Mesdames Thanh Sắc
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| 10 EUR / ermäßigt 5 EUR |
| Thắng Vũ / Vietnam 2026 / 124 Min. / Drama / Vietnamesisch mit englischen Untertiteln / FSK 16 |
| Schlüterhof |
| Gehört zu: Box Office Around The World |
Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt der Film von einem Eifersuchtsdrama, das im Nachtleben Saigons in den 1960er Jahren spielt. Im Zentrum stehen zwei prominente Damen aus der High Society: Madame Sắc, die reiche Besitzerin einer sagenhaften Diamantenkollektion – und eines legendären Etablissements. In ihrem „Kim Do“-Nachtclub glitzert es, es knistert an jeder Ecke und nicht nur die umwerfende Garderobe der Damen erinnert an Paris. Der luxuriöse Club ist ein Treffpunkt der Unterwelt von Saigon, die es sich hier allnächtlich sehr gutgehen lässt und im Dunkel der Nacht arrangiert, dass alles so weitergeht… In diesem Milieu steigt die wunderschöne Cam Thanh in der Gunst des Publikums zur berühmtesten Tänzerin der Stadt auf. Doch Madame Sắc ist so streng wie eifersüchtig und machtbesessen. Als sich Cam Thanh aus ihrer Abhängigkeit befreien will, geraten die Damen aneinander, ihr Machtkampf zieht beide in eine dramatische Abwärtsspirale.
Allein die Ausstattung macht diesen Film zu einer aufsehenerregenden Besonderheit im vietnamesischen Kino – doch die elegante Rekonstruktion des Saigoner Nachtlebens jener Jahre wird auch durch ihre Anspielungen auf die Gegenwart sehenswert.
Programm
20:00 Uhr
Gespräch mit Đức Ngô Ngọc (Filmregisseur), Hong Quang Trương (Co-Kurator/ Germanist und Literaturübersetzer) und Dorothee Wenner (Moderation)
auf Deutsch
21:00 Uhr
Filmvorführung
Beteiligte
Der vietnamesisch-deutsche Regisseur und Drehbuchautor Đức Ngô Ngọc wurde in Hanoi geboren und zog später als Sohn von DDR-Gastarbeitern nach Berlin.
In preisgekrönten Filmen wie „Fruit & Vegetables“, „Farewell Halong“ und „Trading Happiness“ verarbeitet er seine persönlichen Erfahrungen mit Migration und präsentiert seine Sichtweise auf dieses Thema. „Trading Happiness“ wurde 2020 in drei Kategorien für den FIRST STEPS Award nominiert und gewann im selben Jahr den Publikumspreis beim Max-Ophüls-Preis-Filmfestival in Saarbrücken.
Ngo Ngoc schloss sein Bachelorstudium in Mediendesign/Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar ab. Im Rahmen seines Masterstudiums in Filmregie an der Filmhochschule Babelsberg KONRAD WOLF studierte er ein Semester lang an der Akademie für Theater und Film in Hanoi.
Ausgelöst durch die mangelnde Vielfalt in der Filmbranche gründete Ngo Ngoc den dokumentarisch ausgerichteten Workshop „Dreh’s Um“ für vietnamesisch-deutsche Jugendliche. Für seine interkulturelle Medienarbeit wurde er mit dem Dieter-Baacke-Preis 2022 ausgezeichnet.
Seine Leidenschaft für den Dokumentarfilm prägt auch seine Herangehensweise am Set von Spielfilmen. Er arbeitet gerne mit Laiendarstellern zusammen und liebt es, mit hybriden Formaten zu experimentieren, insbesondere bei der Entwicklung von Drehbüchern und den Proben mit den Schauspielern. Ngô Ngọc interessiert sich besonders dafür, komödiantische Elemente mit tragischen Tönen zu verbinden, um ein breites Publikum zu erreichen. Neben dem Kino arbeitete er daher 2021 und 2022 an für den Grimme-Preis nominierten Serien wie „Wir“ und „Echt“.
Kürzlich schrieb er das Drehbuch und führte Regie bei einer Folge der sechsteiligen Dramaserie „Made in Germany“, die die Geschichten einer Gruppe von Freunden erzählt, die als Kinder der zweiten Generation in Berlin aufgewachsen sind. Gemeinsam stellen sie sich den Herausforderungen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, individuelle Ziele zu verfolgen, über ihre Identität nachzudenken und sich mit den tiefgreifenden Fragen des Lebens auseinanderzusetzen.
Duc erhielt 2025 den Deutschen Drehbuchpreis für sein Drehbuch „Ha-Neu/Berlin“.
Dr. phil. Trương Hồng Quang wurde 1959 in Nghe An, Vietnam, geboren. Er studierte Germanistik und promovierte in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Karl-Marx-Universität Leipzig zum Thema „Goethes ‚Faust‘ und Nguyen Dus ‚Das Mädchen Kieu‘ – ein Vergleich“. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literatur in Hanoi, als Dolmetscher an der Jugendhochschule am Bogensee sowie in Hartenstein und Leipzig, als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei SÖSTRA – Sozialökonomische Strukturanalysen e. V. und ist seitdem freiberuflicher Dolmetscher und Übersetzer.
Literaturübersetzungen aus dem Deutschen ins Vietnamesische, u. a.: Isabelle Müller: „Loan – Aus dem Leben eines Phönix“, Biografie, Verlag Trẻ, Ho-Chi-Minh-Stadt 2018; Thomas Köck: „atlas“, Drama, Suhrkamp Theater Verlag, Berlin 2019, im Auftrag des Schauspiels Leipzig; Georg Büchner: „Woyzeck“, Drama, im Auftrag des Goethe-Instituts Hanoi 2022; Thomas Köck: „The Gem“, Drama, im Auftrag des Goethe-Instituts Hanoi, uraufgeführt am Youth Theatre Hanoi im September 2025.
2020 gründete er den deutsch-vietnamesischen Podcast „Leben mit Corona“ (vietnamesisch: „Sống chung với Corona“). Eine mehrteilige Gesprächsreihe aus dem Podcast erschien unter dem Titel „Zeit ist nicht nach einer Armbanduhr zu messen – Ein Rückblick nach 95 Lebensjahren. Gespräch mit Heinz Blumenthal“ als Buch (Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2025). Seit 2023 arbeitet er als Ko-Kurator des Filmfestivals „Box Office Around the World“ im Humboldt Forum und ist zuständig für die vietnamesischen Filme.
Trailer
Wir bedanken uns herzlich bei Trương, Hồng Quang.
Mit freundlicher Unterstützung der Vereinigung der Vietnamesen in Berlin & Brandenburg.