Art in Architecture

Künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Humboldt Forum

In insgesamt sieben Wettbewerben waren Künstler*innen dazu aufgefordert, sich in ihren Beiträgen mit der Geschichte des Ortes, seiner zukünftigen Nutzung als Ausstellungshaus und Veranstaltungszentrum, als Ort der Bildung und der Wissenschaften im Kontext der Humboldt‘schen Ideen oder mit der äußeren Erscheinung des Bauwerks auseinanderzusetzen.

Kunst am Bau hat in Deutschland eine lange Tradition. Sie ist ein zentrales Element der Baukultur und Teil der Bauherrenaufgabe des Bundes. Die künstlerische Auseinandersetzung mit Ort und Raum, Inhalt und Funktion des Baus steht dabei in einem besonderen Spannungsfeld. Für das Humboldt Forum hat das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung die Kunst-am-Bau-Wettbewerbe durchgeführt. Geeignete Standorte für die Werke wurden vorab in enger Abstimmung mit dem Architekten Franco Stella ausgewählt.

read more read less

GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG

An Seebach und Christiane Stegat

Die Wandmalerei im Treppenhaus über dem Hofportal 1 im Schlüterhof nimmt die barocke Architektur des Berliner Schlosses auf, um herausragende Exponate der Sammlungen des Humboldt Forums als Requisiten von linear gezeichneten Architekturelementen zu präsentieren. Mit im Treppenhaus ausliegenden Büchern, die Informationen zu den Exponaten liefern, entsteht eine medial mehrschichtige Präsentation des Mikrokosmos’ des Humboldt Forums.

Statue of Limitations

Kang Sunkoo

Kangs Intervention sieht eine zweiteilige Bronzeplastik in Form einer schwarzen Flagge auf Halbmast vor. Die obere Hälfte der Flagge und des Masts soll auf dem Nachtigalplatz des „Afrikanischen Viertels“ in Berlin-Wedding aufgestellt werden, die untere Hälfte im zentralen Treppenhaus des Humboldt Forums im 2. und 3. Obergeschoss. Die Arbeit versteht sich als permanente Aufforderung, sich kritisch mit der Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. Ihr Titel spielt auf den juristischen Terminus der Verjährung an, dem „Statute of Limitations“.

ohne Titel

Tim Trantenroth

Das Wandgemälde im Treppenhaus über Hofportal 5 reflektiert die Fassadenstruktur des Palastes der Republik, die im Gedächtnis vieler Menschen stark verankert ist. Dabei changiert die Arbeit zwischen Rasterstruktur und überzeichneter Perspektive. Gemalte Flächen und Leerstellen verweben das Motiv mit der gesamten Wandfläche und erzeugen dabei eine spannungsvolle Raum- sowie Fern- und Nahwirkung.

Die Architekten

Dellbrügge & de Moll

Die Lettern im Foyer des Erdgeschosses ergeben die Vornamen aller Architekten, die das Berliner Schloss und an diesem Ort gebaut haben. Sie reflektieren die 600-jährige Historie des Ortes und des Gebäudes: den Renaissancebau unter Konrad Krebs, die barocke Überformung unter Andreas Schlüter, den Bau des Palastes der Republik und die Rekonstruktion des Schlosses unter Franco Stella.

ZEITMASCHINE

Stefan Sous

Die Wandinstallation ZEITMASCHINE für das Foyer im 1. Obergeschoss besteht aus 66 dicht zusammengeschobenen, verschieden großen Uhren, welche die Zeit an verschiedenen Orten der Welt angeben. Die Installation richtet den Blick auf eine oft übersehene Triebkraft der Modernisierung: die Vereinheitlichung von räumlichen und zeitlichen Maßeinheiten weltweit.

Insurgentes Sur

Antje Schiffers und Thomas Sprenger

Mit ihrer Wandgestaltung auf der Dachterrasse des Humboldt Forums holen Antje Schiffers und Thomas Sprenger die Silhouette von Mexiko-Stadt in die Partnerstadt Berlin. Der Titel nimmt Bezug auf die längste Hauptstraße der mexikanischen Hauptstadt, die Avenida de los Insurgentes – Allee der Aufständischen. Die Arbeit verweist zugleich auf Alexander von Humboldts Reisen sowie auf die Sammlungen des Ethnologischen Museums, die künftig im Humboldt Forum präsentiert werden.

Kosmos

Emeka Ogboh

Mit seinem Entwurf Kosmos sieht der nigerianische Künstler Emeka Ogboh eine Soundinstallation mit einem neu arrangierten afrikanischen Volkslied für zwölf Sänger*innen vor. Die Installation auf dem Dach des Humboldt Forms ist als Klangteppich angelegt.

Ort entdecken