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Entgrenzung – so lautet das große Narrativ der Globalisierung: Grenzen werden durchlässiger, grenzüberschreitende Mobilität entwickelt sich zur universellen Erfahrung, Staaten sind immer weniger in der Lage, die eigenen Grenzen effektiv zu kontrollieren.

Steffen Mau zeigt in seinem neuen Buch Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert (Edition Mercator, CH Beck 2021), dass diese Sichtweise trügt: Vielerorts ist es zu einer neuen Fortifizierung gekommen, zum Bau neuer abschreckender Mauern und militarisierter Grenzübergänge. Grenzen werden zudem immer selektiver und – unterstützt durch die Digitalisierung – zu Smart Borders aufgerüstet, und die Grenzkontrolle hat sich räumlich massiv ausgedehnt. Grenzen sind nach wie vor machtvolle Sortiermaschinen und erfüllen heute ihre Filterfunktion effektiver denn je – zudem als globale und hoch diversifizierte Unternehmung. Nirgends tritt das Janusgesicht der Globalisierung deutlicher zutage als an den Grenzen des 21. Jahrhunderts.

Der Soziologe Steffen Mau (Humboldt-Universität zur Berlin) diskutiert die Thesen seines Buches mit der Migrationsforscherin Naika Foroutan (Berliner Institut für empirische Integrations-und Migrationsforschung – BIM) und dem Philosophen Stefan Gosepath (Freie Universität Berlin). Die Veranstaltung wird von der Journalistin Christiane Hoffmann (Der Spiegel) moderiert.

Eine Veranstaltung in Kooperation von:
Humboldt Labor / Humboldt-Universität zu Berlin, Verlag C.H. Beck, Exzellenzcluster Contestations of the Liberal Script – SCRIPTS, Stiftung Mercator