Dort wo keine Tür ist
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| 12 EUR / ermäßigt 6 EUR - Tickets folgen in Kürze |
| Englisch |
| Mechanische Arena im Foyer |
| Teil von: Objekte widersprechen |
Eine Yorùbá-Tür, im 20. Jahrhundert aus Iroko-Holz geschnitzt, liegt verborgen im Depot des Ethnologischen Museums – unerreichbar in ihrer Materialität und Bedeutung. Als erster Poet in Residence im Humboldt Forum sieht sich der nigerianische Autor Logan February mit einem Dilemma der Handlungsmacht konfrontiert: Wer gewährt Zugang, und wer erhält ihn? Wie wirkt indigenes Wissen in dieser spannungsgeladenen Nähe zum Objekt nach? Was wird aus Privatsphäre, Einwilligung und dem Heiligen, wo es keine Tür gibt?
Dieser psychedelische Essay, der für Objekte Widersprechen entstanden ist, verbindet Prosagedichte mit Reflexionen über den Forschungsprozess und verwandelt Abwesenheit in Abenteuer. Durch die Geheimnisse eines verlorenen Schlangenkults, das Erbe anonymer und berühmter Meisterbildhauer sowie eine spirituelle Wahrnehmung von Objekten, die dem suchenden Blick entzogen bleiben, gehen wir weit über die Tür hinaus.
Logan Februarys Schreiben vollzieht einen parallelen Akt des Schnitzens und erschafft durch Worte ein glorreiches Portal. Für den Dichter ist es die Frucht einer Art Scheiterns, ein trauriger Triumph der imaginären Möglichkeit über den materiellen Verlust. Über die Lücken der Geschichte hinweg verbinden sich Dichter und Tür, um das allgegenwärtige Gesetz des Museums zu überschreiben: Bitte halten Sie Abstand zu den Objekten.
Beteiligte
Logan February ist ein*e nigerianisch*r Dichter*in und multidisziplinäre*r Künstler*n. Februarys Werk setzt sich mit Begehren, Psychospiritualität und afro-queerer Identität auseinander. Zu Februarys Gedichtbänden gehören „In The Nude“ (Ouida Poetry, 2019) und „Mental Voodoo“ (Poesie Dekolonie/Engeler Verlag, 2024). Der Kurzfilm „Thrall“ war 2025 beim ZEBRA Poetry Film Festival Teil der offiziellen Auswahl. February erhielt den Future Awards Africa Prize for Literature und Stipendien unter anderem vom DAAD Artists-in-Berlin-Programm, der Berliner Senatsverwaltung für Kultur, dem Literaturhaus Wien und der Akademie der Künste. Derzeit ist Logan February Poet in Residence im Humboldt Forum und lebt in Berlin.
Priya Basil ist Autorin und Kuratorin der Humboldt-Forum-Reihe Objekte widersprechen. In ihrem Buch Be My Guest/Gastfreundschaft (2019) verbindet sie Memoiren, Philosophie, Essen und Politik zu einer Reflexion über Gastfreundschaft im weitesten Sinne. Ihr jüngstes Buch Im Wir und Jetzt: Feministin Werden (2021) verbindet Politik mit dem Persönlichen, ebenso wie ihr Filmessay über Erinnerungskultur und Zugehörigkeit, Eingeschlossen / Ausgeschlossen (2020), der online zu sehen ist.
Sie ist Mitbegründerin und Vorstandsmitglied von WIR MACHEN DAS, einer NGO, die mit Flüchtlingen und MigrantInnen für eine integrativere Gesellschaft arbeitet. Priya ist außerdem Mitglied des Beirats des European Center for Constitutional and Human Rights. Sie hat Projekte für verschiedene Institutionen konzipiert und kuratiert, unter anderem für das Goethe Institut und das Internationale Literaturfestival Berlin. Von 2021 bis 2023 war Priya International Writer in Residence für Mindscapes, ein Projekt des Wellcome Trust UK, das die Art und Weise verändern soll, wie wir psycho-soziale Gesundheit verstehen, darüber sprechen und behandeln. Im Rahmen dieses Projekts unternahm Priya eine mehrjährige Forschungsreise über sechs Kontinente hinweg, um die verschiedenen Auffassungen von Wohlbefinden und Heilpraktiken kennenzulernen. Im Jahr 2024 ist Priya Writer in Residence bei Wellcomes nächstem Projekt Klima und Gesundheit. Sie arbeitet derzeit an einem neuen Buch, das auf ihren Forschungen und Reisen basiert.
www.priyabasil.com
www.authorsforpeace.com