#Logoskop fünfzig
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| Preis: kostenfrei |
| Ticket: Bitte buchen Sie Ihr Ticket vorab online oder an der Kasse im Foyer. |
| Altersempfehlung: ab 14 Jahre |
| Welche Sprachen: Deutsch |
| Ort: Humboldt Labor, 1. OG |
| Gruppengröße: max. 25 Personen |
| Teil von: #Logoskop |
Wenn die Wissenschaft Königin im Humboldt Labor ist, dann ist das #Logoskop ihr Hofnarr. Seit 2021 – und zum inzwischen fünfzigsten Mal! – tritt im Ausstellungsraum der Humboldt-Universität zu Berlin monatlich die Kunstfreiheit an, um mit den Mitteln der Literatur den Blick der Wissenschaft aufzumischen. Zur Jubiläumsausgabe wandern diesmal drei Poet*innen mit Mikrofon und Verstärkeranlage ausgestattet durch die Ausstellung und tragen Texte vor – darunter der Kurator der Reihe selbst, Bas Böttcher.
Neben Bas Böttcher sind dabei: Die Slampoet*innen Barbara Zalesky und Stefan Schwarck. Gemeinsam kommentieren sie die Ausstellung „On Water“ mit live vorgetragenen Texten. Die Besucher*innen sind eingeladen, sie auf ihrem wortgewandten Rundgang zu begleiten.
Kuratiert von Bas Böttcher
Barbara Zalesky
Fontane schrieb mit knapp 60 seinen ersten Roman. Es ist also noch verdammt viel Zeit für Barbara Zalesky. Sie hat erst kürzlich begonnen, Texte für Publikum zu schreiben. Ja, sicher, sie hatte immer mit Texten zu tun. Studierte Germanistik, machte Pressearbeit für Wissenschaftseinrichtungen in Berlin und Dresden, unterrichtet heute Deutsch als Fremdsprache. Aber Gedichte – die kamen erst, als es nicht mehr anders ging. Als es einfach raus musste.
In Pirna in Sachsen, wo Barbara Zalesky wohnt, ist sie Teil eines alternativen Kulturzentrums, organisiert seit etlichen Jahren Konzerte, Lesungen, Ausstellungen mit. Sie hat dort das Lese-Format „Tauchgang Literatur“ ins Leben gerufen, eine Art öffentliches Speed-Dating für Bücher. Ihre Gedichte präsentiert sie, meist zusammen mit anderen Autor:innen, auf kleinen Bühnen.
Erfolg ist natürlich gar nicht der Plan. Sprachlust, blitzende Momente, Worte, die weit und nahe gehen, ein geistreiches Flapp in die verblüfften Ohren – das isses eigentlich schon.
Stefan Schwarck
Stefan Schwarck ist Autor, Lyriker, Bühnenpoet und Künstler aus Kiel. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Poetry Slam, Performancekunst und Literatur für Kinder – auf Deutsch und Dänisch. Er studierte Skandinavische und Deutsche Philologie und absolvierte das Staatsexamen für Deutsch und Dänisch.
Als Stammautor der Kieler Lesebühne „Irgendwas mit Möwen“ bringt er Gedichte und Kurzprosa auf die Bühne. Bei Jazz-Slams und Sololesungen tritt er auch gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern auf. Immer wieder verbindet er Sprache mit anderen Kunstformen: Er schreibt Texte zu Gemälden und Fotografien, entwickelt literarisch-musikalische Revuen zu Ausstellungen und kombiniert Lesung, Installation und Performance. Für Kinder verfasst er Gedichte und Geschichten und gestaltet interaktive Lesungen.
Mit seiner Stiftung „Die blaue Stadt“ konzipiert und organisiert Stefan Schwarck Kunst- und Kulturprojekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von Verlust und Trauer betroffen sind. 2026 erschien gemeinsam mit Christina Müller der Jugendroman „weg sein“ – eine Geschichte über Freundschaft, Krankheit, Verlieren, Vermissen und Trauern. Beim LOGOSKOP trifft damit genaue Alltagsbeobachtung auf Sprachwitz, Klang, Performance und die Lust am Spiel mit den Ausdrucksmöglichkeiten von Literatur.
Bas Böttcher
Bas Böttcher zählt zu den Mitbegründern der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Er studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar und lebt seit 2000 in Berlin. Seine Texte gelten als exemplarisch für zeitgenössische Bühnenlyrik. Sie erscheinen in Schulbüchern (Schroedel, Cornelsen, Klett) und wichtigen Sammlungen deutscher Dichtung (Der Neue Conrady, Lyrikstimmen u.a.).
Im Verlag Voland & Quist publizierte er außerdem die drei Gedichtbände Dies ist kein Konzert, Neonomade und Vorübergehende Schönheit. Auftritte bestritt Bas Böttcher u.a. im großen Saal der Elbphilharmonie und an der Bibliothèque Nationale de France (Paris) sowie auf den Buchmessen von Peking, Guadalajara, Moskau, São Paulo und Bangkok.
Bas Böttcher ist Erfinder und Programmierer verschiedener Medienformate für Lyrik. Er entwickelte den elektronischen Hypertext Looppool als neue Ausdrucksform im Internet. Er lehrte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, am Deutschen Literaturarchiv Marbach, an der Kulturakademie Baden-Württemberg, an der Universität der Künste in Berlin und an Goethe Instituten weltweit.