Dear Museum!
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| 16 EUR / ermäßigt 8 EUR |
| Englisch, Tshwana, Xhosa, Zulu mit deutschen Untertiteln |
| ab 16 Jahre |
| Saal 2, EG |
Welche Art von Leben ist mit den Kulturgütern im Museum verbunden? Ist jemand in den Vitrinen begraben? Und wie können die Kulturgüter zu uns sprechen? DEAR MUSEUM! ist ein Auftragswerk des Humboldt Forums, erarbeitet von Albert Ibokwe Khoza in Zusammenarbeit mit African Entertainers, Johannesburg. Die Performance ist ein Liebesbrief und zugleich ein Abschiedsbrief an die ethnologische Museumspraxis, die deren Präsentationssysteme mit dem in Verbindung bringt, was dabei ungesagt bleibt.
Nach der provokativen Performance THE BLACK CIRCUS OF THE REPUBLIC OF BANTU im Rahmen des Transkontinentale Festivals 2024 entwickelt Khoza diese Uraufführung eigens für das Humboldt Forum.
Beteiligte
Die international anerkannte südafrikanische interdisziplinäre Performancekünstler*in Albert Ibokwe Khoza offenbart und projiziert immer wieder den Geisteszustand einer einsamen Figur – einer nicht-binären, weiblich wirkenden männlichen Person und Sangoma (traditionelle*r Heiler*in). Durch Auseinandersetzungen mit Sexualität und überlieferten Praktiken bewegt sich Khoza fließend zwischen verschiedenen künstlerischen Medien, um gesellschaftliche Missstände zu hinterfragen und auszudrücken, was Khozas divergente Natur von der Welt, in der wir leben, wahrnimmt und interpretiert. In den Arbeiten wird Umgebung, Führung und das Leben selbst kritisch in Frage gestellt.
Khoza ist ein*e vielfach ausgezeichnete*r Künstler*in, unter anderem ausgezeichnet mit dem Bessie Award 2023 für And So You See … Our Honorable Blue Sky and Ever Enduring Sun … Can Only Be Consumed Slice by Slice … (eine Zusammenarbeit mit Robyn Orlin). Zu Khozas Werk gehören außerdem The Black Circus of the Republic of Bantu, das international durch die USA, Südamerika und Europa tourte, sowie The Red Femicycle und Influence of a Closet Chant, die Khozas unverwechselbare Stimme innerhalb der zeitgenössischen Performancekunst weiter bekräftigen.
Julia Burnham begann schon in jungen Jahren in Alexandra Township mit dem Tanzen und absolvierte eine Ausbildung in modernem und traditionellem Tanz, bevor sie zu Moving Into Dance Mophatong (MIDM) kam, wo sie festes Mitglied der Compagnie wurde. Sie tourte international mit Werken von Robyn Orlin und trat auf großen internationalen Bühnen auf, darunter beim FIFA-Weltmeisterschaftskonzert 2010, zusammen mit Künstlern wie Shakira und Hugh Masekela. Als ehemaliges leitendes Mitglied des Vuyani Dance Theatre arbeitete sie eng mit Gregory Maqoma und Luyanda Sidiya zusammen und choreografierte gleichzeitig ihre eigenen gefeierten Werke, darunter Something Black and Yellow, Noted: A Note to Self, Matlou, Knots and Codes und Fetch (später zu einem Kurzfilm weiterentwickelt).
Ihre Zusammenarbeit erstreckt sich auf Via Katlehong, internationale Residenzen wie das American Dance Festival an der Duke University und interdisziplinäre Projekte, darunter Virtual-Reality-Performances. Heute ist Julia als unabhängige Choreografin und Mentorin tätig, leitet ihre Bewegungsinitiative „Starting the Conversation – Healing Through Movement” und arbeitet weiterhin für Bühnen und kommerzielle Plattformen.
Princess Mhlongo ist eine preisgekrönte südafrikanische Regisseurin und Filmproduzentin sowie Geschäftsführerin von African Entertainers, einer Produktions- und Künstleragentur, die sich der Förderung afrikanischer Werke auf der internationalen Bühne widmet. Ausgezeichnet as „Standard Bank Young Artist of the Year for Theatre“ (2012), etablierte sie sich zunächst als führende Theaterregisseurin, bevor sie in die Filmproduktion wechselte. Zu ihren Produktionen zählt „Inkabi The Hitman“ (Netflix/NFVF), der international auf dem Kenya Film Festival und dem BRICS Film Festival (Moskau) gezeigt wurde, bei den Barcelona Indie Awards (2025) als bester afrikanischer Film ausgezeichnet wurde und mehrere südafrikanische Nominierungen und Preise erhielt. Sie arbeitete mit Albert Ibokwe Khoza an „The Black Circus of the Republic of Bantu“ zusammen, das international durch die USA, Südamerika und Europa tourte. Auf internationaler Ebene nahm sie am Salzburg Young Directors Project, am Theaterformen-Festival (Deutschland) und am Laboratory for Global Performance & Politics der Georgetown University (2020–22) teil, wo sich ihre Arbeit auf globale Plattformen ausweitete.
Nqobile Natasia (liebevoll „Rick“ genannt) ist eine multidisziplinäre Künstlerperson und Kulturvermittlerperson, die sich auf verschiedene Designbereiche sowie Produktionsleitung und -koordination spezialisiert hat und zudem in den Bereichen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in der bildenden Kunst und im kommerziellen Sektor tätig ist. Ricks praktische Erfahrung reicht von der Arbeit als Bühnenassistenz in frühen Studienjahren bis hin zu Design, Bühnenleitung, Filmproduktion und Kostümdesign. Rick arbeitete mit Regieführenden wie Kamogelo Molobye, Gavin Matthys, Neka DaCosta sowie mit der Produktionsfirma VR Theatrical und mit Norman Maake und der Produktionsfirma African Entertainers zusammen.
Rick nutzt umfassende Erfahrung aus der Mitarbeit am Centre for the Less Good Idea, wo Fähigkeiten im Bereich Puppenspiel und dessen Gestaltung sowie technische Kompetenzen in den Bereichen Projektionsmapping und Stop-Motion-Film vertieft wurden. In Zusammenarbeit mit der Produzentin von African Entertainers, Princess Mhlongo, an einer Reihe von Produktionen – von bildender Kunst über Live-Performance-Filme bis hin zu Bühnenbild- und Kostümdesign – praktiziert Rick die szenografische Kunst des Worldbuilding: die Fähigkeit, etwas zu erschaffen – einen Ort, einen Weg –, das die Art und Weise, wie Realität verstanden wird, nachahmt, verändert und verzerrt. Durch Maximalismus und (Afro-)Surrealismus definiert Rick die Ästhetiken der Welt, die bekannt ist, sowie jener Welt, die aufgebaut wurde und weiterhin entsteht, neu. Unter Einbezug der vielfältigen Erfahrung in den Bereichen Operations- und Öffentlichkeitsmanagement im kulturellen wie auch im kommerziellen Sektor entwickelt Rick zunehmend Ansätze, diese Welt in den digitalen Raum zu erweitern.
Sandile Madi, in Soweto geboren und aufgewachsen, ist Filmemacher mit einem breiten Hintergrund in Content Creationund kurzformatigem, markenbezogenem Storytelling.
Als Mitgründer der in Johannesburg ansässigen Kreativagentur BushkoppiesAgency arbeitet er mit seinem Team an einer innovativen Schnittstelle zwischen Sport und Kultur innerhalb der Marketinglandschaft. Seine Leidenschaft gilt jugendgetriebenen kulturellen Bewegungen, und er setzt sich dafür ein, die Geschichten der anhaltenden kulturellen Renaissance Südafrikas für zukünftige Generationen zu bewahren. Mit einem tief verwurzelten Glauben an die Kraft des Storytellings versteht Sandile diese Narrative als entscheidend für die Gestaltung der Zukunft.
Nachdem er sein Handwerk als Editor bei The Post Office, einem führenden Postproduktionsunternehmen, verfeinert hat, bringt er einen präzisen, filmischen Blick in den audiovisuellen Raum ein. Seine eigenständige Perspektive auf die südafrikanische Kultur ist darauf ausgerichtet, das reiche Erbe und die Kreativität des Landes auf der globalen Bühne sichtbar zu machen.
Noluthando „Thando“ Lobese ist eine in Johannesburg ansässige Kostüm- und Produktionsdesignerin mit einem Hintergund in der Modebranche. Unter der Leitung der preisgekrönten Designerin Nadya Cohen wirkte sie an zahlreichen Produktionen am Market Theatre mit, bevor sie ihr Handwerk am Stockholmer Stadsteater in Schweden unter Charlie Koroly weiter verfeinerte. Ihre Arbeiten wurden international in ganz Europa und den Vereinigten Staaten präsentiert und brachten ihr Auszeichnungen und Nominierungen für herausragendes Design ein. Thando erhielt 2022 einen SAFTA für ihr Produktionsdesign bei „Diep City“ und wurde für „Black Door“ nominiert. Ihre Arbeit erstreckt sich auch auf die bildende Kunst, wo sie sich mit nachhaltigem Design unter Verwendung von recycelten Materialien beschäftigt und dabei kontinuierlich kreative Grenzen auf Bühne und Leinwand erweitert.
Yogin Sullaphen ist ein südafrikanischer Multi-Instrumentalist, Live-Musiker, Komponist und Produzent, der in den Bereichen Theater, Tanz, Film und Performancekunst tätig ist. Als Absolvent der University of the Witwatersrand wurde er mehrfach für den Naledi Theatre Award in den Kategorien Komposition und Sounddesign für die Stücke „Jungfrau“ und „Strange Land“ nominiert, die unter der Regie von Jade Bowers und Gabo Legwala in Zusammenarbeit mit Modise Sekgothe entstanden sind. Derzeit ist er mit „Genesis“, einem neuen Werk von Gregory Maqoma, auf Tournee und war ausgiebig mit Robyn Orlin auf Tournee, bei Projekten, die mit Moving into Dance Mophatong und dem Garage Dance Ensemble präsentiert wurden. Zu seiner Arbeit gehört auch die Co-Produktion des Zebras Crossing Collective. Mit dem Live-Looping-Duo uKhoiKhoi trat er bei der Fête de la Musique (Johannesburg) und Sauti za Busara (Sansibar) auf und war beim National Arts Festival zusammen mit Modise Sekgothe, Kieron Jina und Marc Gabriel zu sehen.
Nkululeko Mazibuko ist ein erfahrener südafrikanischer Lichtdesigner und technischer Spezialist und arbeitet derzeit als Head of Lighting am Soweto Theatre in Johannesburg, wo er seit der Eröffnung im Jahr 2012 Teil des Teams ist. Nach einem Studium der Betriebswirtschaft an der University of Johannesburg entdeckte er seine Leidenschaft für das Theater zunächst durch Performance, bevor er in die Bühnentechnik und Lichtgestaltung wechselte.
Er absolvierte eine Ausbildung am Market Theatre und arbeitete anschließend landesweit freiberuflich bei Festivals und Produktionen. Mazibuko nahm an internationalen Austauschprogrammen teil, darunter am Stadsteatern in Stockholm, Schweden, sowie an professionellen Plattformen wie Crossings. Zu seinen Lichtdesign-Arbeiten zählen Produktionen von Thabo Rapoo, Kieron Jina, Swazi Dlamini, Ofentse Mothusi, Jenifer Irons, Podium Comedy Merchants und Miss Soweto.
Miranda Mogodla ist eine erfahrene Stage-Managerin und Produktionskoordinatorin mit Sitz in Johannesburg, deren Erfahrung die Bereiche Theater, Musik und Live-Veranstaltungen umfasst. Zu ihren Produktionsarbeiten zählen „Paradise Fall“ (Ntsieng Mokgoro – Olive Tree Productions), „Dick or Date“ (Momo Matsunyane Productions), „Take Me to Town“ (Blank Page Productions), „Julius“ (Tick Tock Productions) und „Red Femicycle“ (African Entertainers). Miranda hat außerdem an „The Black Circus of the Republic of Bantu“ mitgewirkt, ist mit der Produktion international auf Tournee gegangen und hat so ihre Expertise auf der globalen Bühne weiter ausgebaut. Sie hat mit Plattformen wie The Plat4orm und Music in Africa zusammengearbeitet und war zuvor als Produktionsleiterin am Olive Theatre tätig. Neben ihren Gemeinschaftsprojekten produziert Miranda weiterhin eigenständige Werke und schafft Räume, in denen Performance und Sinnhaftigkeit aufeinandertreffen.
Thabo Pule ist ein südafrikanischer Techniker mit Spezialisierung auf Licht- und Tondesign, Bühnenleitung und Produktion. Er absolvierte seine Ausbildung an der „The Dance Factory“ in Newtown und war anschließend als leitender Techniker tätig, wobei er mit führenden lokalen und internationalen Ensembles zusammenarbeitete, darunter Robyn Orlins „City Theatre & Dance Group“. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung auf Tourneen in ganz Europa und anderen Teilen der Welt hat Thabo die Licht- und Tontechnik für zahlreiche gefeierte Produktionen und Festivals gestaltet. Seine umfangreiche Arbeit in den Bereichen Theater, Tanz und Live-Performance hat ihn sowohl in Südafrika als auch international als gefragten technischen Kreativen etabliert.
Carolin Hochleichter ist seit Herbst 2025 Dramaturgin und Programmkuratorin bei der Stiftung Humboldt Forum. Sie hat Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim und an der Hogeschool voor de Kunsten in Utrecht sowie Kulturen des Kuratorischen an der HGB Leipzig studiert. Noch während ihres Studiums in Hildesheim übernahm sie die künstlerische Leitung für das internationale Performing Arts Fes7val transeuropa 2003. Von 2004 bis 2007 leitete sie gemeinsam mit Hannah Hurtzig die Mobile Akademie und arbeitete in diesem Zusammenhang an unterschiedlichen Projekten in Hamburg, Berlin und Warschau. Nach ihrer Zeit als Dramaturgin am Theater Freiburg von 2008 bis 2011 war sie von 2012 bis 2016 Dramaturgin des Foreign Affairs Festivals der Berliner Festspiele und in diesem Kontext Mitherausgeberin der Publikation How to Frame. On the Threshold of Performing and Visual Arts (Sternberg Press, Berlin 2016). 2017 bis 2020 war sie als Kuratorin für die Ruhrtriennale und 2018/19 zusätzlich als Co-Kuratorin für das internationale Programm des Athen- und Epidaurus Festivals tätig. 2020 übernahm sie die künstlerische Leitung für den Bewerbungsprozess der Stadt und Region Hildesheim als Kulturhauptstadt Europas. 2023 war sie gemeinsam mit Olena Apchel und Joanna Nuckowska künstlerische Leitung des Berliner Theatertreffen und 2025 kuratierte sie gemeinsam mit Rebecca Ajnwojner die Wiesbaden Biennale.
Seit 2014 ist sie Mentorin für Dramaturgie und Regie an der Akademie für darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg und leitet seit 2024 dort gemeinsam mit Anna Haas den Studiengang Dramaturgie.
Dear Museum! ist ein Auftragswerk der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss in Kooperation mit African Entertainers.