Artwork

El sueño del Telar que durmió por la tarde

Digitale Collagen, 2024, beauftragt von der Stiftung Humboldt Forum für das 99 Questions Gathering. (2024)

„El sueño del Telar que durmió por la tarde“ (deutsch: Der Traum des Webstuhls, der am Nachmittag schlief) ist ein Gesang, der im Wind widerhallt in Form von Bildern, die sich bewegen, tanzen und atmen, während die Augen geschlossen sind. Es ist ein Dialog zwischen der Maschine, der natürlichen Landschaft und einem sehr fernen Traum. Wie würde ein traditioneller Webstuhl beschreiben, was er fühlt, wenn er von Generationen über Generationen von Weber*innen benutzt wird, die inmitten von Bergen leben? Wie würde ich selbst diese Bilder übersetzen, die in meiner eigenen Vorstellung entschlüsselt werden, von einer Praxis, die sich im Laufe der Zeit verloren hat? Ausgehend von dem Punkt, an dem ich keine Hierarchien zwischen Technologien anerkenne (so wie der Mikrochip ebenso technologisch ist wie ein Maniok-Sieb, da beide technische Instrumente sind, die entwickelt wurden, um menschliche Probleme zu lösen), beginne ich mir vorzustellen, welche Geschichte ein Webstuhl, der Union Textiles Semillas verwendet wird, erzählen könnte.

 

Diese Geschichte beginnt am unteren Ende des Kosmografen und windet sich nach oben, wobei jede Schicht ihre Rolle in diesem Kosmos spielt.

Zuerst kocht das Feuer im Erdinneren das Leben, dann erfrischen die Oberflächengewässer das Land mit ihren durchscheinenden Bewegungen; aus dem Meer erheben sich die Berge, die diesem alltäglichen Tanz einen monumentalen Ort geben; am Himmel finden sich leuchtende Körper und Sterne, die flackern und in einer ständigen Schleife fallen; und schließlich trifft der Himmel auf die Erde mit Feuer und schmilzt alles wieder zusammen.

 

Künstlerin

biarritzzz (1994, Fortaleza, lebt und arbeitet in Recife, Brasilien) ist eine anti-disziplinäre Transmedia-Künstlerin, die Sprachen, Codes und Medien untersucht. Sie glaubt, dass Magie und niedrige Auflösung wichtige Gegen-Narrative darstellen, um die aktuelle kosmologische Auseinandersetzung über Realitäten zu leben. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im MAM Rio, Museum of Tomorrow, Kunsthall Trondheim, State Of Concept Athens, Delfina Foundation, Satellite platform (Pivô Arte e Pesquisa), A.I.R Gallery (online), Centro Cultural São Paulo, The Wrong Biennale, FILE und The Shed NY ausgestellt. Ihre Werke sind Teil der Sammlungen der Rhizome Artbase (New Museum), der KADIST Foundation und des Instituto Moreira Salles. Sie war 2023 und 2024 für den PIPA Award nominiert.

© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / schnellebuntebilder

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