Über Wasser… aus dem Meer
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| Altersempfehlung: ab 12 Jahre |
| Welche Sprachen: Deutsch |
| Ort: Humboldt Labor, 1. OG |
| Gehört zu: On Water |
Marine Ökosysteme wie Korallen, Quallen oder Seetang prägen seit Jahrtausenden das Leben im Ozean. Sie sind Lebensräume von außergewöhnlicher Vielfalt, schützen Küsten und tragen zum ökologischen Gleichgewicht bei. Doch heute zählen sie zu den am stärksten bedrohten Systemen der Erde. Steigende Meerestemperaturen, die Versauerung der Ozeane und menschliche Eingriffe setzen ihnen weltweit zu.
Im Rahmen der Berlin Science Week widmet sich das Humboldt Labor am 7. November diesen faszinierenden Lebensformen. Die Veranstaltung eröffnet neue Zugänge zu Organismen, die sich naturwissenschaftlichen und kulturellen Deutungen entziehen. Forschende und Künstler*innen aus verschiedenen Disziplinen bringen ihre Blickwinkel ein und erkunden, was marine Lebenswelten über die Geschichte der Erde, die Klimakrise und das Verhältnis von Mensch und mehr-als-menschlicher Welt erzählen.
Im Mittelpunkt steht die Frage nach einer Kultur der Fürsorge: Wie verändert sich unser Blick auf diese Ökosysteme, wenn wir sie als Mitgestalter*innen komplexer Lebensgemeinschaften verstehen? Welche Rolle können Kunst und Wissenschaft spielen, um neue Formen der Aufmerksamkeit, des Wissens und der Verantwortung für die Ozeane zu entwickeln?
Die Veranstaltung lädt ein, marine Lebenswelten als Grenzgänger zwischen Natur und Kultur, Vergangenheit und Zukunft, Wissenschaft und Kunst neu zu entdecken und gemeinsam darüber nachzudenken, was es heute bedeutet, Sorge für die verletzlichen Ökosysteme des Meeres zu tragen.
Programm
Beteiligte
Seit Januar 2024 ist Dr. Anna-Lisa Dieter Kuratorin am Humboldt Labor der Humboldt-Universität zu Berlin. Anna-Lisa Dieter hat an Universitäten in Deutschland, Frankreich und den USA Literaturwissenschaften studiert, mit einem Schwerpunkt auf französische Literatur. Sie wurde mit einer Arbeit über den SchriftstelerStendhal promoviert und hat u. a. an den Universitäten von München und Konstanz gelehrt.
2018 wechselte sie ans Deutsche Hygiene-Museum in Dresden. Von 2019 bis 2023 war sie Kuratorin bei BIOTOPIA, dem neuen Naturkundemuseum in München. Nebn ihrer Tätigkeit als Kuratorin schreibt sie für das Feuilleton verschiedener Zeitungen, für Magazine und Verlage. Ihr letztes Buch “Susan Sontag. 100 Seiten” ist 2022 bei Reclam erschienen.
Elena Alonso Fernández wurde in Vigo (Spanien) geboren. Sie studierte Bildende Künste in Salamanca, Helsinki und Barcelona und schloss den Masterstudiengang „Kunst im Kontext” an der Universität der Künste Berlin (UdK) ab. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der New Media Society in Teheran, beim AHNE-Festival in Helsinki, auf der XIII. Havanna-Biennale sowie im Museo del Mar in Vigo gezeigt, ebenso wie in mehreren Gruppen- und Einzelausstellungen in Berlin, wo sie seit 2011 lebt.
Die künstlerische Praxis von Elena Alonso Fernández ist partizipatorisch und recherchebasiert. In den letzten Jahren hat sie ihren Fokus auf marine Ökosysteme gerichtet und untersucht deren komplexe Beziehungen zum Menschen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen, Küstengemeinden und mehr-als menschlichen Akteur:innen versucht sie, unterrepräsentierte Narrative und ökologische Herausforderungen sichtbar zu machen.
Dina Fluck ist seit 2013 als freischaffende Designerin für visuelle Kommunikation tätig. Spezialisiert ist sie auf die Bereiche Ausstellungsgrafik, Buchgestaltung und visuelle Identitäten für Institutionen und Projekte in Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung. Im Zentrum ihrer Arbeit steht eine konzeptionelle Gestaltungspraxis mit besonderem Interesse an Typografie und kuratorischen Prozessen.
Nach ihrem Designstudium in Mainz und Malmö hat sie unter anderem Ausstellungen für das Deutsche Hygiene-Museum Dresden, das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt, das Humboldt Labor und das Sportmuseum Berlin gestaltet. Darüber hinaus entwickelt und gestaltet sie Buchcover und Publikationen, etwafür den dtv Verlag in München, den diaphanes Verlag in Zürich und das Stadtlabor für multimodale Anthropologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Dozentin an der Fachhochschule Potsdam.
Laura Lehnhoff ist Doktorandin und Lehrbeauftragte am Institut für Geologische Wissenschaften der Freien Universität Berlin. Sie studierte Biologie zuerst in Marburg, dann in Bremen, da letztere Universität die Schwerpunkte Meeresbiologie und Geowissenschaften ermöglichte, und ein Jahr in China. Nach Tätigkeiten in Labor und Museum kehrte sie zurück in ihre wissenschaftliche Nische an der Schnittstelle von Biologie und Geochemie. Dafür untersucht sie tropische Steinkorallenskelette mit geochemischen und bildgebenden Analysen, um die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Korallen zu erforschen.
Daniel Tyradellis ist Philosoph und Kurator. Er hat den Lehrstuhl Humboldt Forum für die Theorie und Praxis des interdisziplinären Kuratierens inne, gefördert von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit den unterschiedlichen Medien und Denkweisen in Kunst, Wissenschaft und Philosophie. Seit 1997 konzipiert er Ausstellungen für unterschiedliche Museen, u.a. »Fire & Forget«, KW Institute for Contemporary Art Berlin; »Scham«, Deutsches Hygiene-Museum Dresden; »FAKE«, StapferhausLenzburg (Schweiz); seit 2021 ist er Vizedirektor des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik an der HU Berlin.
Rasa Weber ist eine experimentelle Designerin, Akademikerin und Taucherin, die sich mit praxisorientierter Forschung an der Schnittstelle zwischen kritischer Ökologie und anthropogenen Umweltveränderungen beschäftigt. Ihre Arbeit verbindet Design, Biologie und Anthropologie. Der Ozean steht im Mittelpunkt ihrer Designforschung, insbesondere im Zusammenhang mit queeren ökologischen Konzepten. Sie ist Lehrende und Forscherin an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und promoviert praxisbasiert zum Thema „SymbiOcean. Design in Troubled Waters”, wobei sie künstliche Riffe und die Schaffung von Meereslebensräumen als eine Form des Sympoietischen Designs untersucht. Sie ist Teil des Projekts „Interfacing the Ocean” (ZHdK) finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds und assoziierte Forscherin am Exzellenzcluster „Matters of Activity” der Humboldt-Universität zu Berlin.