Depot-Besuch mit dem Poet-in-Residence Logan February für "Objekte widersprechen"
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Stefanie Loos
Vergangene Termine
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Eine Yorùbá-Tür, im 20. Jahrhundert aus Iroko-Holz geschnitzt, liegt verborgen im Depot des Ethnologischen Museums – unerreichbar in ihrer Materialität und Bedeutung. Als erster Poet in Residence im Humboldt Forum sieht sich der nigerianische Autor Logan February mit einem Dilemma der Handlungsmacht konfrontiert: Wer gewährt Zugang, und wer erhält ihn? Wie wirkt indigenes Wissen in dieser spannungsgeladenen Nähe zum Objekt nach? Was wird aus Privatsphäre, Einwilligung und dem Heiligen, wo es keine Tür gibt?

Dieser psychedelische Essay, der für Objekte Widersprechen entstanden ist, verbindet Prosagedichte mit Reflexionen über den Forschungsprozess und verwandelt Abwesenheit in Abenteuer. Durch die Geheimnisse eines verlorenen Schlangenkults, das Erbe anonymer und berühmter Meisterbildhauer sowie eine spirituelle Wahrnehmung von Objekten, die dem suchenden Blick entzogen bleiben, gehen wir weit über die Tür hinaus.

Logan Februarys Schreiben vollzieht einen parallelen Akt des Schnitzens und erschafft durch Worte ein glorreiches Portal. Für den Dichter ist es die Frucht einer Art Scheiterns, ein trauriger Triumph der imaginären Möglichkeit über den materiellen Verlust. Über die Lücken der Geschichte hinweg verbinden sich Dichter und Tür, um das allgegenwärtige Gesetz des Museums zu überschreiben: Bitte halten Sie Abstand zu den Objekten.

Beteiligte

Gehört zu

Blick in das Foyer, November 2019.
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / David von Becker
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