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Vergangene Termine
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Das Humboldt Forum zeigt gemeinsam mit dem German International Ethnographic Film Festival sieben Filme, die in Mali, Kamerun, Indien, Brasilien, USA und Papua-Neuguinea gedreht wurden.
Gemein ist diesen ethnografischen Filmen ein kooperativer Schaffensprozess von Menschen vor und hinter der Kamera. Im Ethnofilm wird die strenge Trennung zwischen Filmemacher*innen und Gefilmten aufgebrochen. Bei den kooperativen Filmprojekten stehen transparente Entscheidungsstrukturen und das gemeinsame Ziel im Vordergrund. Die Vielschichtigkeit der Beziehungen zwischen Filmemacher*innen und den gefilmten Personen wird in den, an die fünf Filmblöcke anschließenden Gesprächen mit den anwesenden Mitwirkenden diskutiert. Moderiert wird der Filmtag von Dorothee Wenner.
Alle Filme werden in den Originalsprachen (Bambara, Französisch, Hindi, Portugiesisch, Tok Pisin) mit englischen Untertiteln gezeigt.

Der Filmtag Slices of Life ist eine Zusammenarbeit des Ethnologischen Museums, Staatliche Museen zu Berlin, der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss und dem German International Ethnographic Film Festival (GIEFF).

DAS PROGRAMM

Gastgeberin

11:00

Begrüßung

11:10 – 12:50

A Kali Temple Inside Out

83 min, 2018, Indien
Hindi mit englischen Untertiteln

Ein Film von Dipesh Kharel und Frode Storaas auf der Grundlage der anthropologischen Forschung von Kathinka Frøystad.

Religiöse Grenzen sind nicht unbedingt so scharf und antagonistisch, wie es uns die Nachrichtenmedien vermitteln möchten. Dieser Film zeigt den Alltag in und um einen Kali-Tempel in der Stadt Kanpur, Uttar Pradesh, Indien. Das Tempelgebäude beherbergt einen Kali-Schrein und einen kleineren Hanuman-Schrein. Die Besucher der Stätte geben vor beiden Schreinen Opfergaben. Durch die genauere Vorstellung eines Priesters und drei Gläubigen zeigt der Film, warum dieser Tempel für sie so wichtig ist. Sie besuchen aber gelegentlich auch heilige Orte anderer religiöser Traditionen, wo sie lernen oder zusätzliche göttliche Unterstützung suchen. Der Film ist somit eine stille Kritik gegen die Obsession mit religiösen Konflikten in zeitgenössischen Debatten. Gott ist allmächtig und Religionen sind das Erzeugnis von Menschen, wie der Priester im Film abschließend bemerkt.

 

Film-Talk
Inside and Outside. Perspectives in the making of the film A Kali Temple Inside Out
Pause

13:00 – 14:45

Family Song

75 min, 2020, Brasilien
Brasilianisches Portugiesisch mit englischen Untertiteln

Ein Film von Paula Bessa Braz und Mihai Andrei Leaha

Eine Familie beschließt, in ihrem eigenen Haus eine Schule für klassische Musik zu eröffnen. Die sechs jungen Cruz-Brüder beginnen, den Kindern in ihrer Nachbarschaft verschiedene Musikinstrumente beizubringen. Nach und nach wird das Haus zu einem musikalischen Treffpunkt in einem der gefährlichsten Viertel von Fortaleza. Um ihren Traum vom Leben als professioneller Musiker zu verwirklichen, muss die Familie jedoch nach neuen Horizonten suchen. Wie weit wird die Musik sie bringen?

Film-Talk
Filming (in) times of crisis: reflecting upon visual politics and collaboration against controlling images in Brazil
Pause

16:00 – 17:30

New York, Just Another City

18,5 min, 2019, USA
Guarani Mbya mit portugiesischen, spanischen oder englischen Untertiteln.

Ein Film von André Lopes und Joana Brandão.

Patrícia Ferreira, eine junge Führungspersönlichkeit und Regisseurin für audiovisuelle Medien, wurde für ihre Dokumentarfilme über ihr Volk, die Guarani Mbya, ausgezeichnet. Sie wurde eingeladen, um ihre Arbeit auf einem der größten ethnographischen Filmfestivals der Welt, dem Margaret Mead Film-Festival, zu diskutieren, das im American Museum of Natural History in New York stattfand. Hier begegnet Patricia einigen Ausstellungsstücken, Debatten und Haltungen, die sie über die Welt der „Juruá“ nachdenken lassen, die den Lebensweisen der Guarani entgegenstehen.

Ãjãí: the Headball Game of the Myky and Manoki

48 min, 2019, Brasilien
Brasilianisches Portugiesisch und Myky mit brasilianischen und englischen Untertiteln

Ein Film von André Lopes und Typju Myky

Ãjãí ist ein unterhaltsames Spiel, bei dem die Spieler den Ball nur mit ihren Köpfen berühren dürfen. Diese Spielart wird von einigen wenigen indigenen Menschen weltweit ausgeübt. Sie ist auch bei den Myky- und Manoki-Stämmen im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso verbreitet. Diese Stämme sprechen eine Sprache einer isolierten Sprachfamilie. Jugendliche der Myky-Bevölkerung beschließen, ihr Spiel zum ersten Mal zu filmen und zu dokumentieren, um den Film außerhalb der Dörfer zu zeigen. Aber um dieses große Fest zu organisieren, stehen ihre Oberhäupter vor einigen Herausforderungen.

Film-Talk
Collaborative Films in Indigenous Terms I
Pause

18:00 – 19:30

Everyday Survival

39 min, 2020, Kamerun
Musgum und Fulfulde mit englischen Untertiteln

Ein Film von Addoul Aziz Wadazoua

Umweltkrisen beeinträchtigen zunehmend natürliche Ressourcen, insbesondere den Fischbestand. Dies stört auch den Lebensrhythmus des lokalen Fischers Musgum in der Hochwasserebene bis zu dem Punkt, an dem Moumin und seine 47-köpfige Familie etwas Neues unternehmen müssen, um täglich je nach der Saison und den Möglichkeiten der Fischerei überleben zu können.  Diese Aktivitäten wurden bislang als vorübergehend betrachtet und das sozioökonomische Leben der Familie von Moumin hat sich durch die Verwaltung der Erträge aus der Fischerei während der Fangsaison verändert. Auch wenn die Familie von Moumin diesen verschiedenen Überlebensaktivitäten nachgeht, ist sie weit davon entfernt, ihren Status als Fischer aufzugeben. Vielmehr werden diese sekundären Aktivitäten als eine Strategie zur Bewältigung der Umweltkrisen in der Ebene gesehen.

Kɔtɛ

26 min, 2020, Mali
Französisch und Bambara mit englischen Untertiteln

Ein Film von Sydylamine Bagayoko 

In Mali, in den Ortschaften San und Bla und insbesondere im Gürtel von Dâdougou war kɔtɛ weit verbreitet und in ein System von Initiationsgesellschaften wie der NYA und der DO eingebettet. In den meisten Dörfern von Dâdugu findet die Zeremonie von kɔtɛ entweder nach dem Tod eines Dorfvorstehers oder alle sieben Jahre statt. Während der zweitägigen Feierlichkeiten gibt es mehrere Aktivitäten rund um die Zeremonie der geheimen Initiation. In jeder Phase der Initiation gibt es einen Kampf. Zwei Kämpfer stehen sich als Gegner gegenüber. Die Monyontigi tragen lange brennende Baumstämme. Sie versuchen, den Körper der Akteure zu berühren, die das Gegner-Lager repräsentieren, welche sich wiederum mit Dornenzweigen zu schützen versuchen.

 

Film-Talk
The Viscam project

Pause

20:00 – 21:45

A Slice of Life

42 min, 2022, Papua-Neuguinea
Tok Pisin mit englischen Untertiteln

Ein Film von Gina Knapp, Verena Thomas und Jackie Kauli

„A Slice of Life – Opena Gosalo“ ist der Pilotfilm einer gleichnamigen Telenovela aus Papua-Neuguinea. Spielort ist Lopatena, eine Gemeinschaft von Subsistenzbauern und Kriegern im östlichen Hochland. „A Slice of Life“ kombiniert Fiktion und Drama mit ethnographischen Aufnahmen über fünfundzwanzig Jahre und beruht auf wahren Begebenheiten. Das Drehbuch wurde vor Ort von den Filmemachern bzw. Anthropologen und den Mitgliedern der Gemeinschaft entwickelt, die auch als Schauspieler des Films agieren.

Das Dorf Lopatena war in einem lang andauernden Stammeskrieg zerstört worden. Jetzt, im Jahr 2019, sind die verstreuten Gemeindemitglieder nach einem zerbrechlichen Frieden in ihr Land zurückgekehrt und bauen ihre Häuser wieder auf. Das soziale und wirtschaftliche Leben beginnt wieder, aber anders. Die Gemeindemitglieder leiden zunehmend wirtschaftliche Not aufgrund kultureller Veränderungen und der Verbreitung der Bargeldwirtschaft. Die Landstreitigkeiten mit einem benachbarten Stamm sind noch nicht vollständig beigelegt. Die Spannungen bleiben trotz eines Waffenstillstandsabkommens bestehen und es besteht immer noch die Gefahr eines erneuten Ausbruchs von Gewalt.

Die Serie stellt dem Publikum die Realität von Charakteren aus zwei Familien in Lopatena vor, die ihr Dorfleben neu beginnen. Wir erleben die persönlichen Herausforderungen, vor denen sie stehen, spüren ihre Freuden und ihren Humor und teilen ihre Nöte – Verrat, Ehebruch, Familienprobleme, wirtschaftliche Probleme. Vor allem begleiten wir die Gemeinschaft auf der Suche nach Frieden.

Durch Aufdeckung von Strategien der Neufindung des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens angesichts kultureller Veränderungen verfolgt der Film die Lopatena bei ihrem Streben nach Selbstbefähigung.

Film-Talk
Collaborative Films in Indigenous Terms II

Slices of Life. Ethnofilm: Collaborations and Perspectives 2022

Gehört zu