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In den letzten Jahren sind ethnologische Sammlungen in europäischen Museen stark in die Kritik geraten. Dem stellt sich auch das Humboldt Forum. Die temporäre Ausstellung Ansichtssache(n). Ein Auftakt untersucht grundlegende Sichtweisen, die den Kolonialismus als gesamtgesellschaftliches Geschehen erkennbar machen. Die Installation widmet sich speziell den Spuren der Kolonisation in den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten Kamerun, Namibia und Ozeanien und zeigt bis in die Gegenwart reichende Verflechtungen auf.

Fotografien und Schulbücher, Skulpturen und Interviews werden zum Ausgangspunkt, um die Blicke zwischen Kolonisator*innen und ehemals kolonisierten Gesellschaften zu reflektieren. Bezeichnend für diese Sichtweisen ist die Unterscheidung zwischen einem Wir und den Anderen – dem Othering der deutschen Gesellschaft im Hinblick auf die kamerunischen, namibischen und ozeanischen Gesellschaften und dem Blick dieser Gesellschaften auf die deutsche.

Um den Fokus auf die Betrachtungsweisen selbst zu richten und im Sinne der aktuellen Diskussion um Restitution arbeitet die Installation weniger mit musealen Exponaten, sondern setzt auf Reproduktionen. Daneben lassen künstlerische Arbeiten kulturelle und institutionelle Sichtweisen bewusst werden: Filme und Bilder zum Thema Intersektionalität reflektieren die Auswirkungen des kolonialen Kulturkontaktes anhand unterschiedlicher Biografien von Namibier*innen, die ab 1979 einen Teil ihrer Kindheit in der DDR verbrachten.

Die Ausstellung befindet sich auf der Ausstellungsfläche 214, angrenzend an die Sammlungspräsentationen des Ethnologischen Museums, die Namibia, Kamerun und den pazifischen Raum thematisieren. Sie ist der Auftakt zu fünf weiteren temporären Ausstellungen der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, die ab Frühjahr 2022 im 2. und 3. Obergeschoss gezeigt werden. Die Präsentationen bringen verschiedene Wissensgebiete, Menschen und Communities sowohl bereits in der Entwicklung und Umsetzung als auch in der Vermittlung zusammen und tragen hiermit stark zum Forums-Charakter bei. Entwickelt von interdisziplinären Kurator*innen-Teams, entstehen sie in enger Kooperation mit Vertreter*innen von Gesellschaften und Gemeinschaften, deren Geschichte und Identität mit den ausgestellten Objekten verbunden ist. In Vorbereitung sind unter anderem Ausstellungen zu Francis La Flesche und den Omaha sowie den Naga in Nordostindien.