Flüssige Grenzen, bewegter Grund – Wo Wasser erinnert
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| kostenfrei, Anmeldung erforderlich |
| Dauer: 120 min |
| Englisch |
| Humboldt Labor, 1. OG |
| Gehört zu: On Water |
Dieser Artist Talk untersucht, wie Wasser, Infrastrukturen und Landschaften als Träger von Erinnerung, Verlust und politischer Gewalt wirken. Ausgehend von Wasser als methodischem und wahrnehmungsbezogenem Rahmen beschäftigt sich die künstlerische Praxis von Valerie Karpan mit Fluidität, Übertragung und Relationalität als Weisen, Raum zu erfahren und zu erzählen. Anhand von Film, Klang und verkörperten Formen der Wahrnehmung geht es darum, wie Umweltveränderungen – etwa Überschwemmungen, Staudammbauten oder erzwungene Migration – sich in Körpern, Erzählungen und alltäglichen Erfahrungen einschreiben.
Das Programm umfasst die Vorführung des Films So Close You Can Almost Touch It (2025) des Künstlerduos Variable Name/Назва змінна. Der Film thematisiert Verlust und Anpassung in Lebensräumen, die durch hydrologische Eingriffe und kriegsbedingte Zerstörung geprägt sind, und entwirft spekulative Formen kollektiver Erinnerung und Imagination. Im Dialog dazu untersucht das laufende, klangbasierte Forschungsprojekt Hydraulic Border Intervals (2026) Grenzen als dynamische Zonen, die durch Flüsse, Radiowellen und administrative Regime geformt werden. Das kollektive digitale Mapping-Projekt Kinography (2021) verfolgt die Geschichte modernistischer Kinos, die im sowjetischen Filmverleihsystem entstanden sind, sowie deren lokale Aneignungen in der Ukraine. Als Teil einer breiteren Praxis des „Counter-Mapping“ rückt es körperliche Erfahrung, materielle Auseinandersetzung und kollektive Prozesse in den Mittelpunkt.
Die Veranstaltung eröffnet Fragen danach, wie Landschaften Subjektivität prägen und wie künstlerische Praktiken neue Formen des Wahrnehmens, der Beziehung und des Erinnerns in fragilen Umwelten entwickeln können.
Beteiligte
Valerie Karpan ist eine Künstlerin und Forscherin aus Kyiv und Doktorandin in Zeitgenössischer Kunst an der University of Coimbra. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von partizipativer Kunst, kritischer Heritage-Forschung und dekolonialen Perspektiven auf Erinnerung in Zentral- und Osteuropa. Sie untersucht, wie Infrastrukturen, Landschaften und Grenzen als Orte von Erinnerung, Verlust und politischer Subjektivierung fungieren. Valerie Karpan arbeitet mit der Invisible University for Ukraine zusammen, ist Mitbegründerin der NGO Cultural Geographies sowie Mitglied des Künstler*innenkollektivs Variable Name/Назва змінна (seit 2018). Derzeit ist sie Research Fellow am Käte Hamburger Kolleg inherit. heritage in transformation an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Elisaveta Ernst ist Kunst- und Bildhistorikerin mit Schwerpunkt auf der Geschichte und Theorie der Fotografie. Ihre Forschung befasst sich mit der Epistemologie und Ästhetik bildbasierter Wissensproduktion in Kunst und Wissenschaft. Zu ihren weiteren Arbeitsfeldern zählen die Ästhetik des Totalitarismus, die Kunstgeschichte Osteuropas sowie Gender-/Queer-, postkoloniale und postsäkulare Theorie und visueller Aktivismus. Sie ist derzeit als wissenschaftliche Koordinatorin am Käte Hamburger Kolleg inherit. heritage in transformation an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte Osteuropas am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin.