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© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Andrea Avezzù
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Orbit – A War Series ist ein außergewöhnliches 3D-Audio-Space-Oratorium der Komponistin Brigitta Muntendorf. Umgeben von Lautsprechern auf verschiedenen Ebenen wird das Publikum Teil eines akustischen Universums, das systemische Gewalt und ihre Auswirkungen auf eindrucksvolle Weise thematisiert. Verstärkt wird das immersive Erlebnis durch eine Lichtchoreografie von Begoña Garcia Navas.

„Orbit ist ein Powerhouse, in das man hineingehen kann, das einen vielleicht berührt, aber auch empowern kann“ so Brigitta Muntendorf. In dieser audiovisuellen Erfahrung treten keine physischen Performerinnen auf – stattdessen begegnen uns Stimmen von Frauen, die ihre Körper hinter sich gelassen haben und als AI-Voice-Clones als „unsterbliche, posthumane Kämpferinnen“ das Publikum mit ihren Geschichten aus verschiedenen Ländern und Zeiten umkreisen. Diese Stimmen basieren auf Interviews und Berichten aus Afghanistan, dem Iran, der Demokratischen Republik Kongo, Polen, den USA und dem Zweiten Weltkrieg in Asien.

Die Inspiration für Orbit kommt von der amerikanischen Künstlerin Nancy Spero, die in ihrer War Series (1966-70) die Verstrickungen von Gewalt, Sexualität und Macht darstellte – ein Thema, das in Orbit auf erschreckend aktuelle Weise weitergeführt wird. So wird Orbit zu einer „Oper der Zukunft“, die nicht auf einer Bühne stattfindet, sondern ganz im Kopf des Publikums – eine Oper, die vor allem auf einer neuen Hörebene arbeitet und das Erleben von Stimmen auf eine nie dagewesene Art und Weise erfahrbar macht.

Komposition, Künstlerische Leitung:
Brigitta Muntendorf

Konzept:
Moritz Lobeck, Brigitta Muntendorf

Dramaturgie:
Mehdi Moradpour

Audio-Programmierung:
Lukas Nowok

Licht:
Begoña Garcia Navas

3D-Audio:
Banu Sahin, Ralf Zuleeg (d&b audiotechnik)

Field Recordings:
Alfred-Wegener-Institut / NOAA-Pacific Marine Environmental Laboratory

KI-Stimmklon-Modelle:
Respeecher, Lisa Aithnard, Arjopa Limburg, Nikka Mae-Lopez

Kriegskorrespondentin (Prolog):
Christina Lamb

KI-Stimmklon-Technologie:
Respeecher

 

Kurzbiografien

Die deutsch-österreichische Komponistin Brigitta Muntendorf erforscht die Fragilität unserer technosozialen und soziopolitischen Realität und entwickelt dabei neue Konzepte wie Radical Listening, Environmental Storytelling und Immersive Theater. Ihre Arbeiten reichen von instrumentalen Settings über 3D-Audio-Produktionen bis hin zu transdigitalem Musiktheater und entstehen oft in künstlerisch-wissenschaftlichen Kooperationen mit d&b audio und S+T+ARTS/Ars Electronica.

Muntendorf wurde mit renommierten Auszeichnungen geehrt, darunter der Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung und der Deutsche Musikautorenpreis. 2023 wurde ihre Trilogie für zwei Klaviere mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Sie war Artist-in-Residence in Kyoto (Villa Kamogawa) und Paris (Cité des Arts), und ihre Werke wurden auf internationalen Musik- und Kunstfestivals wie Kyoto Experiment, ULTIMA Oslo, Donaueschinger Musiktage, Wiener Festwochen, Münchener Biennale, Festival d’Automne Paris und Hollandfestival präsentiert.

Seit 2018 ist Muntendorf Professorin für Komposition an der HfMT Köln, und 2024 wurde sie als Vollmitglied in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen.

Moritz Lobeck studierte Musikwissenschaft, Stadtsoziologie und Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er arbeitete als Kurator und Kommunikationsberater in Berlin sowie als Dramaturg mit der Regisseurin Andrea Moses an den Staatsopern in Stuttgart, Berlin und Wien, unter anderem mit Dirigent*innen wie Daniel Barenboim, Sylvain Cambreling oder Ingo Metzmacher. Ab 2011 arbeitete er als Dramaturg und Leiter Marketing/Development an der Staatsoper Stuttgart in der Intendanz von Jossi Wieler, ab 2014 als Kurator bei den Wiener Festwochen in der Intendanz von Markus Hinterhäuser. Seit 2019 leitet er das internationale Festival DTZM – Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik und ist Programmdirektor für Musik und Medien in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste. Hier initiierte er 2022 das Festival HYBRID Biennale sowie zahlreiche internationale Projekte und Kooperationen, unter anderem mit der Biennale di Venezia, IRCAM Paris, ZKM Karlsruhe, Ars Electronica und MUTEK, Künstler*innen wie Chaya Czernowin, Ryōji Ikeda, Maria Hassabi, Ulf Langheinrich und Claudia Märzendorfer oder Ensembles wie Les Percussions de Strasbourg, Ensemble Modern, Zeitkratzer, Pisse und Staatskapelle Dresden. Seit 2020 arbeitet er regelmäßig mit der Künstlerin Brigitta Muntendorf zusammen. Gemeinsam konzipierten sie seitdem innovative Konzert- und Opernprojekte wie „Covered Culture“, „MELENCOLIA“ oder „ORBIT – A War Series“.

Eine Kooperation mit der Staatsoper Unter den Linden

Produktion von La Biennale di Venezia und ECHO Factory
Mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW, des Goethe-Instituts und der Ernst von Siemens Musik Stiftung

Staatsoper Unter den Linden
Blick in das Foyer, November 2019.
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / David von Becker

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