Wo bitte geht es hier zu Humboldt?

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Madonna

In Mexiko stieß Alexander von Humboldt auf ein Bild, das er selbst als »Federgemälde« bezeichnete: das Federmosaik Nuestra Señora de la Salud de Pátzcuaro. Es ist eine Darstellung der Gottesmutter mit Attributen der Unbefleckten Empfängnis: eine gekrönte Madonna, ohne Kind, auf einer Mondsichel stehend. Gefertigt aus Tausenden winzigen Federteilchen hält das Mosaik für den Betrachter eine Überraschung, ja eine kleine optische Sensation bereit: Aus einem bestimmten Blickwinkel oder bei einem gewissen Lichteinfall beginnen im Hintergrund der Madonna die Brustfedern des Kolibris plötzlich metallisch-blau aufzuleuchten und zu schillern. Verändert man die Perspektive, ist der beeindruckende Effekt wieder verflogen.

 

Aztekische Göttin

Alexander von Humboldt hat auf seiner großen Amerikareise nicht nur Pflanzen und Mineralien gesammelt – auch einige Kunstwerke brachte er mit nach Berlin. Darunter diese Skulptur aus Basalt, die Attribute der aztekischen Göttin Chalchiuhtlicue und der Maisgöttin Chicomecoatl vereint. Die Göttin der Flüsse und Seen, der Fruchtbarkeit und des Mais trägt ein Baumwollstirnband mit Quasten, das von einer großen Schleife am Hinterkopf gehalten wird. In der linken Hand trägt sie zwei Maiskolben. Die Aushöhlung auf Brusthöhe war vermutlich einst mit einem der geschätzten kostbaren Grünsteine eingelegt, deren Farbe gleichzeitig für frisches Quellwasser, Seen und Flüsse stand.

Autor*innen
Foto von Maria Gaida
Maria Gaida

Dr. Maria Gaida ist seit 1993 Kustodin der Mesoamerika-Sammlung im Ethnologischen Museum, Staatliche Museen zu Berlin und seit 1998 Leiterin der Abteilung Sammlungen.

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Stefan Müchler

Stefan Müchler ist Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stiftung Preussischer Kulturbesitz.