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Das Museum neu denken

99 Fragen im Humboldt Forum kombiniert verschiedene Formate von Dialogen, thematischen Podcasts, Workshops und Residenzen. In Anbetracht der historischen und gegenwärtigen Auswirkungen des Kolonialismus beleuchtet die Reihe Fragen zu vergangenen und zu zukünftigen musealen Praktiken.

Seit der Eröffnung der Ausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin werden im Humboldt Forum zahlreiche Objekte gezeigt, die während des Kolonialismus unter oft asymmetrischen Machtverhältnissen, teils auch gewaltsam, nach Europa gelangt sind. Die Objekte, die zahlreiche Bedeutungen in sich tragen, sind durch ihre Präsenz in Museen ein Symbol für eine Auslöschung von Wissen, Sprachen und Praktiken. Ferner stehen sie für einen Kontext von Ungerechtigkeit und Gewalt – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Die verschiedenen 99 Fragen Formate zielen darauf ab, die Werte und Grundlagen von Museen, insbesondere von ethnologischen Museen und ihren kolonialen Verflechtungen, kritisch zu betrachten.

Gemeinsam mit unterschiedlichen Expert*innen wirft 99 Fragen weitere Fragen zum sich wandelnden Umgang mit dem Verständnis von Sammlungen, Repräsentationen, Sprachen und Epistemologien, Wissensformen und Teilhabe von Gemeinschaften auf. In ihrer Kombination, streben die verschiedenen Formate danach ecologies of knowledges („Wissensökologien“) hervorzuheben und einen Raum für ein kollektives Lernen und Veränderung zu schaffen.

 

Teilnehmer*innen 2021 und 2022

99 Fragen – Dialoge

99 Fragen Dialoge ist ein diskursives und dialogisches Format. In monatlichen Dialogen werden verschiedenen Gesprächsteilnehmer*innen und Diskutant*innen eingeladen. Die Veranstaltungen finden als Livestream statt und sind daraufhin als Aufzeichnung auf YouTube und unserer Website abrufbar.

 

 

Livestreams und Aufzeichnungen

99 Fragen – Podcast

Der 99 Fragen Podcast bietet die Möglichkeit, mit wechselnden Moderator*innen und unterschiedlichen Gästen vertiefend in die Themen der Reihe einzusteigen. In verschiedenen Folgen thematisieren die Gäste die Verbindungen von Museen und Kolonialismus, geben persönliche Erfahrungen wieder und diskutieren, wie eine kuratorische Praxis und eine Welt von morgen aussehen können.

Die ersten fünf Podcast-Folgen wurden in thematischer Anlehnung an die ersten fünf 99 Fragen Dialoge von Feven Keleta moderiert. Im Rahmen der 99 Fragen Residenz von Chao Taiyana Maina and Molemo Moiloa von Open Restitution Africa entstand die Mini-Serie ACCESS FOR WHO?.

Die Wissenschaftlerin und Kuratorin Aouefa Amoussouvi wird die darauffolgenden fünf Podcast-Episoden zu unterschiedlichen Ökologien moderieren.

 

99 Fragen – Podcast

99 Fragen – Residenzen und Workshops

Die 99 Fragen Residenzen und Workshops sind ein Raum, der neben den anderen Formaten für den Aufbau von interdisziplinären und nachhaltig gestalteten Kooperationen steht. Sie sollen die Möglichkeit bieten, einerseits die Aufmerksamkeit auf verschiedene Themen aus unterschiedlichen Perspektiven zu lenken und andererseits einen Raum für zukünftige Zusammenarbeit zu schaffen. Des weiteren sollen die Residenzen als Plattform fungieren, die einen zwischenmenschlichen Austausch zu Überschneidungen und Übereinstimmungen scheinbar verschiedener (persönlicher) Geschichten und kollektiven Erinnerungen entstehen lässt. In den Residenzen soll voneinander gelernt werden und aus gemeinsamen Dialogen sollen gemeinsame Ideen hervorgehen.

Die digitalen und Vor-Ort-Aufenthalte stehen einem breiten Spektrum von Personen aus verschiedenen Bereichen offen. Die Stipendien werden unter anderem für künstlerische und (nicht-)akademische Forschung, community engagement („gesellschaftliches Engagement“), Kunsthandwerk und weitere Disziplinen oder Praktiken gewährt.

 

Open Restitution Africa
Open Restitution Africa
© “Access for Who”, Open Restitution Africa (2022)
Was der Algorithmus nicht sieht – Zugang für wen?
Digitale Residenz: August 2021 – Januar 2022

In ihrer Residenz wollen die beiden Gründerinnen von Open Restitution Africa, Molemo Moiloa und Chao Tayiana Maina, eine Diskussion über die Digitalisierung von Sammlungen des afrikanischen Kulturerbes anstoßen. Anhand von Recherchen und Diskussionen versuchen sie, die notwendige Sorgfalt und Ethik bei der Digitalisierung des afrikanischen Kulturerbes, insbesondere im Zeitalter der Restitution, herauszuarbeiten. Während die Digitalisierung oft als Strategie für eine zukunftsorientierte sichere Aufbewahrung, Verbreitung und ein größeres Engagement angesehen wird, fragen sie: Für wen? Und: Für welche Zwecke? Und: Treffen wir Entscheidungen über die Digitalisierung, die sicherstellen, dass diese Ziele auf ethische und gerechte Weise erreicht werden?

Unter Berücksichtigung der Positionen von Expert*innen aus dem gesamten Spektrum des Kulturerbes, der digitalen Technik, des geistigen Eigentums und der Museumsarbeit untersuchen sie die schwierigen Fragen, die die Digitalisierung des afrikanischen Kulturerbes aufwirft und denken gemeinsam mit Kollaborateur*innen darüber nach. Darüber hinaus befassen sie sich mit den zahlreichen – teils einfachen, teils erweiterten – Vorschlägen, wie diese Arbeit in Zukunft besser zu bewältigen ist.

 

The Nest Collective
Blossoms for Demethieu
© Jim Chuchu
Just Make Another One…
Digitale Residenz: November 2021 – April 2022

“Da eine ausgesprochen langweilige Aufgabe der Dekolonisierungsarbeit darin besteht, imperiale und koloniale Ungerechtigkeit einem Publikum zu erklären, das über die Geschichte westlicher ‘Engagements’ und ‘Interaktionen’ mit dem afrikanischen Kontinent mehr oder weniger unwissend ist, ist die Entwicklung von pädagogischen Werkzeugen wie einem Spiel nicht nur eine frivole Verknüpfung von Spieltheorie mit zeitgenössischer Politik, sondern ein nützliches Instrument zum Aufbau von Allianzen und zum Abbau struktureller Ignoranz”, heißt es im Konzept von Jim Chuchu und Njoki Ngumi. 

Spiele – ob digital oder analog – können Orte der Introspektion und des Handelns sein. So können Spiele als Werkzeug für gegenseitiges Lernen und als Raum für das Schaffen gemeinsamer Experimente und Empathie verstanden werden. Auf der narrativen Ebene können die Spiele kontroverse intellektuelle, politische und soziale Positionen in Bezug auf die Rückgabe von Objekten und die Rückführung an die Orte, von denen aus sie erworben wurden, herausfordern. Durch die Verwendung visueller Referenzen aus Vergangenheit und Gegenwart können sie jedoch auch alternative Realitäten und Utopien schaffen, die wie ein Balsam für verschiedene Gesellschaften dienen können, denen das Privileg und der Wagemut verwehrt wurde, die Welt um sie herum nach ihrem eigenen Bild zu gestalten.

Können wir also eine bessere Welt schaffen, indem wir Spiele entwickeln und spielen? Die Residenz wird sich mit Fragen über das Potenzial des (Ver-)Lernens durch digitale oder analoge Spiele beschäftigen. Dabei kommen Fragen zu Narration und Vermittlung ebenso ins Spiel wie zu Designprinzipien und Visualisierung.

Während Deutschland als Heimat des modernen Brettspiels gilt, werden Njoki Ngumi und Jim Chuchu von The Nest Collective ihre sechsmonatige digitale Residenz der Erforschung von Spielen und Gamification als eine Möglichkeit widmen, verschiedene Formen der Auseinandersetzung mit bestimmten Informationen zu erzeugen, die es dem Publikum ermöglichen, sich mit verschiedenen Materialien auf ihre eigene, neue Art und Weise auseinanderzusetzen, sich selbst zu unterrichten und zu verschiedenen Schlussfolgerungen zu gelangen.

 

Kontakt

Für Fragen und weiteren Informationen zum 99 Fragen Programm stehen wir Ihnen gerne unter [email protected] zur Verfügung.

 

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