Wenn die Wissenschaft Königin im Humboldt Labor ist, dann ist das #Logoskop ihr Hofnarr. Seit 2021 tritt im Ausstellungsraum der Humboldt-Universität zu Berlin monatlich die Kunstfreiheit an, um mit den Mitteln der Literatur den Blick der Wissenschaft aufzumischen. Mit Mikrofon und Verstärkeranlage ausgestattet wandern je zwei Slam-Poet*innen durch die Ausstellung und tragen Texte vor.
Diesmal mit dabei: Die Slampoet*innen Pauline Füg und Tobias Heyel. Gemeinsam kommentieren sie die Ausstellung „On Water“ mit live vorgetragenen Texten. Die Besucher*innen sind eingeladen, sie auf ihrem wortgewandten Rundgang zu begleiten.
Kuratiert von Bas Böttcher
Beteiligte
Pauline Füg
Pauline Füg, 1983 in Leipzig geboren und heute in Fürth zuhause, gehört seit vielen Jahren zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Bühnenpoesie. Mit einem Hintergrund in Psychologie und einem Master im Kreativen Schreiben und Kulturjournalismus verbindet sie analytische Klarheit mit poetischer Bildkraft – ein Markenzeichen, das ihre Auftritte ebenso prägt wie ihre Texte.
Seit 2003 ist sie auf den Bühnen Europas präsent: als Bühnenpoetin, Autorin, Creative Coach und einfühlsame Moderatorin. Für ihre künstlerische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kulturpreis Bayern, dem Kulturförderpreis der Stadt Würzburg, dem Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern sowie dem Kulturpreis der Stadt Nürnberg. Ihr aktueller Lyrikband nach der illusion zeigt, wie intensiv, musikalisch und zugleich reflektiert ihre Sprache arbeitet.
Gemeinsam mit Tobias Heyel bildet Pauline Füg seit 2005 das Duo großraumdichten – das dienstälteste und meisterschaftserprobteste Slam-Team im deutschsprachigen Raum. Zwölf Qualifikationen für die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften markieren eine außergewöhnliche Kontinuität und kreative Beharrlichkeit. In ihren gemeinsamen Performances verschmelzen synchron oder versetzt gesprochene Texte mit Beats und visuellen Elementen zu einem atmosphärischen Bühnenbild, das poetisch, spielerisch und oft überraschend körperlich wirkt.
Beim LOGOSKOP wird Pauline Füg sowohl solo als auch im Duo im Team großraumdichten zu erleben sein. Sie präsentiert Texte, die zwischen Intimität und gedanklicher Wucht changieren: präzise beobachtend, atmosphärisch verdichtet, mit einer Präsenz, die das Publikum unmittelbar mitnimmt. Fügs Performances leben von feinen Nuancen, rhythmischen Spannungen und einer Sprechweise, die Stille genauso ernst nimmt wie Lautstärke.
Ein Abend, der nicht nur Sprache in Bewegung zeigt, sondern auch eine Künstlerin, die Poesie denkt, fühlt und hörbar macht.
Tobias Heyel
Tobias Heyel wurde in Biberach geboren und lebt in Stuttgart. Er gehört seit vielen Jahren zu den markantesten Stimmen der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Seit Mitte der 2000er Jahre steht er auf Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus, bekannt für seine präzise gesetzten Texte, seinen rhythmischen Vortrag und eine Bühnenpräsenz, die Witz und Intensität verbindet. Sein Schreiben bewegt sich zwischen Lyrik, Spoken Word und erzählerischen Miniaturen, getragen von einer Stimme, die Rhythmus und Reflexion gleichermaßen beherrscht. Neben seiner Arbeit als Autor und Performer arbeitet er auch als Fotograf – ein Blick für Atmosphäre, der sich immer wieder subtil in seine künstlerischen Projekte einschreibt.
Beim LOGOSKOP zeigt Tobias Heyel seine künstlerische Vielseitigkeit in zwei Facetten: Zunächst solo, mit Texten, die sich durch sprachliche Klarheit, gedankliche Tiefe und eine unverwechselbare performative Energie auszeichnen. Im zweiten Teil des Abends steht er gemeinsam mit Pauline Füg auf der Bühne – seit 2005 bilden die beiden das Duo großraumdichten.
So erleben die Gäste vom LOGOSKOP Tobias Heyel als Solokünstler mit eigenem Sprach-Stakkato, das auch mal vom Hochdeutsch ins Schwäbische kippt und zugleich als Teil eines der langlebigsten und innovativsten Poetry-Teams Europas.