Aufführung der Performance "The Mitochondrial Eve" (2025) von Lilibeth Cuenca im Vigeland Museum in Oslo, Norwegen
© Jon Gorospe
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„Mitochondriale Eva“ wird in der Forschung des Globalen Nordens die jüngste gemeinsame weibliche Vorfahrin aller heute lebenden Menschen genannt. Sie lebte vor schätzungsweise 150.000 bis 200.000 Jahren, vermutlich in Äthiopien. Über ihre mitochondriale DNA (mtDNA), die ausschließlich von der Mutter an Kinder weitergegeben wird, ist sie genetisch mit der gesamten heutigen Menschheit verbunden.

Im Humboldt Forum, umgeben von den Blicken der Ahnengalerie der Kurfürsten und der unlängst mit KI dazu generierten Kurfürstinnen im 3. Obergeschoss, entfaltet die auf den Philippinen geborene und in Dänemark lebende Lilibeth Cuenca Rasmussen ihre Performance über Mutterschaft, Wahlfreiheit sowie die körperliche und emotionale Auseinandersetzung mit Babys und Kindern. In einem weißen, skulpturalen Kostüm – inspiriert von Kai Nielsens Skulptur “Mother of Water” und überwachsen mit Babyfiguren – begleitet von Vojta Drnek’s Akkordeon sowie Text und interaktiven Momenten, zeigt sie, wie Kinder den Körper der Mutter beanspruchen, fordern und formen – und wie sich darin Ambivalenz, Erschöpfung, Nähe und Selbstbestimmung verweben.

Die Performance lädt das Publikum ein, die Intimität und Kraft von Fürsorge zu erleben: vom Geben des eigenen Körpers über Mutterschaft in der Tierwelt und geteilte Rituale bis hin zu Momenten, in denen auch das „Nicht-Mutter-Sein“ Raum erhält. Das private, körperliche Erleben trifft auf den historischen Blick der gleichzeitig ausgestellten Skulpturen von Frauen und Männern aus Herrscherfamilien des ehemaligen Berliner Schlosses – eine Reflexion über Nähe, Verantwortung, Wahlfreiheit und den Kreislauf des Lebens.

Lilibeth Cuenca Rasmussen sagt in ihrer Performance:

„Manchmal bin ich nichts – manchmal bin ich alles
Ein hüpfender Ball – eine feste Wand
Unsichtbar – verantwortlich
Ein Schweizer Taschenmesser – ohne Sexualleben
Ein Sündenbock – ein Rettungsboot
Eine Organisatorin – eine Geisha
Manchmal bin ich nichts – manchmal bin ich alles.“

Ein sinnliches, nachdenkliches Werk, das Mutterschaft in all ihren Facetten erfahrbar macht – zwischen körperlicher Präsenz, emotionaler Intensität und dem Dialog mit Geschichte und Öffentlichkeit.

Aufführung der Performance "The Mitochondrial Eve" (2025) von Lilibeth Cuenca im Vigeland Museum in Oslo, Norwegen
© Jon Gorospe

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