Porträt der nonbinären Künstler*in Kim de l'Horizon
© Valerie Reding
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«Wenn ich so gross wäre wie du. Blutbuche. Du kannst einfach wachsen. Niemand bestimmt deine Form. Ich möchte sein wie du.»

Vom Bestseller Blutbuch (2022) ausgehend, spricht Kim de l’Horizon über mehr-als-menschliche Verwandtschaften – insbesondere zwischen Mensch und Baum. Im Zentrum steht die zarte Blutbuche als Denk- und Erfahrungsfigur, an der sich zentrale Fragen unserer Gegenwart zeigen: die (Un-)Fähigkeit zur Empathie, Prozesse des Wachsens und des In- und Out-Groupings.

Kim präsentiert eine Lecture Performance, die sich zwischen Lesen, improvisiertem Sprechen und Singen bewegt. Ausgehend von Textfragmenten – von Blutbuch über Donna Haraway bis hin zu historischen Kirchengesetzen – entfaltet sich ein assoziatives Geflecht aus Recherche, Reflexion und Stimme.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie aus einer weißen, europäischen Perspektive über Animismus gesprochen werden kann. Das Christentum hat über Jahrhunderte hinweg versucht, Verwandtschaften zwischen Menschen und mehr-als-menschlichen Wesen zu unterdrücken – insbesondere jene mit Bäumen, die eng mit Ahnenkulten und magischen Praktiken verbunden waren. Vor diesem Hintergrund stellt die Performance die Frage, wie sich lokale animistische Spuren in Europa wieder aufnehmen lassen, ohne das koloniale Erbe, das weiße europäische Subjekte tragen, zu verleugnen.

Die Lecture entsteht im Moment: als freies Sprechen aus Kims Recherche heraus, als tastendes Denken in Echtzeit.

Es gibt nur eine Familie: die terrestrische – die aus, von und zur Erde Werdenden.

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