Remembering across borders
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| kostenfrei |
| Deutsch |
| Mechanische Arena im Foyer |
| Teil von: SPÄTI |
Wie können verschiedene Formen der Erinnerung in respektvoller gegenseitiger Wahrnehmung zusammen existieren? Die Performance „Remembering Across Borders“ und ein Gespräch zum gleichnamigen Projekt nähern sich dieser Frage auf unterschiedliche Weise.
Die Performance thematisiert kreativ, musikalisch und partizipativ, dass Erinnerung kein Nullsummenspiel ist. Ausschlüsse oder das Ausspielen von Betroffenen von Rassismus und Antisemitismus führen in eine Sackgasse. „Remembering Across Borders“ schlägt neue Wege vor, die das Erinnern an Kolonialismus und Holocaust universalistisch und solidarisch denken und dabei auch die deutsche Gesellschaft in der Gegenwart nicht vergessen.
Im Gespräch wird das Projekt mit seinen Beteiligten vorgestellt. Afrodeutsche und jüdische Stimmen kommen dabei zu Wort und machen Erfahrungen, Verbindungen und Spannungsfelder des Erinnerns sichtbar.
Beteiligte
David Dibiah ist ein interdisziplinärer Künstler aus Berlin, dessen Arbeit Performance, Grafikdesign, Musik und Bildung verbindet. Als Absolvent im Bereich Grafikdesign und seit 2010 Mitglied des Vereins Berliner Künstler prägt Dibiah die Berliner Kulturszene maßgeblich.
Zu seinen bemerkenswerten Werken zählt It Lies in Public Spaces, aufgeführt im Humboldt Forum, das koloniale Hinterlassenschaften kritisch durch Rap, Gebet und Poesie beleuchtet. Aktuell arbeitet er an Berlin Reconference, einer Performance, die sich mit 140 Jahren Kolonialismus auseinandersetzt und mit Erzählkunst, Musik und Philosophie nach Wegen zu Gerechtigkeit und Restitution sucht.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit unterrichtet Dibiah Kunst an den Berliner Jugendkunstschulen und arbeitet seit 2001 als Guide an den Staatlichen Museen zu Berlin, wo er ein tieferes Verständnis für Kunst und Kultur vermittelt. Sein Werk fordert bestehende Narrative heraus und inspiriert kommende Generationen.
Julian Keck ist Schauspieler, Hörbuchregisseur und Theaterpädagoge. Von 2007 bis 2011 studierte er Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Anschließend war er unter anderem am Staatstheater Nürnberg engagiert.
Auch international war Keck in Produktionen wie Diamante und Los Años von Mariano Pensotti zu sehen, die unter anderem bei der Ruhrtriennale, den Wiener Festwochen und im Teatro San Martín in Buenos Aires gezeigt wurden.
Im Ethnologischen Museum / Humboldt Forum gibt er den Schulworkshop „Verflochtene Erinnerungen, Spuren der Shoah und des Kolonialismus im Berliner Schloss und den Ethnologischen Sammlungen“ als freier Vermittler.
Olena Lekkoduch ist ausgebildete Kunstpädagogin und arbeitet als Kunstlehrerin an einer Kunstschule sowie in weiteren schulischen Projekten. Dort vermittelt sie Malerei, kreatives Gestalten und Nähen und entwickelt mit Kindern und Jugendlichen eigene Kunst- und Nähprojekte. Ihre künstlerische Praxis umfasst außerdem Wandmalerei, plastisches Gestalten, Kostümdesign und Videografie.
Unter ihrem Künstlernamen Rebecca le Dove ist sie als Burlesque-Performerin und Tänzerin tätig. Mit Erfahrung in klassischem Tanz und Ballett sowie einer Vertiefung im Storytelling entwickelt sie eigene Bühnencharaktere, Geschichten und Kostüme, die sie selbst entwirft und näht. In ihren Performances verbindet sie Tanz, visuelle Kunst und erzählerisches Burlesque. Ihre Arbeiten handeln von Selbstüberwindung, weiblicher Stärke, Selbstbestimmung und Verbundenheit. Sie ermutigt Frauen, ihre eigene Kraft sichtbar zu machen, füreinander einzustehen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Alex Stolze ist ein jüdisch-deutscher Violinist, Komponist und Produzent, der für seine innovative Verbindung moderner klassischer Musik mit elektronischen Elementen bekannt ist. Mit einer eigens angefertigten fünfsaitigen elektroakustischen Violine erschafft er Klanglandschaften, die nahöstliche Tonleitern mit komplexen Polyrhythmen und unkonventionellen Taktarten verweben – und so faszinierende, tanzbare Grooves erzeugen.
Er arbeitete unter anderem mit Bodi Bill, Dictaphone und Unmap zusammen und gründete das Label Nonostar Records, auf dem Musik von Anne Müller, Ben Osborn, Qrauer und Field Kit veröffentlicht wurde. Im Oktober 2024 erschien sein drittes Album „Raash ve Ruach“ (Lärm und Wind) bei Neue Meister, auf dem er klassische und elektronische Musikformen miteinander verbindet und sich mit Themen der Transformation auseinandersetzt.
Neben seiner musikalischen Arbeit engagiert sich Stolze in Bildungsprogrammen und Workshops für Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext. Zudem ist er Gründer und Leiter von DELTAHAUS, einem Kulturort im ländlichen Brandenburg, an dem er Künstler:innen aus aller Welt zu Art Schools, Projekten, Festivals und Retreats einlädt.
Andrea Scholz ist Kuratorin für transkulturelle Zusammenarbeit im Ethnologischen Museum und im Museum für Asiatische Kunst in Berlin. Sie ist ausgebildete Anthropologin mit Schwerpunkt Amazonasgebiet und hat an verschiedenen Kooperationsprojekten mit indigenen Gemeinschaften sowie an Bildungsprojekten mitgewirkt, vor allem in Lateinamerika.
Patrick Helber hat in Tübingen und Dublin Geschichte und Politikwissenschaft studiert und 2014 in Neuerer und Neuester Geschichte in Heidelberg promoviert. Anschließend war er als Volontär am Museum Neukölln und als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Bildung und Vermittlung am Deutschen Historischen Museum in Berlin tätig. Seit 2021 ist er Kurator für Bildung und Vermittlung am Ethnologischen Museum in Berlin im Humboldt Forum und verantwortet dort unter anderem mit seinen Kolleg*innen das kollaborative Vermittlungsprojekt „Verflochtene Erinnerung(en). Spuren der Shoah und des Kolonialismus im Berliner Schloss und den Ethnologischen Sammlungen“, das gemeinsam mit Partner*innen u. a. aus Ruanda, Namibia, Jamaika und Israel Vermittlungsformate erarbeitet.