Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung
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| kostenfrei |
| Dauer: 45 min |
| ab 12 Jahre |
| Deutsch |
| Mechanische Arena im Foyer |
| Gehört zu: Nouruz, Newroz, Nauroz |
Nowruz wird seit 3.000 Jahren gefeiert und nicht immer waren es friedliche Zeiten. Auch jetzt trauern sehr viele Menschen im Iran um ihre Angehörigen oder Freund*innen, die getötet wurden.
Das Nowruzfest wurde oft verboten und ist es auch aktuell unter dem Regime der Taliban in Afghanistan.
Doch wie gehen die Menschen in solch schmerzvollen Momenten mit dem Fest um? Wie begeht man ein Fest wenn einem nicht nach Feiern zumute ist oder wenn das Feiern unter Strafe steht?
Darüber sprechen Shila Behjat und Baura Haqiqat. Moderiert wird das Gespräch von Azita Sharafkandi.
Beteiligte
Shila Behjat, 1982 in Karlsruhe geboren, ist Journalistin, Publizistin und Moderatorin mit deutsch-iranischen Wurzeln. Sie studierte Jura in Hamburg und Paris und arbeitete unter anderem als Großbritannien-Korrespondentin, bevor sie als Kulturredakteurin bei ARTE Dokumentationen und neue Formate verantwortete. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich vor allem mit feministischen Perspektiven auf Gegenwart und Geschichte sowie mit Fragen von Gleichberechtigung und Frauenrechten. 2024 erschien ihr vielbeachtetes Debüt „Söhne großziehen als Feministin“, 2025 folgte „Frauen und Revolution“, in dem sie weltweiten weiblichen Protest und seine Bedeutung für demokratische Bewegungen beleuchtet. Sie moderiert regelmäßig Veranstaltungen und lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Baura Haqiqat wurde in Afghanistan geboren und wuchs in Deutschland auf. Nach dem Abitur studierte sie Lehramt mit den Fächern Englisch, Geschichte und Religion und schloss ihr Studium mit dem Staatsexamen ab. Schon früh verband sie ihre akademische Laufbahn mit gesellschaftlichem Engagement.
Während ihres Studiums arbeitete sie als Autorin für den Afghanistik Verlag und entwickelte gemeinsam mit dem Verlag rund zehn Sprachbücher in Paschto und Deutsch für afghanische Geflüchtete. Diese Bücher unterstützten paschtosprachige Menschen beim Deutschlernen und beim Ankommen in Deutschland. Durch diese Arbeit wurden erstmals Paschto-Sprachbücher in deutschen Bibliotheken aufgenommen und eine eigene Sektion für Paschto-Sprachliteratur geschaffen.
Seit 2016 ist Baura Haqiqat zudem als Dolmetscherin für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge tätig und unterstützt dort die Verständigung zwischen Behörden und Menschen mit Migrationshintergrund.
Neben ihrer sprachlichen und pädagogischen Arbeit ist sie auch Unternehmerin und führt seit über zehn Jahren ein eigenes Sicherheitsunternehmen in Deutschland.
Ein besonderer Schwerpunkt ihres Engagements liegt in der Förderung der afghanischen Kultur in Europa. Seit 2017 organisiert sie afghanische Konzerte und Kulturveranstaltungen in Deutschland, den Niederlanden und England und schafft damit Begegnungsräume für die afghanische Diaspora. Dabei hat sie unter anderem Auftritte renommierter Künstler wie Haider Salim, Najim Nawabi, Naghma, Salma Jahani und Habib Qaderi organisiert.
Mit ihrem vielseitigen Engagement verbindet Baura Haqiqat Bildung, Sprache, Unternehmertum und Kultur, um Brücken zwischen Kulturen zu bauen und die afghanische Kultur auch außerhalb ihres Herkunftslandes sichtbar zu machen.
Azita Sharafkandi wurde in Mahabad in Ostkurdistan (Iran) geboren. Ihre Arbeit verbindet digitale Innovation, gesellschaftliches Engagement und kulturellen Ausdruck. Als E-Commerce- und Social-Media-Spezialistin mit Erfahrung im Bereich Künstliche Intelligenz setzt sie sich dafür ein, dass neue Technologien auch die Perspektiven von Menschen mit Migrationsgeschichte stärker berücksichtigen.
Seit über zehn Jahren engagiert sie sich für Menschenrechte, Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe. Ihr besonderer Fokus liegt auf der Stärkung der kurdischen Diaspora sowie auf Dialog, Vielfalt und demokratischen Werten in Deutschland.
Azita Sharafkandi ist Vorstandsmitglied der Kurdischen Gemeinde Deutschland (KGD) und der Kurdischen Jugend Deutschland (KJD). Dort setzt sie sich für politische Aufklärung, kulturelle Sichtbarkeit und die Beteiligung kurdischer Communities ein, insbesondere von jungen Menschen.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Einsatz für Feminismus und Frauenrechte. Von 2019 bis 2022 leitete sie eine Frauengruppe bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland (BAGIV) in Berlin und organisierte politische Bildungs- und Austauschformate für Frauen.
Neben ihrem politischen Engagement ist sie auch kulturell aktiv: Sie moderiert kurdische Veranstaltungen und ist Sängerin, die kurdische Musik in einem modernen Stil interpretiert. Für sie ist Kunst eine Form von Erinnerung, Widerstand und kultureller Selbstbehauptung.