir hoffen, dass die sechs sehr unterschiedlichen und ebenso komplement\u00e4ren Positionen, die wir zur Ver\u00f6ffentlichung ausgew\u00e4hlt haben, Reibungskr\u00e4fte erzeugen, Diskussionen ansto\u00dfen, sowohl innerhalb als auch au\u00dferhalb des Humboldt Forums. Wir sind Utopist*innen und glauben an Ver\u00e4nderung. Aber wir glauben auch daran, dass Ver\u00e4nderungen nicht ohne Reibung erfolgen und dass wir nicht aufh\u00f6ren d\u00fcrfen, den Finger in die Wunde zu legen und legen zu lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/magazin\/artikel\/call-for-contributions-instrumentalisierung-von-kritik\/\"><strong>Call for Contributions: Instrumentalisierung von Kritik<\/strong><\/a><\/p>\n<\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t    <\/div>\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"featured_media":37338,"template":"","magazine-topic":[],"magazine-format":[],"magazine-author":[],"class_list":["post-59640","magazine-article","type-magazine-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article\/59640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/magazine-article"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article\/59640\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63283,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-article\/59640\/revisions\/63283"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37338"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"magazine-topic","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-topic?post=59640"},{"taxonomy":"magazine-format","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-format?post=59640"},{"taxonomy":"magazine-author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/magazine-author?post=59640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}