Einzug der Tresortür ins Humboldt Forum

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Einst sicherte die Stahltür den Tresorraum im ehemaligen Wertheim-Kaufhaus, das im Nationalsozialismus zunächst enteignet und im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war. Nach der Wende wurde der „Tresor“ als weltbekannter Techno-Club zum Sinnbild eines neuen Berliner Zeitgeistes. 2005 schloss der Club seine Tür, das Gelände am Leipziger Platz wurde neu bebaut und das Kellergewölbe abgerissen. Wie kaum ein anderes Exponat steht die Tresortür für die bewegte Geschichte der Stadt.

Die außergewöhnliche Zeitzeugin erinnert an die Goldenen Zwanziger ebenso wie an Krieg und Zerstörung, an die Teilung und ihre Überwindung sowie an die subkulturelle Nutzung plötzlich zugänglicher Orte. Sie zählt zu den Humboldt Forum Highlights, die einen Eindruck von der thematischen Vielfalt erahnen lassen, die künftig im Humboldt Forum zu erleben sein wird. Damit ist der Einzug ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung der für 2020 geplanten Berlin Ausstellung.

Die Tresortür in der Berliner Ausstellung

Zentrales Thema der Berlin Ausstellung ist die Verflechtung der Stadt Berlin mit der Welt. Raumgreifende Installationen, außergewöhnliche Inszenierungen und überraschende Objekte erzählen auf circa 4.000 Quadratmetern von der unverwechselbaren DNA Berlins: von Revolution und Krieg, von Freiraum, Mode und Vergnügen, von Grenzen und Verflechtung. Bis heute ist die Berlin-Geschichte in all diesen Facetten mit der Welt verbunden. Diese Verbindung macht die Ausstellung erlebbar.

Es entsteht eine abwechslungsreiche Schau, die eine Vielfalt an Stimmen und Geschichten zusammenbringt. Die Tür steht zukünftig zwischen den Ausstellungsbereichen „Freiraum“ und „Grenzen“. Freiräume, die die Jahre nach dem Fall der Mauer in Berlin prägten, wozu auch der wahrscheinlich weltweit bekannteste Techno-Club Tresor gehörte. Und Grenzen, wie sie die Mauer in Berlin darstellte, hinter der der Tresor über Jahrzehnte verschwand.

Ihr Weg ins Humboldt Forum

Als das Ende des Techno-Clubs und die Neubebauung des Areals am Leipziger Platzes feststand, hatte Dimitri Hegemann, Gründer des Techno-Clubs Tresor, die Stahltür eigenhändig ausgebaut und gelagert. Jetzt stellt er das geschichtsträchtige Stahlexponat als Leihgabe dem Stadtmuseum Berlin zur Verfügung. Anhand einer umfassenden Fotodokumentation von Dimitri Hegemann wurde für die Ausstellung die Stahltür wieder Instand gesetzt. Der Türaufbau mit Stufenverkleidung wurde nachgebaut, um eine solide Aufrichtung zu ermöglichen. Zusammen mit den ebenfalls erhaltenen Schließfächer bilden sie heute das erste Exponat der Berlin Ausstellung.