Humboldt Forum
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© SHF / URA Architects & Engineers
Teehaus (Rendering)

2019 M12 18

Ein Teehaus für das Humboldt Forum

Harmonie, Meditation und das Erlebnis von Gemeinschaft und kultureller Identität: Bei der japanischen Teezeremonie geht es um sehr viel mehr als den Genuss einer Schale Tee. Zukünftig können Besucher*innen die Besonderheiten des japanischen Teewegs persönlich im Humboldt Forum erleben.

Bôki bedeutet wortwörtlich „die alltäglichen Angelegenheiten vergessen“. Unter diesem Motto wurde im Oktober 2000 im damaligen Museum für ostasiatische Kunst in Berlin-Dahlem ein Teeraum eingerichtet und nach diesem benannt. Seit 2005 konnten Besucher*innen im Bôki an Teezeremonien teilnehmen und waren eingeladen, die alltäglichen Sorgen beiseitezuschieben, sich nur noch auf die rituelle Zubereitung und das anschließende Genießen des Tees zu konzentrieren sowie sich an den zweckmäßigen und höchst ästhetischen Utensilien sowie dem Raumschmuck zu erfreuen.

Diese beliebte Tradition der Teezeremonien findet im Humboldt Forum ihre Fortsetzung. Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss hatte in Abstimmung mit dem Museum für Asiatische Kunst einen Wettbewerb ausgelobt; der Siegerentwurf für ein neues Teehaus der URA Architekten aus Kanazawa in Japan wird derzeit umgesetzt.

Teehaus (Rendering)
Teehaus (Rendering)

Verbindung von deutscher und japanischer Kultur

Die skulpturale Architektur des Teehauses vereint Tradition und Moderne sowie Referenzen an die japanische und deutsche Kultur. Form und Materialen stellen sensible lokale Bezüge her: Die Außenwände und das Dach aus Cortenstahl nehmen die oktogonale Form der Turmruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche als Berliner Mahnmal für den Frieden auf. Die Innenwände des Hauptraums mit einer Größe von acht traditionellen Kyoter Reisstrohmatten werden teilweise mit europäischem Lehm ausgestattet.

Insgesamt besteht das Teehaus aus einem Hauptraum (Teeraum) und einem Nebenraum (Vorbereitungsraum). Der Teeraum wird mit einer im Boden eingelassenen Feuerstelle (japanisch: ro) sowie einer Tokonama (Nische) ausgestattet. Zusammen mit herausragenden japanischen Werken der Malerei, Grafik, Keramik und Lackarbeiten wird Besucher*innen der sogenannte Teeweg erfahrbar.

Aufbau des Teehauses durch Handwerker aus Japan
Innenraum des neuen Teehauses im Aufbau
Aufbau des Teehauses durch Handwerker aus Japan
Pressetermin zum Aufbau des Teehauses

Der Weg ins Humboldt Forum

Das Team um die Architekten aus Kanazawa entwickelte das Teehaus in enger Abstimmung mit dem Chado Urasenke Teeweg-Verein in Berlin. Im November 2019 begannen japanische Handwerker mit dem Aufbau im Humboldt Forum. Die traditionellen Teezeremonien werden ab 2021 in der Sammlung des Museums für Asiatische Kunst im Ausstellungsmodul zu japanischer Kunst im Westflügel des dritten Obergeschosses im Humboldt Forum zu erleben sein.

Das Teehaus-Konzept – Wortmeldung der japanischen Architekten

Neues Teehaus im Humboldt Forum: “Eine Schale maximal”

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