1989 als Auftrag: Verpasste Chancen? Neue Perspektiven
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| 5 Euro/ 3 Euro ermäßigt |
| Einlass ab 18:00 |
| ab 16 Jahre |
| Deutsch |
| Berlin Ausstellung, 1. OG, Saal 5 Berlin Raum |
Wurde 1989/90 ein demokratischer Aufbruch verpasst? In BERLIN GLOBAL treffen Erfahrungen aus der Transformationszeit auf junge Perspektiven.
1989 überwanden die Menschen in der DDR die SED-Diktatur. Die Arbeitsgruppe „Neue Verfassung” vom Zentralen Runden Tisch diskutierte über Demokratie, Freiheit und Mitbestimmung und legte 1990 einen Verfassungsentwurf vor. Eine breite Debatte darüber blieb aus.
Welche Chancen zur demokratischen Erneuerung wurden nicht genutzt? Und trägt das zur heutigen Unzufriedenheit bei?
Es diskutieren Sabine Bergmann-Pohl, ehemalige Präsidentin der ersten frei gewählten Volkskammer, Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie und Zusammenhalt bei der Bertelsmann Stiftung mit Manuela Ritz, Sozialpädagogin, Coachin und Autorin und Aktivist Max Schneller.
Dagmar Hovestädt moderiert das Gespräch.
Beteiligte
Sabine Bergmann-Pohl war 1990 Präsidentin der ersten frei gewählten Volkskammer und damit das letzte Staatsoberhaupt der DDR. Unter ihrer Präsidentschaft beschloss die Volkskammer am 23. August 1990 den „Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland“ und damit ihre Auflösung. Nach der Wiedervereinigung gehörte sie dem Deutschen Bundestag an und war Bundesministerin für besondere Aufgaben sowie Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit. Seit 2022 ist sie Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft e. V.
Manuela Ritz ist Sozialpädagogin, Coachin und Autorin. Sie arbeitet seit zwei Jahrzehnten in der politischen Bildung gegen Diskriminierung und für eine machtkritische Diversifizierung. Ihre Schwerpunkte sind Adultismus, Anti-Rassismus und Empowerment für Menschen mit Rassismus-Erfahrungen sowie die Thematisierung des Machtverhältnisses zwischen Ost- und Westdeutschland.
Paulina Fröhlich ist Senior Expert im Programm „Demokratie und Zusammenhalt“ der Bertelsmann Stiftung. Dort arbeitet sie zu Demokratiereformen und Demokratiepolitik.
Zuvor arbeitete sie beim Berliner Think-Tank „Das Progressive Zentrum“. Dort leitete sie den Programmbereich „Resiliente Demokratie“. Das Capital Magazin listete sie im Jahre 2020 als Top 40 unter 40 in der Kategorie Gesellschaft und Wissenschaft.
Max Schneller ist einer der jüngsten und reichweitenstärksten politischen Aktivisten aus Ost-Deutschland. Im April 2025 ging er viral, als er auf einer Querdenken-Demo in seiner Heimatstadt Bad Dürrenberg sprach und den Demo-Teilnehmenden eine ganz andere Meinung vermittelte, als sie hören wollten. Seitdem steht er in der Öffentlichkeit.
Dagmar Hovestädt ist eine internationale Archiv-Expertin. Von 2011 bis 2021 war sie die Sprecherin des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. Von 2021 bis 2024 leitete sie die Abteilung „Vermittlung und Forschung“ im Bundesarchiv. Seit 2024 ist sie Lehrbeauftragte am Irischen Zentrum für Menschenrechte der Universität Galway.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Berlin Freedom Week“ statt und schließt die vierteilige Reihe „Über Grenzen: Ziehen, Einreißen und Verschieben“ in BERLIN GLOBAL ab.