Im Traumhaus
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kostenfrei |
Seminarraum 2a/b |
ab 12 Jahre |
Deutsch, Englisch |
In The Dream House ist eine Workshop-Reihe für alle, die sich selbst etwas Gutes tun möchten – und dabei eine außergewöhnliche, temporäre, hausähnliche Installation im Humboldt Forum erleben wollen. Die Künstlerin Anguezomo Bikoro (Gabun/Deutschland) hat sie eigens für die Thementage entwickelt. Die offene einstündige Workshops zu Themen wie Familienheilung sowie Fürsorge werden von den Künstler*innen Anguezomo Bikoro und Yogi Nane Kahle (Senegal/Deutschland) konzipiert und geleitet.
In The Dream House ist ein fortlaufendes Workshop- und Installationsprojekt, das allen offensteht. Im Mittelpunkt stehen Praktiken der Ent-Traumatisierung durch somatische, ganzheitliche und spirituelle Heilmethoden, die ursprünglich für Menschen entwickelt wurden, die institutioneller oder häuslicher Gewalt ausgesetzt waren. Die Künstler*in entwickelt intersektionale Heilansätze, die auf Ausbildungen in Kräuterkunde und dekolonialer Therapie basieren, die sie in London, den USA und Berlin absolviert hat. Formen der Körperarbeit wie Tap-Therapie, EMDR, Klangheilung, medizinische Therapie, Kräuterheilkunde, dekoloniales Yoga und Obeah-Rituale dienen dabei als Wegweiser zu einem nachhaltigen Leben in innerem Frieden.
Inspiriert vom Roman In The Dream House von Carmen Maria Machado vereint das Projekt seit 2023 eine Reihe von Interventionen und rituellen Praktiken – darunter Installationen, Live-Rituale, mobile Archivbibliotheken, Lesekreise, Workshops, öffentliche Gespräche, Filmvorführungen und Radiosendungen – um Menschen zu unterstützen, die von toxischen Zyklen betroffen sind.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen, Rechtswesen, Aktivist*innen, Therapeut*innen, Kunst und Sozialarbeiter*innen realisiert. Mitwirkende sind unter anderem: International Women Space, Ausland, ECCHR, Nane Kahle, Lee Modupeh Anansi Freeman, Mitolili, Adrian Marie Blount, Bino Byansi Byakuleka, Care, Kunstquartier Bethanien, LGBTQ-Polizeieinheit Tempelhof, Les Migras und Refuge Worldwide.“
Am 3. und 4. Oktober finden täglich vier Workshops im Humboldt Forum statt.
Eine Anmeldung wird empfohlen, um sich einen Platz zu sichern (unterschiedliche Themen und Zeitfenster).
Eine begrenzte Teilnahme ohne Anmeldung ist möglich. Eine Begehung der Installation ist jederzeit möglich.
Mit Anguezomo Nzé Mba Bikoro
„Im Rückblick auf Geschichten von Konflikten, Kriegen und Befreiungsbewegungen verbindet Roots of Our Hands Poesie mit kollektiven Kräuterteemeditationen in einem intimen Rahmen. Die Interessierten nehmen an Teeritualen mit Blüten teil, die koloniale Geschichten mit Praktiken der Gesundheitsstärkung und Gemeinschaft in Beziehung setzen.“ Anguezomo Bikoro
Verwendete Pflanzen: Blaue Klitorie (Blue Butterfly Pea), Djin, Lavendel, Weinraute (Ruta), Brennnessel.
Der Workshop findet am Freitag von 12:00 bis 13:00 in Deutscher Sprache und am Samstag von 12:00 bis 13:00 in Englischer Sprache statt.
Mit Anguezomo Nzé Mba Bikoro und Khalipha Ababacar Sy (Live-Performance & Meditation)
„Diese Sitzung umfasst Atemmeditationen zur Regulierung des Nervensystems, begleitet von Live-Musik und visuellen Elementen von Khalipha Ababacar Sy.
Teilnehmende erhalten beruhigende Öle und Salben zur Linderung von Angstzuständen. Mithilfe von speziell arrangierten Heilpflanzen erkunden die Teilnehmenden, wie Geschichten über Pflanzen in Zeiten von Krisen Wege zur Befreiung inspirieren können.“ Anguezomo Bikoro
Verwendete Öle: Thiouraye (Baumrindenöl), Mandelöl, Kokosöl, Lavendelöl.
Der Workshop findet am Freitag von 14:00 bis 15:00 in Englischer Sprache und am Samstag von 16:00 bis 17:00 in Deutscher Sprache statt.
Mit Anguezomo Nzé Mba Bikoro und Khalipha Ababacar Sy
„Diese Sitzung verbindet botanische Überlieferungen mit kreativem Schreiben. Teilnehmende entwickeln neue ‚Ausstiegsstrategien‘ aus belastenden Lebenssituationen, abgeleitet von traditionellen Pflanzenkenntnissen. Durch visuelle Collagen und Erzählungen wird erkundet, wie Pflanzen Schutz und Befreiung ermöglichen können.“ Anguezomo Bikoro
Verwendete Pflanzen: Sisal, Beinwell (Common Comfrey).
Der Workshop findet am Freitag von 16:00 bis 17:00 in Deutscher Sprache statt.
Mit Anguezomo Nzé Mba Bikoro und Khalipha Ababacar Sy (Freitag) sowie Lydia Röder (Samstag)
„Der Workshop konzentriert sich auf Körperarbeit nach Kemet-Traditionen (ägyptische Körperausgleich Methoden). Teilnehmende erleben Klangheilung und Bewegung, begleitet von Live-Musik auf der Kora, einem traditionellen westafrikanischen Instrument.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Atem, Körper, Klang und überliefertem Wissen.“ Anguezomo Bikoro
Der Workshop findet am Freitag von 18:00 bis 18:45 in Deutscher Sprache und am Samstag von 18:00 bis 19:30 in Englischer Sprache statt.
mit Anguezomo Nzé Mboulou Mba Bikoro and Nane Kahle
Nane Kahle und Anguezomo Bikoro erzählen, wie sich in ausbeuterischen Landschaften Wege des Ausstiegs und der Neuerschaffung eröffnen lassen. Ausgehend von den landwirtschaftlichen Revolutionen Anton Wilhelm Amos und Amílcar Cabrals sowie dem Wissen Schwarzer feministischer Botaniker*innen werden Strategien des Überlebens, der Widerständigkeit und der Zukunftsgestaltung sichtbar gemacht.
Samstag von 14:00 bis 15:00 in Englischer Sprache statt.
Beteiligte
Anguezomo Nzé Mba Bikoro ist ein*e interdisziplinäre*r bildende*r Künstler*in, Autor*in, somatische*r Körpertherapeut*in, Menschenrechtsaktivist*in und Kurator*in, they BiPOC– und Queer-Gruppen mit integrativen Ansätzen unterstützt, die humanistische und abolitionistisch inspirierte Methoden, Enttraumatisierungsinstrumente sowie kognitive Verhaltenstherapie (insbesondere für C-PTSD) und Ahnenheilungsarbeit kombinieren. Anguezomos abolitionistischer Ansatz ist geprägt von dekolonialen, verkörperten Praktiken und einem Bewusstsein für Rassismus, Diskriminierung und Geschlechtsidentität. Anguezomos Praxis würdigt queere Geschichten und indigene Kämpfe, wobei they sich auf die Bakongo-Kosmologie, Obeah- und Orixa-Praktiken konzentriert, die Gemeinschaften stärken und Ressourcen teilen, um Instrumente der Sicherheit für Selbstbewusstsein und Transformation in der psychischen Gesundheit zu schaffen. Their Arbeiten zu Kräuterkunde und Ahnenheilung legen oft die miteinander verwobenen kolonialen Geschichten von Migration und Ökologie in ortsspezifischen Räumen offen, um Vorurteile abzubauen und unabhängige emanzipatorische Werkzeuge für Befreiung, Bildung und Wiedergutmachung zu schaffen. They verbrachten die letzten Jahre damit, Menschenrechtsorganisationen zu unterstützen, indem sie Paraökologien als forensische Instrumente für Gerichtsverfahren einsetzten, um sich für die Gerechtigkeit für ermordete schwarze Frauen in deutschen Flüchtlingslagern einzusetzen. Dabei nutzten Anguezomo Nzé Mba Bikoro Pflanzen-Echologien und Schallschwingungen, das mineralische Herz der Ozeane, geologische Böden und Felsformationen, um koloniale Vertreibungen, landwirtschaftliche Kriege und Völkermorde in Namibia, Gabun, Kenia und Marokko nachzuverfolgen und antikoloniale Meditationen zu schaffen sowie koloniale Verbrechen in der deutschen Geschichte zu archivieren.
Khalipha Ababacar Sy ist ein professioneller Kora-Spieler aus dem Senegal, der in Berlin lebt. Er hat verschiedene Bildungsworkshops in Deutschland, Frankreich und im Senegal geleitet und moderiert.
Nane Kahle ist Künstlerin, Musikerin, Yogi und interdisziplinäre Forscherin, die ihr vielfältiges kulturelles Erbe und ihre nomadischen Reisen in ihre kreativen Arbeiten einfließen lässt. Sie stammt ursprünglich aus der Elfenbeinküste und verbrachte ihre prägenden Jahre im Senegal und in der Karibik, bevor sie nach Frankreich kam und sich schließlich in Berlin niederließ. Ihre Kompositionen sind von den Rhythmen ihrer Vorfahren und rituellen Gesängen geprägt. Sie verbindet ihre Forschungen in den Bereichen Biochemie, künstliche Intelligenz und Datentechnologien mit rituellen Praktiken, um die dynamische Beziehung zwischen Menschheit, Natur und Kosmos zu beleuchten.
Seit 1988 begleitet Lydia Röder Menschen am Lebensende. Nach über 20 Jahren als Leiterin eines ambulanten Hospizdienstes arbeitet sie nun selbstständig als Dozentin für Sterben, Tod und Trauer. Sie ist zertifizierte Ausbilderin für Palliativpflege und interprofessionelle spirituelle Betreuung, Supervisorin, Yogalehrerin und Trauerbegleiterin. Ihre Arbeit verbindet körperliche, emotionale, soziale und spirituelle Unterstützung, um Würde und Sinn am Lebensende zu gewährleisten. Durch Unterricht, Beratung, Klangmassagen und Workshops fördert sie einen ganzheitlichen Ansatz, der den einzigartigen Lebensweg jedes Einzelnen würdigt.