Rawi Hage: Der Ruf. Deutsche Ausgabe
© DIAPHANES 2025
Buchcover von "Der Ruf" von Rawi Hage in Blau- und Gelbtönen, minimalistisch gestaltet.
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Durch eine der Turfan-Ausgrabungsexpeditionen kam nach 1900 das Fragment einer in Uigur und Alttürkisch verfassten manichäischen Schrift ins Museum für Asiatische Kunst nach Berlin. Sie stammt aus der Region der Nördlichen Seidenstraße, der heutigen autonomen Region Xinjiang-Uigur in China. Diese «losen Blätter» haben Rawi Hage inspiriert: «Ich wurde unweit von Byblos im Libanon geboren. Das antike Byblos hält man für jenen Ort, an dem das erste Alphabet erfunden wurde.» Die Begegnung mit dem seltenen und kostbaren Manuskript, seinen vielschichtigen und vielfarbigen Wörtern, lässt Hage über die Bewegung, Entwurzelung, Verschleppung und Migration von Objekten und Menschen nachdenken.

Herausgegeben von der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
Diaphanes, Klappenbroschur, 56 Seiten, 11 x 17 cm, ISBN 978-3-0358-0813-1

Das Doppelblatt gehört zu einer seltenen Sammlung manichäischer Fragmente, die in der „Ruine K“ in Kocho gefunden wurden – in einer einst bedeutenden Stadt im östlichen Tarimbecken. Die Ausgrabungen erfolgten zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Rahmen der deutschen Turfan-Expeditionen, bei denen u.a. in Kocho und Bezeklik in der Turfan-Region zahlreiche Kunstwerke und Handschriften gesammelt und dann nach Berlin verbracht wurden.

Die Handschriftenfragmente befinden sich im Museum für Asiatische Kunst und in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und bilden seit über einhundert Jahren eine zentrale Grundlage für die Forschung. Das doppelseitige Fragment enthält Texte in mehreren Sprachen und Schriften, geschrieben in schwarzer und roter Tinte. Es veranschaulicht eindrucksvoll die kulturelle und sprachliche Vielfalt der Region.

Rawi Hage ist in Beirut geboren und überlebte den libanesischen Bürgerkrieg der 1970er und 1980er Jahre. Er emigrierte nach New York und später nach Montreal, wo er sich als Fotograf und Schriftsteller mit Themen wie Heimatlosigkeit, Exil und Kriegsfolgen auseinandersetzt. Seine Romane wurden mit international renommierten Literaturpreisen gewürdigt und in dreißig Sprachen übersetzt.

Priya Basil und Rawi Hage im Humboldt Forum
© Frank Sperling / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

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