Vielstimmig III
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| Zugang zu den Ausstellungsflächen zum Sonderpreis von 9 EUR / ermäßigt 0 EUR |
| Für Menschen jeden Alters |
| Humboldt Forum |
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Stimmen, Säle, Klänge, Kunst: Neun Chöre aus Berlin begegnen mit ihren Liedern den spektakulären Räumen und Sammlungen aus aller Welt im Humboldt Forum. Klassische, jazzig-poppige, queere und feministische Ensembles wechseln sich in Kurzkonzerten überall im Haus ab mit arabischen, bulgarischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Gesängen. Viermaliger Höhepunkt der Festivals ist das gemeinsame Singen aller Chöre im Großen Foyer. Mehr als 200 Stimmen sorgen in der außergewöhnlichen Architektur des Foyers für ein unvergessliches Erlebnis. Sangesfreudige Besucher*innen haben die Möglichkeit, sich bei offenen Workshops in der Mechanischen Arena musikalisch zu erproben. Bereits zum dritten Mal lädt das Humboldt Forum in Kooperation mit dem Chorverband Berlin eine bunte Auswahl an Berliner Chören ein, das Gebäude musikalisch zu entdecken und dem Publikum damit neue, ungewohnte Perspektiven auf die Räumlichkeiten, die unterschiedlichen Sammlungen und auf die im Humboldt Forum gezeigten Ausstellungen zu ermöglichen. Beim Festival 2026 steht die musikalische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Jahresthema des Humboldt Forums „Beziehungsweise Familie“ im Mittelpunkt. |
Vielstimmig III ist Teil des Jubiläumsprogramms zum 125-jährigen Bestehen des Chorverbands Berlin.
Die Chöre
1904 als „Berliner Volks-Chor“ gegründet, führt der Berliner Oratorien-Chor seit nunmehr über 120 Jahren Werke der klassischen Chorsinfonik auf. Kooperationen, Gastauftritte und regelmäßige Aufführungen in der Berliner Philharmonie gestalten den Konzertkalender des Chors. Seit 1958 hat sich der Chor unter der langjährigen Leitung von Gert Sell einen festen Platz im Berliner Musikleben gesichert. Im Jahr 2004 wurde er mit der Zelter-Plakette für die Pflege der Chormusik gewürdigt.
Seit 2008 ist Thomas Hennig künstlerischer Leiter des Berliner Oratorien-Chors. Mit ihm entstehen neue, innovative Programme, die geprägt sind von der Zusammenführung weltlicher und geistlicher Musik. Gerne führt der Chor auch neue Werke auf, darunter etliche Uraufführungen. Aber auch bekannten ältere Oratorien, Messen oder Chorsinfonien gehören zu seinem festen Repertoire. Derzeit besteht der Berliner Oratorien-Chor aus rund 80 aktiven Mitgliedern mit einem breiten Spektrum an beruflichen Hintergründen und Generationenzugehörigkeit.
Bulgarian Voices Berlin ist ein internationales Frauenensemble, das die Urkraft des traditionellen bulgarischen Volksgesangs mit zeitgenössischer Aufführungspraxis verbindet. Unter der Leitung von Boryana Velichkova vereint der Chor seit 2009 Sängerinnen verschiedener Nationalitäten. Der Chor nimmt sein Publikum auf eine emotionale Reise durch alle Regionen Bulgariens mit: von den humorvollen, dissonanten Duetten des Westens über die Melancholie der Rhodopen bis zu den komplexen Ornamenten der Schwarzmeerküste. Mit fesselnden Rhythmen und kraftvollen Melodien berührt die Musik die Seele und spendet spürbare Energie.
Die Bulgarian Voices traten in der Berliner Philharmonie und der Elbphilharmonie Hamburg auf. Internationale Tourneen, Preise bei prestigeträchtigen Wettbewerben und die Veröffentlichung mehrerer eigener Alben unterstreichen den Erfolg des Ensembles und festigten seinen Ruf als führendes Vokalensemble, das die reiche Gesangstradition Bulgariens meisterhaft in die Moderne übersetzt.
Der Coro Contrapunto gründete sich 2008 in Berlin und wird von Catalina Restrepo Amaya geleitet. Der A-cappella-Chor ist international besetzt, die meisten der rund 30 Sänger*innen kommen aus Lateinamerika oder haben dort länger gelebt. Der Chor gibt regelmäßig Konzerte in Berlin wie auch international. Er singt vorwiegend in Kirchen und sozialen Einrichtungen, aber gerne auch in Konzertsälen. So wirkte der Chor 2024 an einem Konzert in der Berliner Philharmonie mit, für das sieben lateinamerikanische Komponistinnen Werke komponierten oder neu arrangierten.
Das Repertoire von Coro Contrapunto ist breit gefächert und umfasst zeitgenössische wie traditionelle Stücke aus Lateinamerika sowie Bearbeitungen klassischer Werke. Chorleiterin Catalina Restrepo Amaya studierte Orchester- und Chorleitung in ihrer Heimat Kolumbien, ehe sie 2004 nach Berlin zog, wo sie an der UdK ein Lehramtsstudium für Musik mit Schwerpunkt Klavier und Gesang absolvierte. Schon in Kolumbien gründete sie mehrere Chöre.
Der in Kreuzberg beheimatete Joliba Friendship Chor ist Teil des ‚Joliba Interkulturelles Netzwerk in Berlin e.V.‘, einem Verein, der seit 1997 afrikanische und afro-deutsche Familien unterstützt, sich für afrikanische Geflüchtete engagiert und das interkulturelle Zusammenleben fördert. Der Joliba Friendship Chor versteht sich als Brücke zwischen den Kulturen, als Ort von Austausch, Freundschaft und Begegnung. Seit 2021 wird er von Djatou Touré aus der Elfenbeinküste geleitet. Die ChorsängerInnen stammen aus vier Kontinenten.
Mit seinem afrikanischen Liedrepertoire erschafft der Joliba Friendship Chor Begegnungsräume, in denen kulturelle Vielfalt erlebbar und gegenseitiges Verständnis gefördert wird. Im Mittelpunkt steht das Vermittlungsziel afrikanischer Musiktraditionen. Der Chor singt derzeit in über einem Dutzend Sprachen, darunter Bambara, Zulu, Swahili, Ewe und Mandinka. Lieder werden auf traditionelle afrikanische Weise gelernt, also nach Gehör und durch Wiederholung, ohne Noten.
Der „Gesangsverein Pet Shop Bears“ ist 2014 aus einer gleichnamigen queeren Partyreihe in der Kantine des Berghain hervorgegangen. Das heute 25-köpfige A-cappella-Ensemble verbindet unterschiedliche musikalische Traditionen: das Repertoire des Chores besteht einerseits aus klassischen Werken für Männerchor von Renaissance bis Gegenwart, andererseits aus eigens arrangierten Coverversionen von KünstlerInnen wie Björk, Kate Bush, Grace Jones, Freddie Mercury, Joe Jackson oder Rufus Wainwright.
Die Pet Shop Bears haben wiederholt mit befreundeten MusikerInnen zusammengearbeitet: Sie gaben Konzerte mit dem US-Singer-Songwriter Jon Campbell, mit der kanadischen Indie-Pop-Band The Hidden Cameras oder zuletzt mit dem Hamburger Akkordeonisten Bernd Butz. Traditionell verbringt der Chor das Pfingstwochenende im piemontesischen Dorf Colma di Valduggia. Das dortige Abschlusskonzert zieht inzwischen Publikum aus der ganzen Region an. Seit 2024 wird der Gesangsverein Pet Shop Bears von Christian Höffling geleitet.
Die Singing Shinks sind der wohl weltweit einzige Chor, der ausschließlich aus Psychiater*innen, Psycholog*innen und Neurolog*innen besteht – und das seit über 25 Jahren. Ob in Brandenburger Dorfkirchen, im Berliner TIPI am Kanzleramt an der Seite von Eckart von Hirschhausen oder in der Waldbühne bei ‚Halleluja Berlin‘ mit Rainald Grebe, ob bei medizinischen Kongressen vor Kolleg*innen, bei der Immatrikulationsfeier der FU oder beim Werben um medizinischen Nachwuchs – die Singing Shrinks stehen für die emotionale und psychologische Kraft der Chormusik.
Tagsüber kümmern sich die rund 25 Chormitglieder um Menschen in seelischen Krisen. Abends greifen sie zu ihrem Repertoire aus Liedern der 1920er Jahr bis zu Popsongs von den Ärzten, von Rosenstolz oder den Beatles. Dabei ist das Singen für sie vor allem eines: Therapie von der Therapie. Denn sie wissen genau: Singen ist gesund für Körper und Seele. Es aktiviert positive Emotionen, reguliert Stresshormone und sorgt für soziale Verbundenheit.
Siren ist ein feministischer Chor aus Berlin, der seine Musik als Mittel des Widerstands, der Solidarität und des gesellschaftlichen Wandels versteht. Gegründet aus dem dringenden Bedürfnis heraus, auf die anhaltende Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen, erhebt Siren die Stimme dort, wo sie allzu oft überhört wird.
Das aus fünf professionell ausgebildeten Sänger*Innen bestehende Ensemble versteht sich als Protestchor. Im Zentrum der Chorarbeit steht die kollektive Stimme als Ausdruck von Widerstand, Verbundenheit und Hoffnung. Siren nutzt Musik, um Stärke, Verletzlichkeit und Widerstandskraft von Frauen hörbar zu machen – laut, vielstimmig und unübersehbar.
Seine erste Veröffentlichung präsentierte Siren am 8. März 2025, dem Internationalen Frauentag, mit einer Premiere auf YouTube. Auftritte und Projekte des Chors finden häufig im Kontext feministischer Aktionstage statt, insbesondere rund um den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November.
Spirited wurde 2001 gegründet und besteht heute aus rund 25 Sänger*innen. Der Chor versteht sich primär als Popchor, doch sein Repertoire zeichnet sich durch große stilistische Vielfalt aus. Unabhängig von Genre oder Herkunft der Stücke möchte Spirited seine leidenschaftliche Lust an Rhythmus, Melodie und Harmonie auf seine Zuhörerschaft übertragen und mit seinen pointierten Arrangements und Interpretationen sein Publikum begeistern und inspirieren. Seit 2015 wird der Chor von dem passionierten Chorleiter Ilja Panzer geleitet.
Spirited singt vielstimmig, poetisch, emotional und dramatisch, mit Freude an ungewöhnlichen Harmonien und berührenden Texten. Besonders wichtig ist dem Chor der authentische Ausdruck und die Nähe zum Publikum, das eingeladen ist, den musikalischen Weg mitzugehen und oftmals auch mitzusingen. A-cappella, authentisch und außergewöhnlich: Der Berliner Chor Spirited steht für swingende und präzise Popmelodien. Altbekanntes klingt hier neu, Unbekanntes wird zum Hörerlebnis!
Der aus dem Arabischen Musikinstitut Berlin e.V. (AMIBerlin) hervorgegangene Chor Women in Harmony ist heute ein wichtiger Teil der lebendigen arabischen Musikszene Berlins. Der Chor vereint Frauen mit vielfältigen Hintergründen, die ihre persönlichen Geschichten von Migration, Kultur und Identität gemeinsam musikalisch zum Ausdruck bringen. Ihr Gesang umfasst das gesamte arabische Repertoire – von klassischen Maqamat bis zu zeitgenössischen Liedern – und verbindet traditionelle Verzierungen mit mehrstimmigem Chorgesang.
Mehr noch ist der Chor aber ein Raum der Stärkung, des Selbstvertrauens und der Gemeinschaft, in dem sich die Frauen gegenseitig unterstützen und damit auch künstlerisch wachsen. Durch Konzerte, Kooperationen und Festivals wirken sie als kulturelle Botschafterinnen und verbinden arabisches Musikerbe mit dem vielfältigen Kulturleben Berlins. Der Women in Harmony Choir ist damit nicht nur Klang, sondern auch Ausdruck weiblicher Stimmen, die nachhallen und kulturelle Brücken bauen.
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