NUESTRA TIERRA
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| 10 EUR / ermäßigt 5 EUR |
| Lucrecia Martel / Argentinien 2025 / 122 Min. / Dokumentarfilm / Spanisch mit englischen Untertiteln |
| Schlüterhof |
| Gehört zu: Box Office Around The World |
Der Mörder von Javier Chocobar trug außer der Pistole eine Kamera bei sich, als er im Oktober 2009 den Angehörigen der indigenen Chuschagasta-Community tötete und zwei weitere Männer schwer verletzte. Das Video war auf Youtube zu sehen – und neun Jahre später im Gerichtssaal. So lange wurde der Prozess gegen die Killer – ein reicher Großgrundbesitzer und seine Mitstreiter, zwei Ex-Polizisten – hinausgezögert.
Lucrecia Martel unternimmt in ihrem Dokumentarfilm eine Zeitreise zu den kolonialen Wurzeln des Verbrechens und landet in der Gegenwart. Gemeinsam mit ihrer Ko-Autorin María Alché begab sie sich auf eine jahrelange, akribische Recherche in die Tucumán Provinz in den Nordwesten Argentiniens, 1500 Kilometer von Buenos Aires entfernt. Der Film dokumentiert, welche Folgen der Mord in der Community hat. Die Witwe Chocobars steht oft im Zentrum. Das Team filmt im Gerichtssaal, studiert Akten und private Photoalben, im Hintergrund schmieden sie Allianzen mit Menschenrechtsorganisationen. Martel, die durch ihre Spielfilme Weltruhm erlangt hat, sagt über ihren ersten langen Dokumentarfilm: „Der Dokumentarfilm ist ein sehr schwieriges Genre, weil er für sich beansprucht, eine engere Verbindung zur Realität zu haben als Spielfilme. Er sucht nach der Wahrheit. Etwas Unmögliches, wenn es um die offizielle Geschichtsschreibung eines Landes geht, die eine Fiktion von gigantischem Ausmaß ist.“
Martel begegnet dem „Unmöglichen“ mit cineastischer Meisterschaft, die einen genauen Blick auf die perfiden Mechanismen der Macht wider die indigene Bevölkerung ermöglicht. Dabei ist ein hoch aktueller Thriller entstanden, der derzeit nicht nur in Argentinien für enormes Aufsehen sorgt.
Programm
20:00 Uhr
Gespräch mit María Alché (Drehbuchautorin), Julieta Zarankin (Kuratorin) & Dorothee Wenner (Moderation)
auf Englisch und Spanisch
21:00 Uhr
Filmvorführung
Beteiligte
María Alché ist eine argentinische Drehbuchautorin, Regisseurin und Schauspielerin. Ihr Spielfilmdebüt Familia sumergida (2018) feierte Premiere beim Filmfestival Locarno und wurde unter anderem mit dem Ingmar-Bergman-Preis für das beste Debüt in Göteborg und dem Horizontes-Latinos-Preis in San Sebastián ausgezeichnet. Ihr zweiter Film Puan (2023, gemeinsam mit Benjamín Naishtat inszeniert) gewann den Preis für das beste Drehbuch und die Silberne Muschel für den besten Hauptdarsteller im internationalen Wettbewerb von San Sebastián, wurde in Argentinien, Spanien und Frankreich zum Publikumserfolg und vertrat Argentinien 2024 bei Box Office Around the World im Humboldt Forum.
Sie ist Co-Autorin des Drehbuchs zu Nuestra Tierra (2025), inszeniert von Lucrecia Martel und uraufgeführt bei den 82. Filmfestspielen von Venedig. Alché und Martel arbeiten seit über zwanzig Jahren zusammen, seit Alché 2004 die Hauptrolle in Martels La niña santa spielte.
Julieta Zarankin wurde in Buenos Aires geboren und lebt seit 2009 in Berlin. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Fakultät für Philosophie und Literatur der Universidad de Buenos Aires arbeitete sie in verschiedenen Bereichen der Filmpromotion, -distribution und -produktion – unter anderem bei Festivals wie BAFICI und Mar del Plata, bei Produktionsfirmen wie Black Forest Films und Sommerhaus Filmproduktion, sowie bei Verleihern wie Santa Cine und dem Wolf Kino, wo sie Teil des Gründungsteams war. Im Jahr 2021 wurde sie Teil des Berlinale Co-Production Market Teams, wo sie seitdem arbeitet. 2014 gründete sie INVASION, das erste argentinische Film- und Kulturfestival in Berlin, das sie seither leitet. Sie kuratiert gemeinsam mit Dorothee Wenner den argentinischen Film von Box Office Around the World im Humboldt Forum.
Partner
Mit freundlicher Unterstützung von Invasion.