Post Palast
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| 8 EUR / ermäßigt 4 EUR |
| Dauer: 120 min |
| Saal 3, EG |
| Teil von: ORTS-Termin |
Der Palast der Republik, einst Ort staatlicher Repräsentation und kulturellen Lebens in der DDR, wurde in den 1990er Jahren zum Streitfall und Symbol der Konflikte um die Wiedervereinigung. Sein Abriss zwischen 2006 und 2008 löst bis heute kontroverse Debatten über Erinnerung und die Frage aus, wessen Stimmen Gehör finden – nicht zuletzt im Humboldt Forum.
Doch was bedeutet der Palast für Menschen, die in den 1990er Jahren geboren wurden und ihn überwiegend aus Erzählungen kennen? Und wie prägt das Erbe der DDR diese Generation und ihren Blick auf Gegenwart und Zukunft?
Das Erscheinen des Buches Postwendekinder. Für eine solidarische und gleichberechtigte deutsch-deutsche Zukunft ist für uns Anlass, zu einem Gespräch einzuladen.
Gemeinsam mit der Herausgeberin Angelique Pershon und dem Autor Martin Ebendorff-Heidepriem fragen wir, warum es wichtig ist, sechsunddreißig Jahre nach der Wiedervereinigung über deutsche Identitäten junger Menschen zu sprechen. Ebenso diskutieren wir mit Dominique Falentin, einer Kuratorin der Ausstellung Hin und weg 2024/25 im Humboldt Forum, und dem Kulturwissenschaftler Julius L. Jung über ihre Perspektiven auf den Palast der Republik. Moderiert von Dr. Judith Prokasky, Stiftung Humboldt Forum.
Wir laden das Publikum ein, mitzudenken und mitzudiskutieren.
Beteiligte
Dominique Falentin ist Kunstwissenschaftlerin. 2019 verfasste sie ihre Masterarbeit über den Palast der Republik in der Erinnerungskultur und analysierte das Thema anhand von verschiedenen Ausstellungen. Von 2022 bis 2025 war sie in der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss Teil des Ausstellungs- und Programmteams Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart. Im Frühling diesen Jahres erschien ein Beitrag von ihr im Buch Postwendekinder. Für eine solidarische und gleichberechtigte deutsche-deutsche Zukunft. Seit Mai 2026 arbeitet sie in der Leseförderung und Öffentlichkeitsarbeit in der Kinder- und Jugendbibliothek Spandau.
Julius L. Jung hat Amerikanistik und deutsche Literatur studiert (Bachelor-Abschluss Oktober 2025) und setzt sich mit der Aufarbeitung der deutsch-deutschen Geschichte auseinander. Ursprünglich aus Oberfranken – einer westdeutschen Region an der ehemaligen innerdeutschen Grenze – lebt er seit zehn Jahren in Berlin. 2024 entwickelte er gemeinsam mit Kommiliton:innen im Rahmen eines Seminars von Daniel Tyradellis am Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik die Intervention Palastkonsulat für Erinnerungen und Objekte in der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss. Dabei stand die Frage nach der Bedeutung des Palasts der Republik für die deutsch-deutsche Geschichte im Mittelpunkt. Gegenwärtig arbeitet er als Junior Projektmanager bei BAND (Business Angels Deutschland e.V.).
Angelique Pershon ist Psychologin (M.Sc.) und IT-/Management Consultant für den öffentlichen Sektor. Sie studierte in Lübeck, San Marcos (USA) und Leuven (Belgien) und sammelte praktische Erfahrungen an diesen Standorten sowie in Bukarest (Rumänien), Frankfurt am Main und Bad Kissingen. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Erforschung sozialer und organisationaler Prozesse sowie ihrer emotionalen und neuropsychologischen Grundlagen. Zuletzt beschäftigte sie sich in akademischen Forschungsprojekten mit geteilter Führung, Team Performance und dem Emotionsausdruck in natürlicher Sprache mithilfe von Natural Language Processing. Neben ihrer Tätigkeit in der Beratung engagiert sie sich als Fellow der Zukunft-Fabrik.2050 für Zukunftsfragen. Sie setzt sich für Bildungsgerechtigkeit, Erinnerungskultur und Psychoedukation ein und ist im Alumni-Netzwerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) aktiv.
Martin Ebendorff-Heidepriem wurde 1993 in Montana, Bulgarien, geboren und wuchs in Jena auf. Er studierte Soziologie an der Goethe-Universität
Frankfurt und Code & Context an der TH Köln. Heute lebt er in Wuppertal und arbeitet als selbstständiger Softwareentwickler und in der
Gastronomie. Daneben ist er in unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen
Initiativen zu den Themen Demokratie, Migration und Erinnerungskultur aktiv. Die Zerrissenheit seiner Familiengeschichte zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen Westeuropa, Bulgarien und dem Irak ist für ihn eine stete Quelle, sich mit Fragen zu kulturellen und nationalen
Identitäten sowie mit Brücken und Gräben zwischen ihnen zu beschäftigen. Seit 2025 schreibt er an einem Roman, in dem diese Themen mit biografischen Bezügen verhandelt werden.