Tipp

Zusammen zu essen ist für viele Familien ein wichtiger Moment im Alltag. Es ist eine Gelegenheit, Nahrung zu sich zu nehmen – und zugleich bedeutet es Zusammensein, Austausch und Diskussion, Freude am Miteinander. An einem Esstisch werden aber oft auch Konflikte ausgetragen und manchmal gelöst, es werden Beziehungen gestärkt oder geklärt. Es ist ein Ort, an dem kulturelle und soziale Traditionen gelebt und weitergegeben werden. Doch wer sitzt mit wem am Tisch? Wer hat das Wort und wer hört zu? Wer reagiert wie auf Unstimmigkeiten? Wie werden Entscheidungen getroffen? Wer bestimmt, wer macht die Regeln? Welche Rolle spielt die Sitzordnung? Und welche Konflikte werden umgangen?

Vielleicht kommt eine traditionelle Familienspeise auf den Tisch, vielleicht einfach ein Fertiggericht. Auf den Tisch kommen auf jeden Fall – mehr oder weniger sichtbar – die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander, ihre Ansprüche und Verpflichtungen, die diskutiert und bewahrt werden. So ist die Tischgemeinschaft auch so etwas wie ein regelmäßiges Aushandeln des Miteinanders. Wer dazugehört, wie die Rituale aussehen, kann dabei sehr unterschiedlich sein.

In einem offenen Bereich der Ausstellung Beziehungsweise Familie laden zwei Tische zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis ein. Während am großen Tisch die Besucher*innen über VR-Brillen und Top-Down-Projektion an verschiedenen Gesprächs- und Tischsituationen partizipieren können, ist ein kleinerer Tisch für das jüngere Publikum und entsprechende Vermittlungsangebote vorhanden. Parallel dazu gibt es an der Wand die Möglichkeit Gedanken und Überlegungen zu hinterlassen.

 

Ein Stück Berliner Leben

Die Szenen basieren auf realen Erzählungen aus der Berliner Stadtgesellschaft und werden von neun Schauspieler*innen eindrucksvoll dargestellt. Grundlage bildeten 15 Interviews mit Personen, die sowohl über ihre persönlichen Erfahrungen am Familientisch als auch über ihre besonderen Familienkonstellationen berichteten.

Aus diesem Material entwickelten die Drehbuchautor*innen Hannah Ley und Clemens Bechtel die Szenen für die Installation.

 

Idee/Konzeption, kuratorisches Team Team Digitales, Clemens Bechtel, Julia Kuhnert, Vivien Kunde, Andreas König, Hannah Ley, Isabel Meixner, Daniela Prochaska, Recherche und Interviews Clemens Bechtel, Andreas König, Hannah Ley, Drehbuch Hannah Ley, Clemens Bechtel

Regie Hannah Ley, Clemens Bechtel, Schauspieler*innen Verena Bonkirch, Sora Ley, Thembi Menck , Martin Ontrop , Yola Otufowora , Susanne Scholl , Salim Saglam, Christina Tzatzaraki, Mehmet Yilmaz Innere Stimmen Elsa Kahrmann, Niklas Ulonska, Hannah Ley, Martin Ontrop, Kamera Andreas König, Licht Andreas König, Franzi Busl, Audio Nils Plambeck, Andreas König, Bühnenbild Andreas König, Szenenbild Daniela Prochaska, Kostümbild Tanja Liebermann, Kostümassistenz Julika König, Penny Beiersdorf, Maskenbild Julia Grieshaber, Bau Lampe Mischa Rhode, Projektleitung Julia Kuhnert

Produktion Sitftung Humboldt Forum, Timeprints, Produktionsassistenz Kersten Johannsen, Teamassistenz Anika Ziemer, Postproduktion Daniela Prochaska, Andreas König, Musik Andreas König, Sprecher Voice Over Mark Mullens

 

gehört zu