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Für die zweite Ausgabe mit dem Fokus Ukraine haben wir zehn Stipendiat*innen direkt aus der Ukraine eingeladen, um sie den Besucher*innen des Humboldt Forums vorzustellen. Nach einem kurzem Gespräch mit den Stipendiat*innen werden wir Ihnen einige ihrer Projekte visuell und interaktiv erfahrbar machen: der Kosmograph im Foyer wird von Sasha Kurmaz, einem bekannten ukrainischen Videokünstler bespielt, Olha Andronova wird zusammen mit Ihnen Buttons anfertigen und Iryna Lavrova und Olha Sarajeva laden zu einem Spiel ein, in dem es um das ukrainische Kulturerbe und ein gegenseitiges Kennenlernen geht.

Anschließend heizt DJne Helleroid mit ukrainischer Musik ein, es gibt Getränke und die Möglichkeit zu Gesprächen mit der Kuratorin Kateryna Rietz-Rakul und den Stipendiat*innen.

 

Sasha Kurmaz (geb. 1986) in Kyjiw. Derzeitz lebt und arbeitet er in Kyjiw, Ukraine.

Sasha ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler. In seiner künstlerischen Praxis verwendet er verschiedene Medien und Ansätze wie Fotografie, Video, öffentliche Interventionen und performative Situationen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf sozialen und politischen Themen, sowie auf globalen Herausforderungen, mit denen die ukrainische Gesellschaft in den letzten Jahren konfrontiert war.

Kurmaz hat an vielen internationalen Ausstellungen und Festivals teilgenommen, darunter Ausstellungen im ZKM Museum für zeitgenössische Kunst, der Akademie der Künste (Berlin), dem NRW-Forum Düsseldorf, dem Künstlerhaus Wien, dem Skovde Art Museum, dem Zamek Ujazdowski, dem Forum Stadtpark, C/O Berlin und vielen anderen.

Sasha Kurmaz produziert eine Videoinstallation für den Kosmographen im Foyer des Humboldt Forums.

Vasyl Cherepanyn (*Ukraine, 1980) ist Leiter des Visual Culture Research Center (VCRC) in Kyjiw. Er hat die Plattform für die Zusammenarbeit zwischen akademischen, künstlerischen und aktivistischen Gemeinschaften mitbegründet.

Vasyl Cherepanyn hat in Philosophie (Ästhetik) promoviert und war Dozent an der Nationalen Universität Kyiw-Mohyla-Akademie, der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), der Universität Helsinki, der Freien Universität Berlin, der Merz Akademie in Stuttgart, der Universität Wien, dem Institute for Advanced Studies of the Political Critique in Warschau und der Universität Greifswald. Im Jahr 2016 war er Gastwissenschaftler am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. Er ist Mitherausgeber von Guidebook of the Kyiv International (Medusa Books, 2018) und ’68 NOW (Archive Books, 2019) und kuratierte unter anderem The European International (Rijksakademie van beeldende kunsten, Amsterdam, 2018), Hybrid Peace (Stroom, Den Haag, 2019) und Armed Democracy (2. Ausgabe der Biennale Warszawa, 2022). VCRC ist Organisator der Kyiv Biennale (The School of Kyiv, 2015; The Kyiv International, 2017; The Kyiv International-’68 NOW, 2018; Black Cloud, 2019; Allied, 2021) und Gründungsmitglied der East Europe Biennial Alliance. Das VCRC erhielt 2015 den Prinzessin-Margriet-Preis für Kultur der Europäischen Kulturstiftung und 2018 den Igor-Zabel-Preis für Kultur und Theorie.

Durch das Stipendium des Humboldt Forums kann Vasyl Cherepanyn an Themen wie der Dekolonisierung des Ostens Europas in ukrainischer und postsowjetischer Dimension arbeiten. Weiterhin arbeitet er zur Erinnerungspolitik und Erinnerungskultur in Osteuropa und der Ukraine nach dem Zerfall der UdSSR im Lichte der Dekolonisierungsprozesse.

Sein Interesse gilt der Arbeit mit Archiven, Sammlungen und Ausstellungsmaterialien des Humboldt Forums und seinen Akteuren.  Sein Ziel ist es, ein Diskurs-/Ausstellungsprojekt zu Antikolonialismus, Krieg und Erinnerung im postsowjetischen Osten Europas mit dem Ziel der öffentlichen institutionellen Repräsentation der entsprechenden Themen zu erarbeiten.

Olha Sarayeva ist promovierte Historikerin, Professorin am Lehrstuhl für Philosophie und Geschichte der Ukraine der Staatliche Technische Universität Priazovsky (Mariupol). Bevor sie Mariupol infolge der russischen Invasion verließ, war Olha Sarayeva in der wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet der ukrainischen Geschichte und Lokalgeschichte, mit Schwerpunkten Soziologie, Recht und die Einführung von Spieltechnologien in den Bildungsprozess tätig.

Ihr besonderes Interesse gilt der Tätigkeit der lokalen Selbstverwaltungsorgane (Stadträte und Ämter) 19. – Anfang des 20. Jahrhunderts im Süden und Osten der Ukraine. Diese Forschung hat einen aktuellen Wert für die Ukraine, da sie die Dezentralisierungsreform mit weitere Erkenntnissen unterstützen kann.

Für Ihre Forschung der Geschichte der lokalen Selbstverwaltungsorgane hat Olha Sarayeva in den Archiven der Städte Dnipro, Kyjiw, Odesa, Bakhmut, Mariupol, Charkiw, Donezk usw. (der letztere vor Beginn des russischen Krieges im Jahr 2014) gearbeitet. Sie veröffentlichte über 90 wissenschaftliche Artikel zu den oben genannten Themen in ukrainischen und internationalen Publikationen, sowie drei Monografien.

Mit der Unterstützung des Humboldt Forums möchte Olha Sarajeva Ihre Forschungsarbeit fortsetzen, insbesondere die Quellenlage zur Geschichte der kommunalen Selbstverwaltung in der Ukraine Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Kolonialpolitik des Russischen Reiches in der Ukraine. Die Zusammenarbeit mit dem Humboldt Forum eröffnet die Möglichkeit, mit Archivbeständen der Ukraine zu arbeiten und deren Informationspotential zu erschließen. Wissenschaftler*innen des Humboldt Forums unterstützen alternative Formen der Bildung, insbesondere die Einführung von Spieltechnologien in den Bildungsprozess. Daher ist die Erfahrung deutscher Wissenschaftler bei der Entwicklung, Verbesserung und Erprobung von Originalspielen sehr wertvoll.

Pavlo Koryaga ist Kulturologe, Kulturmanager und Forscher der ukrainischen Architektur und des städtischen Raums der Sowjetzeit. Er ist ein Doktorand an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw im Fachbereich Theorie und Kulturgeschichte, wo er zum Thema Kulturlandschaft, städtischer Raum der Sowjetzeit und seine Auswirkungen auf die Menschen forscht. Außerdem arbeitet Pavlo Koryaga als Projektmanager im internationalen Büro „Lviv – UNESCO City of Literature“ und an den Projekten der NGO „Ukrainian Association of Cultural Studies – Lviv“.

Pavlo Koryaga ist überzeugt, dass „die Beispiele des ukrainischen architektonischen Modernismus das Erbe der ukrainischen und der Weltkultur sind und es wichtig ist, in der Gesellschaft einen Dialog über ihren historischen und künstlerischen Wert zu führen. In der Ukraine und insbesondere in Lwiw gibt es viele wertvolle Gebäude der Spätmoderne, des Brutalismus und der Postmoderne, die die Phantasie und die Aufmerksamkeit des Publikums fesseln“.

Dank Unterstützung der Stiftung Humboldt Forum konnte eine Studie über die Auswirkungen des sowjetischen Kolonialismus auf die ukrainische Kultur durchgeführt werden, insbesondere in Bezug auf den städtischen Raum, Ortsnamen und Architektur. Die Ergebnisse der Studie konnten im Rahmen der öffentlichen Präsentation auf der IV. internationalen wissenschaftlichen und praktischen Konferenz „Diskussion und Entwicklung der modernen wissenschaftlichen Forschung“, 18. bis 21. Oktober 2022 in Helsinki, Finnland (Online-Format) mit anschließender Veröffentlichung der Abstracts in den Konferenzprotokollen veröffentlicht werden. Es wurde außerdem ein wissenschaftlicher Artikel zum Thema „Ukrainische Dimension des „sowjetischen Modernismus“ in der Gestaltung des soziokulturellen Raums von Lwiw“ in der wissenschaftlichen Zeitschrift der Lwiwer Universität veröffentlicht.

Olha Honchar ist eine Kulturologin und Krisenmanagerin, die als Direktorin des Gedenkmuseums für totalitäre Regime „Territorium des Terrors“ in Lwiw und als Kuratorin von interdisziplinären Projekten im Bereich historisches Gedächtnis und Trauma arbeitet.

Olha Honchar erforscht die Besonderheiten des PR-, Kultur- und Museumsmanagements in der Ukraine, insbesondere in den peripheren Regionen. Sie ist Kommunikatorin unter anderem für folgende Projekte: „Kulturdiplomatie zwischen den Regionen der Ukraine“, „Das Museum ist zur Renovierung geöffnet“ in frontnahen und befreiten Städten der Regionen Donezk und Lughansk, Expedition „Hier und dort“. Olha ist Ko-Kuratorin der experimentellen Ausstellung „Antiterroristische Operation“ des Luhansker Regionalmuseums für Heimatkunde in Starobilsk (2020).

Außerdem ist sie Geschäftsführerin der Initiative „Krisenzentrum Museum“, die in den ersten Tagen des russischen Krieges gegen die Ukraine entstanden ist und Mitbegründerin der NGO „Neues Museum“ und der Wohltätigkeitsorganisation „Fonds des kulturellen Erbes der Ukraine“.

Mit dem Humboldt Forum teilt Olha Honchar Ihre Expertise im Umgang mit dem Erbe der ukrainischen sowjetischen Monumentalkunst in zeitgenössischen ukrainischen Museen und bietet die Möglichkeit Vernetzung mit ukrainischen Institutionen.

Iryna Lavrova, PhD Weltgeschichte ist Autorin von Spielen zur Geschichte der ukrainischen Kultur. Ihre Interessengebiete sind Bildung, Kultur, Geschichte und Spieltechnologie. An der Schnittstelle verschiedener Branchen entstehen die spannendsten Ideen und Projekte. So entstanden auch die kulturgeschichtlichen Spiele, die Iryna Lavrova mit Schüler*innen und Student*innen durchführt.

Nach ihrem Studienabschluss arbeitete sie als Geschichtslehrerin und später mehr als 20 Jahre als Dozentin an der Priazov Universität (Ukraine), wo sie ukrainische Geschichte und Kultur unterrichtete. In den letzten Jahren (2019-2022) setzt sie sich für Spieltechnologien in der Bildung auseinander. Dabei entwickelt und führt Lernspiele zur ukrainischen Kulturgeschichte mit Jugendlichen durch.

In Zusammenarbeit mit deutschen Kolleg*innen des Humboldt Forums ist Iryna Lavrova wichtig, neue Wege der Kommunikation und moderne Methoden der Organisation von Bildungsaktivitäten, insbesondere durch Spielaktivitäten, kennenzulernen. Ihr ist die große Nachfrage junger Menschen nach intellektueller Freizeit bewusst und sie glaubt, dass gemeinsame interkulturelle Spiele für deutsche und ukrainische Jugendliche heute sinnvoll sind. Durch solche Spiele können sie sich gegenseitig besser kennenlernen und effektiv kommunizieren.

Olha Andronova (*1988 Mariupol), lebt und arbeitet in Kyjiw.
2010 machte sie ihren Bachelor in Malerei in der Staatlichen Akademie der Künste, setzte ihr Studium an der Akademie für Kultur- und Kunstmanagement fort und absolvierte 2012 den Master in Kunstgeschichte. Seitdem arbeitete sie als Künstlerin. Darüber hinaus erhielt Olha 2017 ein Diplom in Psychologie und betrieb eine eigene psychologische Praxis.

Im Humboldt Forum möchte sie einen Kunst-Meisterkurs für Kinder und Erwachsene veranstalten und eine Ausstellung mit Werken ukrainischer Künstler „Künstler gegen den Krieg!“ zeigen. Seit ihre Kindheit war sie von Kunst und Künstler*innen umgeben und hat viel von ihren Mentoren – Oleksandr Zhivotkov, Matviy Vaisberg, Tiberii Silvashy, Vyacheslav Sherishevskyi, Anatoly Kryvolap, Petro Lebedynets – gelernt.  Sie träumt davon, ihre Vision des Krieges im Humboldt Forum zu zeigen und auch dem Deutschen Publikum ukrainische Kunst, die Vision und die Emotionen der Künstler heute näher zu bringen.

Dana Brezhnieva ist Kuratorin und Forscherin. Sie studierte an der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität in Kiew. Fünf Jahre lang arbeitete sie als Kuratorin der Galerie Mala des Nationalmuseums Mystersky Arsenal. Seit 2017 bis heute ist Brezhnieva aktive Teilnehmerin der Kunstinitiative DE NE DE, die sich auf urbane Transformationen während der Entkommunisierung konzentriert und das kreative Überdenken des sowjetischen Erbes fördert. Außerdem ist sie Kuratorin des Projekts Under Construction: Museum Open und wirkt an der Vernetzung der ukrainischen Museen mit.

Zhenia Moliar ist Kunsthistorikerin. Studierte an der Nationalen Akademie der Schönen Künste und Architektur in Kiew. Der Fokus ihrer Arbeit ist das kulturelle Erbe der Sowjetzeit, insbesondere monumentale Kunst. Sie kuratierte ein Projekt mit dem Titel SOVIET MOSAICS IN UKRAINE.

Als Mitglied der selbstorganisierten Initiative DE NE DE erforscht und bewahrt sie das unbequeme kulturelle Erbe im Kontext ideologischer Veränderungen.

Moliar ist Pre-Doc-Stipendiatin an der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom. Ihre besonderes Interesse gilt hier der Erforschung zeitgenössischer künstlerischer Praktiken in der ukrainischen Kunst, die sich dem kulturellen Erbe der Sowjetzeit zuwenden.

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