Krieg erzählen: Lesung mit Ronya Othmann und Ela Pour
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| 5 EUR / ermäßigt 3 EUR |
| Saal 5 in BERLIN GLOBAL, 1. OG |
| Einlass ab: 18:00 |
| ab 16 Jahre |
| Deutsch |
| Gehört zu: Dara Tûyê – درخت توت – Der Maulbeerbaum, BERLIN GLOBAL |
Wie können wir über Krieg sprechen – mit Bildern, mit Worten? Und wie gelingt es, Erfahrungen von Gewalt und Verlust zu erzählen?
Die Lesung bei BERLIN GLOBAL begleitet die Freiflächen-Ausstellung „Dara Tûyê – درخت توت – Der Maulbeerbaum“, die feministische Stimmen über Krieg und Gärten zusammenbringt und das solidarische Handeln von Frauen über geografische und politische Grenzen hinweg sichtbar macht. Die Ausstellung zeigt Gärten als Orte des Erinnerns, der Heilung, der Selbstermächtigung – aber auch des Widerstands gegen Unterdrückung und Gewalt.
Vor diesem Hintergrund begegnen sich zwei künstlerische Stimmen:
Ronya Othmann liest aus ihren Texten „Vierundsiebzig“ und „Rückkehr nach Syrien“, in denen sie vom Krieg in Syrien und dem Genozid an den Êzid*innen erzählt. Sie geht den Spuren nach, die diese Erlebnisse in Menschen und Landschaften hinterlassen. Ihre Literatur verbindet persönliche Erinnerungen mit politischen Realitäten und eröffnet direkte, eindringliche Einblicke.
Ela Pour bringt eine lyrische und visuelle Perspektive ein. Gemeinsam mit anderen Tattoo-Künstler*innen geht sie in ihrem autobiografischen Buchprojekt den Fragen nach, welche Bilder Kriegs- und Widerstandserfahrungen hervorrufen und wie diese sich künstlerisch ausdrücken lassen. Ihre Arbeit zeigt, wie Kunst helfen kann, sich zu behaupten, zu heilen und Geschichten anders sichtbar zu machen.
Boussa Thiam moderiert den Abend und lädt die beiden Künstlerinnen dazu ein, gemeinsam darüber zu sprechen, wie Krieg erzählt werden kann – literarisch und bildlich.
Beteiligte
Ronya Othmann, als Tochter einer deutschen Mutter und eines kurdisch-êzîdischen Vaters 1993 in München geboren, schreibt Lyrik, Prosa und Essays und arbeitet als Journalistin. Für ihr Schreiben wurde sie viele Male ausgezeichnet, u.a. mit dem Lyrik-Preis des Open Mike, dem MDR-Literaturpreis und dem Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik. Für „Die Sommer“, ihren ersten Roman, bekam sie 2020 den Mara-Cassens-Preis zugesprochen, für den Lyrikband „die verbrechen“ (2021) den Orphil-Debütpreis, den Förderpreis des Horst-Bienek-Preises und den Horst Bingel-Preis 2022. „Vierundsiebzig“, ihr zweiter Roman, wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Düsseldorfer Literaturpreis, dem Preis der SWR-Bestenliste 2024 sowie dem Erich-Loest-Preis 2025 ausgezeichnet.
Ela Pour wurde 1975 in Teheran geboren. Sie verbrachte ihre frühen Lebensjahre in England, bevor sie in den Iran zurückkehrte. 1989 führte sie der Krieg nach Deutschland, wo sie früh ihre Leidenschaft für Kunst und Musik fortsetzte und diese zu zentralen Ausdrucksformen ihres Lebens machte. An der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studierte sie Kostüm- und Bühnenbild und schloss dort mit dem Diplom ab. Ihre Arbeiten als Künstlerin und Tätowiererin bewegen sich zwischen Erinnerung und Gegenwart. In ihnen verdichten sich persönliche Erfahrungen zu poetischen Bildern, die sowohl Verletzlichkeit als auch Widerstandskraft sichtbar machen.
Boussa Thiam ist Kulturjournalistin, Moderatorin und Sprecherin. Sie moderiert das Kulturprogramm bei WDR COSMO und das popkulturelle Magazin „Kompressor“ für Deutschlandfunk Kultur. Bis 2021 steht sie als Reporterin für die „rbb Abendshow” vor der Kamera und leitet mehrere Jahre das gesellschaftspolitische Diskussionsformat „Urania Kontrovers”. Als Host des Podcasts „Gamechanger – Wie digitaler Wandel die Kultur verändert“ (Kulturstiftung des Bundes) beschäftigt sie sich mit Zukunftsthemen im Kulturbereich.
Boussa Thiam moderiert regelmäßig Veranstaltungen, darunter die Human Rights Night, frauenpolitische Fachtagungen wie die UN Women-Konferenz sowie den Unternehmerinnentag für Frauen in der Wirtschaft.