Fliegende Drachen, geflochtene Zöpfe, bemalte Eier und mehr
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| kostenfrei |
| ab 2 Jahre |
| Deutsch, Farsi, Kurmanji |
| EG, Foyer |
| Gehört zu: Nouruz, Newroz, Nauroz |
Zum Frühlingsfest lädt ein vielfältiges Mitmachprogramm Kinder, Familien und alle Neugierigen dazu ein, Traditionen aus verschiedenen Regionen kennenzulernen. In Workshops und offenen Angeboten können Besucher*innen traditionelle afghanische und usbekische Drachen gestalten und gemeinsam steigen lassen – ein Symbol für Hoffnung, Neubeginn und gemeinschaftliche Freude.
Weitere Angebote greifen Frühlingsbräuche und kulturelle Praktiken aus den Regionen auf: Beim Flechten traditioneller Zöpfe aus usbekischer und kurdischer Tradition werden Geschichten und Bedeutungen dieser Praxis vermittelt. Lassen Sie sich mit Henna nach iranischer, afghanischer oder kurdischer Tradition bemalen und entdecken Sie dabei unterschiedliche Motive und deren Bedeutungen.
Darüber hinaus gibt es kreative Stationen zum Eierbemalen, Blumenkränze flechten sowie zum Ausmalen und Gestalten von Haft-Sin-Motiven.
In der afghanischen Kultur ist der Drachen ein Symbol für Freiheit, Hoffnung und gemeinschaftliche Freude. Besonders zum Nowruz-Fest hat das Drachensteigen eine lange Tradition und bringt Menschen verschiedener Generationen zusammen.
Gemeinsam bauen wir traditionelle afghanische Drachen und lassen sie anschließend zusammen in den Himmel steigen.
Der Workshop wird geleitet von Bashir Ahmad Tahmas, Mohammad Karim Asir und Ahmad Samim Farahmand. Sie sind Künstler und Kulturaktivisten mit umfassenden Kenntnissen der traditionellen und volkstümlichen Bräuche Afghanistans und haben Erfahrung in partizipativen, interkulturellen sowie künstlerischen Aktivitäten im öffentlichen Raum.
Varrak – Freude und Hoffnung im Wind – Usbekische Drachen
In Usbekistan gilt das Drachensteigen im Frühling als eine der lebendigen und bis heute gepflegten Traditionen rund um Navro’z. Wenn die Natur erwacht und die Tage länger werden, gehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam ins Freie, um ihre selbst gefertigten Drachen steigen zu lassen.
Der Varrak ist dabei nicht nur ein Spielzeug, sondern ein fester Bestandteil der Frühlingskultur und ein Sinnbild des Neubeginns. Er verkörpert den Übergang vom Winter zum Frühling, Hoffnung und persönliche Wünsche sowie Leichtigkeit und Aufbruch. Besonders zu Navro’z wird das Drachensteigen zu einem generationsübergreifenden Ritual: Kinder gestalten ihre Drachen selbst oder gemeinsam mit Eltern und Großeltern. Unabhängig von Alter oder sozialem Hintergrund entsteht so ein gemeinschaftlicher Moment, der Menschen verbindet und das Erwachen der Natur feiert. Bis heute gilt das Drachensteigen zudem als symbolischer Ausdruck von Navro’z selbst – als sichtbares Zeichen für Erneuerung, Zusammenhalt und Zuversicht. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher oder persönlicher Herausforderungen wird es zu einem Ausdruck von Resilienz und schafft Raum für Hoffnung, Austausch und positive Zukunftsbilder.
Zum Navro’z-Fest präsentiert Sanat – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft e.V. einen interkulturellen Familienworkshop zur Gestaltung traditioneller usbekischer Drachen.
Das Flechten vieler feiner Zöpfe hat in Usbekistan eine lange Geschichte und steht für Schönheit, Weiblichkeit und kulturelle Identität. Die Zahl 40 gilt als Symbol für Schutz, Ganzheit und Segen – „40 Zöpfe“ bedeuten daher Lebenskraft und Harmonie.
Das Flechten ist ein generationsübergreifendes Ritual, bei dem Mütter, Großmütter und Töchter Wissen und Gemeinschaft pflegen. Mit natürlichen Pflegeprodukten und dem dekorativen „Jamalak“-Flechtband entstehen kunstvolle Frisuren.
Erleben Sie diese Tradition hautnah: authentisch geflochtene Zöpfe, originaler Schmuck und kultureller Austausch – besonders zum Frühlingsfest Navro’z, wenn geflochtenes Haar für Erneuerung und Lebensfreude steht.
In der kurdischen Tradition symbolisieren Zöpfe die Verbundenheit mit dem Land und den eigenen Wurzeln. Sie freiwillig abzuschneiden kann Trauer oder Wut ausdrücken, während ein erzwungenes Abschneiden als Verletzung der weiblichen Identität und Fruchtbarkeit gilt und als Form der Demütigung verstanden wird. Im Zusammenhang mit Kämpferinnen und Frauen stehen Zöpfe zugleich für Widerstand und Würde.
Die politische Dimension der kurdischen Zöpfe wurde dieses Jahr breit diskutiert, als ein Video mit einem abgeschnittenen Zopf in den sozialen Netzwerken auftauchte. Als Zeichen der Solidarität und des Widerstands flochten sich daraufhin Kurdinnen auf der ganzen Welt Zöpfe und teilten dies in den Sozialen Medien.
Lassen Sie sich mit Henna nach iranischer, afghanischer oder kurdischer Tradition bemalen und lernen Sie dabei verschiedene Motive und ihre Bedeutungen kennen. Einige der am Fest beteiligten Vereine zeigen, welche Symbole und Zeichnungen in ihren Gemeinschaften traditionell verwendet werden und erläutern ihre kulturellen Hintergründe.
Eine dieser jahrhundertealten traditionellen Körperkünste, die in verschiedenen Gemeinschaften des Nahen Ostens verbreitet war, unter anderem bei Kurd*innen und Araber*innen wird Deq genannt. Besonders Frauen praktizierten und trugen Deq-Symbole, die zu bestimmten Anlässen verwendet wurden, etwa bei Übergängen im Leben, zur Heirat oder Mutterschaft sowie als Zeichen von Zugehörigkeit oder als Schutz- und Heilzeichen.
Die Zeit um Newroz galt traditionell als Phase des Neubeginns und der Erneuerung. In diesem Zusammenhang wurden Deq-Zeichen häufig im Frühling gestochen, um Schutz, Fruchtbarkeit und einen guten Start in einen neuen Lebensabschnitt zu symbolisieren. Eylem Bozkaya erläutert ausgewählte Symbole und zeigt ihre praktische Anwendung.
Das Bemalen von Eiern hat in vielen Kulturen Tradition. An diesem Tag können kleine und große Besucher*innen Eier kunstvoll gestalten. Sanat – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft e.V. lädt außerdem zum gemeinsamen Flechten von Blumenkränzen ein. Meehr e.V. erläutert die verschiedenen Symbole der Haft-Sin-Tradition und lädt dazu ein, diese beim Ausmalen und kreativen Gestalten kennenzulernen.