Das Humboldt Forum – Ein gemeinsames Verständnis

Vier Akteure – ein gemeinsamer Ort

Vier Akteure gestalten das Humboldt Forum gemeinsam: die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst, die Stiftung Stadtmuseum Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin.

Sie bringen unterschiedliche Perspektiven, Kompetenzen und Arbeitsweisen ein. In diesem Zusammenspiel liegt die besondere Stärke des Humboldt Forums. Gemeinsam gestalten sie das Haus als offene Plattform für kulturelle Praxis, für Wissensvermittlung und wissenschaftlichen Austausch, gesellschaftliche Aushandlung und kritische Reflexion.

Humboldt Forum: ein einzigartiger Ort in der Mitte Berlins

Seit seiner Eröffnung haben die vier Akteure das Humboldt Forum zu einem besucherstarken Programmhaus mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt. Ausstellungen, Performing Arts, Feste, Workshops, Führungen, digitale Angebote sowie partizipative und dialogische Formate bilden ein transdisziplinäres und genreübergreifendes Gesamtprogramm. Menschen kommen aus unterschiedlichen Gründen – wegen des Programms, der rekonstruierten barocken Fassaden ebenso wie wegen der besonderen Aufenthaltsqualität.

Das Humboldt Forum wird von einem breiten Publikum besucht: Berliner*innen und Gäste von auswärts, diasporische Communities, unterschiedliche Generationen, Einzelne wie Gruppen. Es kommen Menschen, die die Geschichte des Ortes kennenlernen möchten, ebenso wie solche, die sich für Fragen der Gegenwart und diverse Perspektiven interessieren. Sie alle bringen unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen mit. Die vier Akteure schaffen für diese Besucher*innen differenzierte, adressatengerechte Zugänge.

Das Humboldt Forum versteht sich als ein Ort, an dem gesellschaftlicher Zusammenhalt aktiv gefördert wird. Als Ort der Begegnung, der Zugänglichkeit und der Mitgestaltung begreift es demokratische Werte als gelebte Praxis: offen, einladend und respektvoll.

Dabei eröffnet das Forum Möglichkeiten zur Sinnstiftung und Reflexion, schützt die Freiheit von Wissenschaft und Kunst und stärkt so die Resilienz der demokratischen Gesellschaft. Es macht erfahrbar, dass unterschiedliche Standpunkte und auch Dissens ausgehalten und ausgehandelt werden müssen – als Grundlage für eine gerechte, vielfältige und friedliche Gesellschaft.

Historischer Ort, Sammlungen und Programmauftrag

Das Humboldt Forum befindet sich in der Mitte einer sich stetig verändernden Stadt mit vielfältigen Geschichten und einer diversen Stadtgesellschaft. Der Ort ist historisch und politisch aufgeladen: An dieser Stelle befanden sich das Berliner Schloss und später der Palast der Republik. Die rekonstruierten Fassaden verweisen auf historische Kontinuitäten und machen zugleich Brüche, Überlagerungen und Deutungskämpfe sichtbar. Der Ort ist deshalb nicht nur Kulisse, sondern selbst Gegenstand kritischer Auseinandersetzung.

Im Haus werden bedeutende Sammlungen präsentiert, darunter die größte ethnologische Sammlung in Deutschland. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung: für Provenienzforschung, für die kritische Auseinandersetzung mit dem fortwirkenden Erbe von Kolonialismus und gegenwärtigem Rassismus, für den kontinuierlichen Dialog mit Menschen und Gemeinschaften, die sich mit den Sammlungen verbunden fühlen, sowie für eine reflektierte Befragung der Bedingungen, unter denen Wissen, Sammlungen und kulturelle Ordnungen entstanden sind. Die Zusammenarbeit der vier Akteure im Humboldt Forum schafft einen vielschichtigen Kontext, in dem Historisches und Gegenwärtiges, wissenschaftliche, künstlerische und gesellschaftliche Perspektiven, Wissensformen und Erfahrungen zusammenwirken. Aus diesem Kontext entwickeln sie gemeinsam die Themen des Hauses.

In Anknüpfung an seine Namensgeber betrachtet das Humboldt Forum Themen nicht isoliert, sondern in Verflechtungen. Diese sind sowohl in Berlin und Deutschland als auch global relevant. Sie greifen gesellschaftliche Fragen auf, beleuchten unterschiedliche Perspektiven, stiften Sinn, schaffen persönliche Bezüge, berühren emotional und machen Gemeinschaft spürbar.

Die Themen werden übersetzt in ein offenes, dialogorientiertes und gegenwartsbezogenes Programm. Das Humboldt Forum möchte seine Besucher*innen nicht nur informieren, sondern Resonanz erzeugen und im Austausch mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten bleiben. Es bietet seinen Besucher*innen eine Vielfalt von Programmformaten, niedrigschwellig in der Zugänglichkeit und anspruchsvoll in den Inhalten.

Besucher*innen sind eingeladen, sich als Teil einer weltweiten Gemeinschaft zu verstehen – verbunden durch gemeinsame Verantwortung und verflochtene Geschichten. So wird der historische Ort zu einem Ort der Verständigung, an dem gesellschaftliche Fragen verhandelt, neue Allianzen gedacht und zukunftsorientierte Formen des Miteinanders erprobt werden – getragen von respektvoller Moderation, klaren Hausregeln und einem sicheren Rahmen für kontroverse Standpunkte.

Kooperationen und internationale Zusammenarbeit

Diese Programmarbeit wird nicht nur von den vier Akteuren gestaltet. Sie lebt von der Zusammenarbeit mit der Berliner Stadtgesellschaft, von internationalen Expertisen, langfristigen Kooperationen und der Unterstützung durch Vertreter*innen der Herkunftsgesellschaften sowie diasporischer und indigener Institutionen und Gemeinschaften. Methodisch ist das Humboldt Forum kollaborativen und wissenschaftsbezogenen Arbeitsweisen verpflichtet – durch Co-Kuration, Transdisziplinarität, dekoloniale Arbeitsweisen und die Einbeziehung indigener Wissensträger*innen und unterschiedlichster Wissensformen. Exemplarisch dafür steht die Global Cultural Assembly, die im Humboldt Forum einen physischen und ideellen Ort gefunden hat, um neue Formen internationaler Zusammenarbeit zu erproben. Sie fördert nachhaltige institutionelle Teilhabe und ermöglicht selbstbestimmte Sichtbarkeit von Gemeinschaften. Gemeinsam mit der GCA entwickelt das Humboldt Forum Verfahren, durch die internationale Kulturarbeit und weltweite Verbindungen nachhaltig und kontinuierlich gestaltet werden können.

Prof. Dr. Marion Ackermann
Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Prof. Dr. Julia von Blumenthal
Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh
Generalintendant des Humboldt Forums und Vorstandsvorsitzender Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Dr. Henrietta Lidchi
Direktorin des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst

Sophie Plagemann
Vorständin und künstlerische Direktorin der Stiftung Stadtmuseum Berlin

Humboldt-Universität zu Berlin (HU)
Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss (SHF)
Stiftung Stadtmuseum Berlin (SSB)
Staatliche Museen zu Berlin (SMB)

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