Über Wasser… aus der Pfütze
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| kostenfrei, ein Ticket ist erforderlich |
| Bitte buchen Sie Ihr Ticket vorab online oder an der Kasse im Foyer. |
| max. 50 Personen |
| Dauer: 90 min |
| ab 14 Jahre |
| Deutsch |
| Humboldt Labor, 1. OG |
| Teil von: Über Wasser |
Was ist eigentlich eine Pfütze – und warum lohnt es sich, ihr Aufmerksamkeit zu schenken? Oft übersehen, ist sie doch ein eigenes Element der Stadt: temporär, vielgestaltig und voller Dynamik im urbanen Wasserkreislauf.
Die Künstlerin Mirja Busch, der Anthropologe Ignacio Farías (Humboldt-Universität zu Berlin) und der Stadtökologe Thomas Nehls (Technische Universität Berlin), die mit ihrer Kooperation in der Ausstellung „On Water. WasserWissen in Berlin“ vertreten sind, widmen sich an diesem Abend der Pfütze aus unterschiedlichen Perspektiven. Gemeinsam erkunden sie, welche Fragen eine Wissenschaft zu den kleinen, flüchtigen Wasseransammlungen aufwerfen könnte, insbesondere wie die künstlerische Forschung eine „Pfützologie“ entwirft.
Im Gespräch geht es um Erscheinungsformen und Klassifikationen von Pfützen, um ihre Rolle im urbanen Raum sowie um die Fragen, die Kunst und Forschung an sie richten: als Teil des Lebensraums, als temporärer Wasserspeicher, als Störfaktor und als kritische Zone des Anthropozäns.
Beteiligte
Mirja Busch ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin und Forscherin in Berlin. In ihrer Praxis verbindet sie ökologische, multispezies-, feministische und spekulative Ansätze und befasst sich mit Formen planetarer Fürsorge. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Ontologie und Wahrnehmung von Pfützen als anthropogenes Hintergrundereignis. Seit 15 Jahren experimentiert sie mit unterschiedlichen künstlerischen Formen der Archivierung von Pfützen – insbesondere durch Dokumentation und Wasserproben – sowie mit Methoden der Sichtbarmachung, Klassifizierung und Interaktion: durch künstlerische Texte, Walks zur Pfützenbeobachtung und durch eine Form spekulativer Forensik rund um Wasserqualität und ausgetrocknete Pfützen. 2024 gründete sie das Institut für Pfützologie als künstlerische Forschungsinfrastruktur.
Ignacio Farías ist Professor für Stadtanthropologie und Direktor des Georg-Simmel-Zentrums für Stadtforschung und Co-Direktor des Stadtlabors für Multimodale Anthropologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschung beschäftigt sich mit aktuellen ökologischen und infrastrukturellen Transformationen von Städten sowie den damit verbundenen Herausforderungen für eine Demokratisierung der Stadtentwicklung. In jüngeren Arbeiten untersucht er die Politik ökologischer Störungen – von Tsunamis über Hitze bis hin zu Lärm. Gemeinsam mit Mirja Busch arbeitet er an einer Kulturgeschichte der Pfütze.
Thomas Nehls ist Bodenkundler und Hydrologe und am Fachgebiet Stadtökologie des Instituts für Ökologie der Technischen Universität Berlin tätig. Er forscht zu Gebäudebegrünung sowie zu Wasser-, Energie- und Nährstoffflüssen in Städten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf urbanen und konstruierten Böden als Grundlage für Begrünungsmaßnahmen.
Julia Vismann ist Moderatorin und Wissenschaftsjournalistin. Sie arbeitet als Redakteurin, Reporterin und Moderatorin für radioeins (rbb) sowie für weitere ARD-Radio- und Fernsehsender. Zudem hostet sie verschiedene Podcasts zu den Schnittstellen von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Aktuell moderiert sie „Helmholtz Talks. Wissenschaft und Politik im Gespräch“ von Helmholtz Klima und dem Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (Rifs) am GFZ. Die studierte Filmwissenschaftlerin moderiert Podiumsdiskussionen und Konferenzen u.a. zu Dekarbonisierung, KI, Klimaschutz und Biodiversität.