Filmnacht im Humboldt Forum
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Stefanie Loos
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Filmnacht im Humboldt Forum
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Stefanie Loos
Vergangene Termine
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Beim diesjährigen Filmtag des GIEFF (German International Ethnographic Film Festival) zeigen wir im Humboldt Forum Filme aus Puerto Rico, Papua Neu Guinea, Mexiko/Kolumbien, Deutschland, Kamerun und weiteren Ländern. Erfolgreiche Festival-Filme und Weltpremieren sind Teil des Programms.

Dem Blickwinkel des Ethnografischen Kinos folgend, begeben wir uns am Filmtag auf eine visuelle Reise und erkunden verschiedene Medien und methodische Ansätze. Themen wie das kollektive Gedächtnis, das Gedächtnis der Generationen und das Gemeinschaftsgedächtnis in verschiedenen kulturellen Kontexten werden Einblicke in die Gegenwart und in die universelle menschliche Erfahrung des Gedächtnisses als Werkzeug der Erkenntnis geben.

Ein besonderes Highlight des Festivals sind die Weltpremiere von „Nema“ der Kamerunischen Regisseurin Augustine Moukodi und der Film „Seven Ridges“ von Antonio Coello und Valentina Torres als erster Kinofilm in voller Länge in der Seri-Sprache Cmiique Iitom. Sie erwartet ebenfalls ein Virtual Reality Bereich, der den ganzen Tag über zugänglich ist.

Die Filmemacher*innen werden anwesend sein und ihre Filme im Gespräch mit der Moderatorin Dorothee Wenner vorstellen.

Der Filmtag Slices of Life ist eine Zusammenarbeit des Ethnologischen Museums – Staatliche Museen zu Berlin, der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss und dem German International Ethnographic Film Festival (GIEFF).

Dorothee Wenner (Moderatorin) ist freiberufliche Filmemacherin, Kuratorin und Autorin in Berlin.

Seit 1990 arbeitet sie in verschiedenen Positionen für das Internationale Filmfestival Berlin, derzeit als Delegierte des Festivals für die Region Subsahara Afrika. Im Jahr 2009 nahm sie die Arbeit als Kuratorin für das Dubai International Film Festival auf, wo sie bis zur Schließung des Festivals tätig war. Seit der Gründung 2005 ist sie Mitglied des Vorstands und der Jury der African Movie Academy Awards in Lagos. Ihr neuestes Werk als Filmemacherin ist die Webserie  www.kinshasa-collection.com. Seit 2020 arbeitet sie als Beraterin für Film/Kino am Berliner Humboldt Forum.

Programm

11.00 Uhr

Begrüßung + VR Intro

11:10 Uhr

“El signo vacío” von Kathryn Ramey + Filmgespräch

76 min, Puerto Rico, 2023

Spanisch und Englisch mit englischen Untertiteln

freigegeben ab 0 Jahren 

 

Eine Reise durch die komplexen Ebenen der amerikanischen Besetzung Puerto Ricos: Zusammengetragenes Filmmaterial der letzten einhundert Jahre – aus Tourismus-, Agrar- und Propagandafilmen – wird in El signo vacío (Das leere Schild) gemischt mit zeitgenössischen Portraits von Künstler*innen und Aktivist*innen. Mit seinem experimentellen und ethnografischen Ansatz zeigt der Film, wie sorgfältig ausgearbeitete amerikanische Fiktionen von „Demokratie“ und „Schulden“ eine kapitalistische und militärische Herrschaft verschleiern.

 

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Filmstill aus dem Film "El signo vacio"
© rameyfilms / Kathryn Ann Ramey


Kathryn Ramey ist eine Filmemacherin und Anthropologin, deren Arbeit an der Schnittstelle von experimentellen Filmprozessen und ethnografischer Forschung angesiedelt ist. Ihre preisgekrönten und sehr persönlichen Filme sind durch die besondere Handhabung des Zelluloids gekennzeichnet. In ihrer jüngsten Arbeit konzentriert sie sich auf die Entwicklung antikolonialer und umweltfreundlicher fotochemischer Verfahren unter Verwendung der einheimischen Flora in Puerto Rico. AUSZEICHNUNGEN: John Simon Guggenheim Memorial Foundation, Creative Capital, Social Science Research Council on the Arts, LEF New England, Yaddo Artist Colony, Marble House Residency und Pennsylvania Council on the Arts.


Portrait der Filmemacherin Kathryn Ann Ramsey
© Points North Institute / Camden Film Festival
anschließend

Mittagspause

13.00 Uhr

“Ophir” von Alexandre Berman und Olivier Pollet + Filmgespräch

98 min, Papua Neuguinea, 2020

Englisch und Tok Pisin mit englischen Untertiteln

freigegeben ab 6 Jahren 

 

Eine poetische wie dramatische Ode an die unauslöschliche Sehnsucht nach Freiheit, Kultur und Unabhängigkeit: Ophir erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Indigenen Revolution für Leben, Land und Kultur, die den Weg ebnete für die Gründung der jüngsten Nation auf der Welt in Bougainville, Papua Neuguinea. Der Film beleuchtet die Geschichte eines großen Konflikts im Pazifikraum und enthüllt die sichtbaren und unsichtbaren Ketten des Kolonialismus.

 

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Olivier Pollet ist ein investigativer Journalist und preisgekrönter Filmemacher, Produzent und Forscher, der im Vereinigten Königreich lebt. In den letzten zehn Jahren konzentrierte sich seine Arbeit auf die Rechenschaftspflicht von Unternehmen, Menschenrechte, Umweltfragen und koloniale Hinterlassenschaften, wobei er mit Indigenen Gemeinschaften im asiatisch-pazifischen Raum und insbesondere in Papua-Neuguinea zusammenarbeitete. Seine Filme wurden auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet, unter anderem mit einer Nominierung für den Albert-Londres-Preis, den renommiertesten Journalismuspreis Frankreichs. Sein neuestes Projekt ist der preisgekrönte Dokumentarfilm Ophir (2020) sowie sein multimediales pädagogische Gegenstück The Colonial Syndrome.


Portrait vom Filmemacher Olivier Pollet
© Arsam International/Fourth World Films

Alexandre Berman ist ein französischer Dokumentarfilmer und Redakteur, der in Paris lebt. Als Co-Regisseur arbeitete er gemeinsam an Dokumentarfilmen, wie The Panguna Syndrome, der 2017 Finalist für den Albert Londres Preis in Frankreich war. Sein Dokumentarfilm Norvège: Les Ombres sur la Mer von 2018 zeigt Geschichten über das kulturelle Erbe in Norwegen. Der Film war Teil der Wiederbelebung des französischen Kinoprogramms „Connaissance du Monde“ und wurde 2018 und 2019 mehrere Monate lang in Frankreich und der Schweiz gezeigt.

anschließend

Pause

16.00 Uhr

“7 Ridges” von Antonio Coello und Valentina Torres + Filmgespräch

75 min, Mexiko/ Kolumbien, 2022

Cmiique Iitom (Seri) mit englischen Untertiteln

freigegeben ab 12 Jahren 

 

Den alten Traditionen folgend bittet die Großmutter ihre Enkelin Margarita darum, Vorbereitungen für ihr Initiationsritual in das Erwachsenenleben zu treffen. Doch längst unterliegen die alten Werte dem Druck durch äußere Einflüsse: Wassermangel, moderne Konsumgüter und Drogen prägen das Leben der jungen Generation. Während sich ihre ältere Schwester im Drogenkonsum verliert, ist Margarita noch auf der Suche nach ihrem eigenen Weg.

Sietefilos (Sieben Hügel), zwischen Ethnofiktion und rockigen Coming of Age Musical, ist der erste Langfilm, der in der Seri-Sprache Cmiique Iitom produziert wurde. Der visuelle Anthropologe Antonio Coello trägt damit zum laufenden Prozess der Wiederbelebung der indigenen Kultur und Sprache der Seri bei.

 

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Filmplakat "7 Ridges"
© Antonio Coello Rodríguez


Antonio Coello ist ein mexikanischer und kolumbianischer Filmemacher und visueller Anthropologe, der als Kurator mit dem Dreamspeakers International Film Festival zusammenarbeitet. In seinen Kurzfilmen geht es um Indigene Gemeinschaften, mit denen er kollektive Filmgeschichten entwickelt, die auf verschiedenen Festivals und in Museen wie dem Guggenheim Museum in New York und ImagineNATIVE in Toronto gezeigt wurden. Seine Kurzfilme wurden in Brasilien, Argentinien, Kolumbien, der Tschechischen Republik, Indien, Spanien, Bulgarien, den USA, Kanada, Belarus, Australien und Mexiko ausgezeichnet. Als Dozent hat er Workshops und Kurse zum Thema Drehbuchschreiben und Filmemachen in Mexiko, Kanada, den USA, Indien und Nepal abgehalten. Für seine kreative Arbeit erhielt er Stipendien von staatlichen und privaten Institutionen aus verschiedenen Ländern.

Sietefilos (Sieben Hügel) ist sein erster abendfüllender Spielfilm.


Portrait von Antonio Coello Rodríguez
© Antonio Coello Rodríguez
18.00 Uhr

“Lydia” von Christian Becker + Filmgespräch

21 min, Deutschland, 2021

freigegeben ab 6 Jahren 

 

Der Film Lydia erzählt die Lebensgeschichte von Lydia und Wolfgang B. über zwei Jahrzehnte hinweg. Sie, Übersetzerin französischer Literatur, er, Romanistikprofessor. Ihre Filmaufnahmen aus den späten 1970er Jahren sowie seine Tagebuchskizzen aus 1992 erzählen von Lebenskrisen und Lebensfreude, voller Leidenschaft und disziplinierter Arbeit. Sie sind getrieben von Überzeugungen, Zweifeln und der Angst vor einem tödlichen Zweittumor. Fragmentarisch berichtert Lydia von der Schönheit und den Widrigkeiten einer symbiotischen Ehe und zugleich von einem ganzen Leben.

 

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Filmposter "Lydia"
© Christian Becker


Christian Becker (*1971) studierte an der Kunsthochschule für Medien, Köln, und an der Escuela Internacional de Cine y Televisión (eictv), Kuba. Er arbeitet als Filmemacher, Produzent und Cutter in Köln, Deutschland.


Portrait von Christian Becker dem Filmemacher von "Lydia"
© Christian Becker
anschließend

“Chronicle of a digital funeral” von Sophia Harb + Filmgespräch

11 min, Palestine, 2022

Arabisch und Englisch mit englischen Untertiteln

freigegeben ab 0 Jahren 

 

Chronicle of a Digital Funeral (Chronik einer digitalen Beerdigung) begleitet Nasser Jaber, einen sozial engagierten Koch in New York City, durch die emotionalen Nachwirkungen der Beerdigung seines Vaters in Palästina während des Höhepunkts der Corona-Pandemie. Durch die Verflechtung von Live-Aufnahmen der Beerdigung mit Nassers Reflexionen erkundet der Film Verlust und Möglichkeiten digitaler Verbundenheit inmitten von Distanz und Trauer.

 



Sophia Harb, is a filmmaker, with a diverse background in the film industry, working across Palestine and Europe. Her recent projects include notable productions such as a series for HBO and award-winning films „It Must Be Heaven“ and „In Vitro“.Additionally, she served as a script advisor and production manager for the first online drama series „Dandara“ in Palestine, produced by BBC Media Action. Recently, Sophia completed her MA in Visual and Media Anthropology at the HMKW University of Applied Sciences in Berlin,where she did her
short film Chronicle of Digital Funeral.


Portrait von Sophia Harb
© Sophia Harb
20.00 Uhr

“Nema” von Augustine Moukodi (Weltpremiere) + Filmgespräch

82 min, Kamerun, 2023

Französisch und Sawa Sprachen (Douala, Pongo, Batang) mit englischen Untertiteln

freigegeben ab 0 Jahren 

 

Tunda ist ein prominentes Mitglied der Kodi-Gemeinschaft. Er kämpft dafür, dass ihre Traditionen in die offizielle Lehre aufgenommen werden. Sein Besuch der örtlichen Kapelle endet mit einem Eklat als der Priester eben diese Traditionen in seiner Predigt als Heidentum verurteilt.

 


Filmstill aus "Nema"
© Tina Moukodi


Augustine Moukodi ist eine kamerunische Autorin, Regisseurin und Produzentin. Sie studierte Film bei der Association of Cinema Professionals in Douala und erhielt ihren Abschluss in Management am High Technology of Information Institute in Douala, Kamerun. Nach ihrem Studium arbeitete sie sechs Jahre lang als ausführende Produzentin des bekannten Kinderkulturprogramms Game Over Show in Kamerun. Als Generalsekretärin der kamerunischen Niederlassung der World Association of Cultural Actresses, setzt sie sich mit geschlechterspezifischen Fragen innerhalb kultureller Institutionen auseinander. Sie ist Koordinatorin eines Programms, welches die filmische Adaption literarischer Werke innerhalb der zentralafrikanischen Teilregion fördert. Als unabhängige Forscherin im Bereich der Kolonialgeschichte war sie Co-Autorin der kamerunischen historischen Fernsehserie Our Wishes, welche die Unterzeichnung des deutsch-kamerunischen Vertrags thematisierte und von der Zili Company produziert wurde, deren Präsidentin sie seit 2017 ist. Für das Humboldt Forum hat sie außerdem in Kamerun Filme für das Projekt In eigener Regie realisiert, in denen Kinder Ausschnitte aus ihrem Alltag filmen. Die Filme sind regelmäßig im Humboldt Forum zu sehen.


Portrait von Tina Moukodi
© Vivian Anogo/ studio9douala, Foto: Seth Rahman
22.00 Uhr

Ende


VR-Filme

11.00 bis 22.00 Uhr

20 min, Italien, 2022

Italienisch mit englischen Untertiteln

Affiorare (Auftauchen) ist eine experimentelle VR Dokumentation, die in einem Gefängnis spielt. Wie in einem Märchen tauchen die Zuschauer*innen in den Alltag von Müttern und Kindern ein, die an besonderen leben: in Gefängnissen und Verwahranstalten für Gegangene mit ihren Kindern. 360°-Aufnahmen in Kinderaugenhöhe und Animationen nehmen uns mit auf eine magische Reise vom Kontrollsystem des ikonischen Panoptikums bis hin zu modernen Gefangenenlagern. Die Protagonist*innen schildern ihre Erfahrungen auf tieffühlende und poetische Weise wie eine Heldengeschichte – über erste Eindrücke im Gefängnis, die Gerüche, die Angst und die Herausforderungen. Ihre Wahrnehmung des Gefängnisses als versunkene Welt spiegelt sich in den Illustrationen (die in Zusammenarbeit mit Müttern und Kindern angefertigt wurden) wider, die ihre Erinnerungen an die Vergangenheit und ihre Träume für die Zukunft abbilden. Die Animationen verstärken diese surreale Welt mit der Metapher einer Unterwasserwelt, in der sich die animierten Tiere frei bewegen und atmen können. Eine Geschichte über Schmerz, aber auch über Widerstandskraft und Hoffnung, an der Grenze zwischen Realität und Fantasie, die jeden ansprechen und mit persönlichen Kindheitserinnerungen verbinden kann.

 

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Rossella Schillaci

Rossella Schillaci ist Filmemacherin und visuelle Anthropologin. Nach ihrem Abschluss in Manchester führte sie bei mehreren Dokumentarfilmen Regie, die auf internationalen Festivals ausgezeichnet und von ARTE, RAI, Sky und Al Jazeera ausgestrahlt wurden. Zu ihren letzten Filmen gehören Les enfants en prison, der von Arte koproduziert und ausgestrahlt wurde und den Etoile de la Scam gewann, sowie Free Women, der von Lab 80 in mehr als 300 italienischen Kinos gezeigt wurde. Sie promoviert im Bereich digitale Medien und arbeitet an einem Forschungsprogramm, an dem italienische, portugiesische und texanische Universitäten beteiligt sind

25 min, Kolumbien/ Niederlande

Spanisch mit englischen Untertiteln

 

La Piragua (Das Kanu) ist eine erforschende Virtual Reality Anwendung an der Grenze zwischen 360º Dokumentarfilm und einem spielähnlichen Erlebnis. An einem Ort zwischen der realen und der imaginären Welt der kolumbianischen Karibikküste, wo Magie und Realismus zum Alltag gehören, haben Sie die Aufgabe, den Hütern des Wissens der Vorfahren zu helfen, ihre Erinnerungen lebendig zu halten. Sie steuern ein Kanu durch einen virtuellen Mangrovensumpf, in dem Sie die verlorenen Gegenstände der Hüter des Wissens finden. Sobald Sie einen verlorenen Gegenstand gefunden haben, sehen Sie ein 360º-Video, das verschiedene alte Handwerkskünste der indigenen Kankuamo-Gemeinschaft und der Bauerngemeinschaft von Badillo zeigt.

 

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Foto von Germán Villalobos
Germán Villalobos

Germán Villalobos ist Experte der 360º Foto- und Videographie sowie für Projekte der ertweiterten Realität. Darüber hinaus ist er zertifizierter Fotograf für Google Street View.

Foto von Andrew Simon Tucker
Andrew Simon Tucker

Andrew Simon Tucker ist ein Dokumentarfilmer, der immersive, erfahrungsorientierte Medien erforscht, um die Grenze zwischen Zuschauer*in und Bildschirm aufzubrechen und so einzigartige und nicht wiederholbare immersive Non-Fiction-Erlebnisse zu schaffen.

Blick in das Foyer, November 2019.
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / David von Becker

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