Kunst am Bau

Künstler*innen setzen sich auf vielfältige Weise mit dem Humboldt Forum auseinander

GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG

An Seebach und Christiane Stegat

Die Wandmalerei im Treppenhaus über dem Hofportal 1 im Schlüterhof nimmt die barocke Architektur des Berliner Schlosses auf, um herausragende Exponate der Sammlungen des Humboldt Forums als Requisiten von linear gezeichneten Architekturelementen zu präsentieren. Mit im Treppenhaus ausliegenden Büchern, die Informationen zu den Exponaten liefern, entsteht eine medial mehrschichtige Präsentation des Mikrokosmos’ des Humboldt Forums.

Statue of Limitations

Kang Sunkoo

Kangs Intervention sieht eine zweiteilige Bronzeplastik in Form einer schwarzen Flagge auf Halbmast vor. Die obere Hälfte der Flagge und des Masts soll auf dem Nachtigalplatz des „Afrikanischen Viertels“ in Berlin-Wedding aufgestellt werden, die untere Hälfte im zentralen Treppenhaus des Humboldt Forums im 2. und 3. Obergeschoss. Die Arbeit versteht sich als permanente Aufforderung, sich kritisch mit der Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. Ihr Titel spielt auf den juristischen Terminus der Verjährung an, dem „Statute of Limitations“.

ohne Titel

Tim Trantenroth

Das Wandgemälde im Treppenhaus über Hofportal 5 reflektiert die Fassadenstruktur des Palastes der Republik, die im Gedächtnis vieler Menschen stark verankert ist. Dabei changiert die Arbeit zwischen Rasterstruktur und überzeichneter Perspektive. Gemalte Flächen und Leerstellen verweben das Motiv mit der gesamten Wandfläche und erzeugen dabei eine spannungsvolle Raum- sowie Fern- und Nahwirkung.

Die Architekten

Dellbrügge & de Moll

Die Lettern im Foyer des Erdgeschosses ergeben die Vornamen aller Architekten, die das Berliner Schloss und an diesem Ort gebaut haben. Sie reflektieren die 600-jährige Historie des Ortes und des Gebäudes: den Renaissancebau unter Konrad Krebs, die barocke Überformung unter Andreas Schlüter, den Bau des Palastes der Republik und die Rekonstruktion des Schlosses unter Franco Stella.

ZEITMASCHINE

Stefan Sous

Die Wandinstallation ZEITMASCHINE für das Foyer im 1. Obergeschoss besteht aus 66 dicht zusammengeschobenen, verschieden großen Uhren, welche die Zeit an verschiedenen Orten der Welt angeben. Das Werk greift eine historische Illustration aus dem Atlas zu Alexander von Humboldts Kosmos aus dem Jahre 1851 auf. Die Installation richtet den Blick auf eine oft übersehene Triebkraft der Modernisierung: die Vereinheitlichung von räumlichen und zeitlichen Maßeinheiten weltweit.

Kunst am Bau: Die Wettbewerbe

Insgesamt wurden bisher vier Kunst-am-Bau-Wettbewerbe für das Humboldt Forum vom vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung durchgeführt. Die Künstler*innen waren aufgefordert, sich in ihren Beiträgen mit der Geschichte des Ortes, seiner zukünftigen Nutzung als Ausstellungshaus und Veranstaltungszentrum, als Ort der Bildung und der Wissenschaften im Kontext der Humboldt‘schen Ideen oder mit der äußeren Erscheinung des Bauwerks auseinanderzusetzen.

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