[A-Te] Von Schwester zu Schwester
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| Preis: 20 EUR / ermäßigt 10 EUR - Tickets ab Dezember |
| Ticket: Bitte buchen Sie Ihr Ticket vorab online oder an der Kasse im Foyer. |
| Altersempfehlung: ab 12 Jahre |
| Ort: Saal 2, EG |
| Gehört zu: Mein. Dein. Unser!? |
Wie lebt es sich als philippinisch gelesene Frau in der Diaspora? Joy Alpuerto Ritter teilt Lebenserfahrungen in Fragen wie diesen mit den Tänzerinnen Ann Francis Ang, Cristina Buenaflor und Suzette Sagisi. Gemeinsam begeben sie sich in ‘Ah-Teh. Große Schwester’ auf eine choreographische Suche, auf eine Annäherung an ihre Erfahrungen als exotisierte Künstlerinnen zwischen Tradition und Aufbruch, als Gegenstimmen zu männlicher Fremdzuschreibung.
Philippinischer Volkstanz trift auf Street- und Clubdance Kultur, traditionelle Rhythmen fusionieren zu zeitgenössischen Kompositionen des Musikers und Komponisten Vincenzo Lamagna. Das reiche Erbe von philippinischen Mustern und Stoffen, die mit vielfältigen Bedeutungen aufgeladen sind, finden sich in den Kostümen von Pepe Dayaw und in der Raumgestaltung. Die Uraufführung fragt nach der Definition und Weitergabe von kulturellen Werten, dem Umgang mit dem eigenen kolonialen Erbe und der Übernahme von Tradition in die eigene Lebensrealität.
Beteiligte
Alpuerto Ritter wurde 1982 in Los Angeles, Kalifornien, USA, geboren.
Im Alter von vier Jahren zog sie mit ihrer Mutter nach Deutschland und wuchs in Freiburg im Breisgau auf, wo sie ihre ersten Ballettstunden im Ballettstudio Krain nahm.
In diesen zehn Jahren wurde sie in Ballett und Jazz ausgebildet und nahm an Veranstaltungen der RAD (Royal Academy of Dancing), Tanzwettbewerben, Ballettaufführungen sowie Shows mit der von ihrer Mutter geleiteten philippinischen und polynesischen Kulturtanzgruppe teil. Im Alter von 17 Jahren schloss sie 2004 ihr Studium an der Palucca-Tanzschule in Dresden mit einem Diplom ab.
Seitdem ist Joy eine in Berlin ansässige Tänzerin und Choreografin, die für ihre Vielseitigkeit und ihr Verständnis für verschiedene Tanzstile bekannt ist. Ausgehend von ihrer klassischen Ausbildung, philippinischem Volkstanz, zeitgenössischem Tanz und urbanen Stilen tourt sie weltweit mit Kompanien wie der Akram Khan Company, Wangramirez, Christoph Winkler, Heike Hennig und dem Cirque du Soleil.
Ihre Leidenschaft für den gemeinschaftlichen Aspekt der Tanzkultur brachte sie in Kontakt mit der Hip-Hop- und Voguing-Szene in Berlin. Außerdem nahm sie an zahlreichen Dance-Battle-Events wie „Juste Debout“, „Voguing Out“, „Funkin Stylz“ und „Defipayette“ teil.
Joy wurde bei den National Dance Awards UK 2016 für die Performance „Until the Lions“ als „herausragende Tänzerin“ (Modern) nominiert. Seit 2016 findet sie als Choreografin internationale Beachtung und kreiert Werke für den Film sowie eigene Tanztheaterstücke. Ihr Markenzeichen ist die faszinierende Verschmelzung unterschiedlicher Bewegungssprachen, die aus verschiedenen kulturellen Hintergründen stammen.
Im Anschluss an ihr international gefeiertes Solo BABAE (ausgewählt für Aerowaves 2020) und das Auftragswerk UNDA, ein Ensemble-Stück im Rahmen von ISADORA NOW, produziert von der Viviana Durante Company, entwickelt Joy ihr künstlerisches Schaffen kontinuierlich weiter. Dabei übernimmt sie die künstlerische Leitung und Produktion kollaborativer, genreübergreifender Performances mit einer Vielzahl talentierter Künstler:innen und Kreativer, darunter Akram Khan, Chen Shi-Zheng, Riz Ahmed, Viviana Durante und Florence + the Machine. Mit großer Offenheit gibt sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiter und ist als Lehrerin und Coach an akademischen Institutionen in Spanien, Österreich, Deutschland, Italien und Peking tätig.
Ann Francis Ang ist eine philippinisch-amerikanische Tanzkünstlerin aus San Francisco, die in den Bereichen zeitgenössischer Tanz, Ballett, Whacking/Waacking und New Style Hustle tätig ist. Sie absolvierte ihren Bachelorabschluss in Tanz an der Adelphi University in New York und ihren Masterabschluss an der London Contemporary Dance School. Seitdem arbeitet sie international mit Choreograf:innen und Kompanien wie Alleyne Dance, Joy Alpuerto Ritter, Lukas Steltner und fachbetrieb rita grechen sowie weiteren Künstler:innen zusammen. Ihr selbst choreografiertes Solo ‚Makaya‘ wurde am Playground Theatre in London, beim MODArts Film Festival in New York und bei Evenings on the Valley in Berlin präsentiert. Im Jahr 2022 kehrte sie an ihre Alma Mater zurück, um eine Choreografie für das Fall for Arts Festival der Adelphi University zu entwickeln. Ihr jüngstes Soloprojekt ‚Crepúsculo Tántalo‘ erhielt 2024 Residenzförderungen bei Kaleidoscope VI in Singapur und bei RedSapata in Österreich.
Suzette Sagisi ist eine Filipinx-amerikanische Tanzkünstlerin, die in Kalifornien geboren und aufgewachsen ist. Zu ihren Engagements zählen die Zusammenarbeit mit Sandra Chatterjee, Hope Mohr Dance, Maurya Kerrs tiny pistol, dazaun dance, Brice Mousset, James Alsop, Academy of Villains, Gerald Casel Dance Co. und Katie Faulkners little seismic sowie weiteren Künstler:innen. Sie tanzte für Musikstars wie Beyoncé und Fabolous und war in Fernsehsendungen wie MTVs Made und America’s Best Dance Crew zu sehen. Suzette hat einen Bachelorabschluss der UCLA und einen Masterabschluss der Tufts University, beide in Philosophie. Sie ist Co-Vorsitzende des Vorstands von Hope Mohr Dance und lebt in Berlin, Deutschland.
Cristina Buenaflor wurde in Madrid geboren, hat philippinische Wurzeln und lebt derzeit in Berlin. Ihre Neugier und Leidenschaft für Tanz, insbesondere für urbane Tanzstile und Clubtanz, zeichnen sie durch ihre Vielseitigkeit aus. Sie legt großen Wert auf effektives Lernen und betont dabei das Zusammenspiel einer soliden Grundlage, technischer Fähigkeiten, der kreativen Entwicklung jedes Einzelnen und vor allem der Freude am Prozess. Cristina hat am professionellen Tanzprojekt ComUnity Danza mitgewirkt und mit renommierten spanischen und internationalen Künstler:innen bei Konzerten, Festivals, TV- und Serienproduktionen, in Theatern sowie bei Werbedrehs zusammengearbeitet.
Vincenzo Lamagna (Musikkomponist) komponiert und spielt Musik von großer Schönheit und Intensität. In seinen Werken taucht Lamagna häufig in komplexe emotionale und psychologische Landschaften ein und setzt sich mit Themen wie Identität, Widersprüchlichkeit und dem Menschsein auseinander. Seine ausdrucksstarke Klangsprache und sein genreübergreifender Ansatz haben ihn zu einem gefragten Künstler in der Welt der darstellenden Künste gemacht. Vincenzo Lamagna hat Musik für einige der renommiertesten Ballettkompanien und Festivals der Welt geschaffen, darunter das English National Ballet, die Göteborgsoperans Danskompani, das Contemporary NINE Dance Theatre in Peking und das Festival d’Avignon. Seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Choreografen Akram Khan führte zur gemeinsamen Entwicklung einer Reihe vielfach gefeierter Produktionen, darunter die Adaption des romantischen Balletts Giselle für das 21. Jahrhundert, für die Lamagna eine revolutionäre Orchesterpartitur komponierte.
Lukas Steltner (Produktion) kam aufgrund seiner Begeisterung für die Hip Hop Kultur im Jahr 2001 zum Breaking. Als professioneller Tänzer steht er in verschiedenen Kontexten auf der Bühne, wie etwas in Tanztheater Produktionen, in Varietés sowie in nationalen und internationalen Shows. Lukas Steltner stand außerdem als Schauspieler für diverse Kino- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Als Choreograph arbeitet Lukas an der Schnittstelle von urbanem und zeitgenössichem Tanz. Dabei kombiniert er seine künstlerischen Einflüsse gerne genre-übergreifend. Lukas Steltner’s Arbeit wurde in den vergangen Jahren unter anderem durch ein Arbeits- und Recherchestipendium des Berliner Senats gefördert, er erhielt die Einstiegsförderung, sowie zwei Einzelprojektförderungen.
Fabian Bleisch ist als freiberuflicher Lichtdesigner und Meister für Veranstaltungstechnik hauptsächlich im Bereich des zeitgenössischen Tanzes, Performance und Theater tätig. Seine langjährige Erfahrung hat er in zahlreichen nationalen und internationalen Produktionen und Gastspielen gesammelt. Fabian lebt und arbeitet in Berlin, ist in der Berliner Freien Szene verwurzelt und tourt mit verschiedenen Companien und Choreographen weltweit.
Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.